Amerika - Von Alaska Richtung Süden.
  • Day13

    Kein Strom in Teslin

    June 12, 2016 in Canada ⋅ ⛅ 13 °C

    Morgens schalte ich den Fernseher ein und greife nach meinem Laptop, um meine Blogeinträge zu vervollständigen. In den Motels auf dem Alaska-Highway ist WLAN bestenfalls sporadisch vorhanden. Ich möchte Euch aber trotzdem von all meinen Erlebnissen berichten und führe daher fleißig Tagebuch, um meinen Blog dann später auf den neuesten Stand zu bringen (Applaus bitte!). Aus mir unerfindlichen Gründen hat sich der Akku über Nacht nicht aufgeladen und es scheint auch kein Strom in den Computer zu gelangen, obwohl er eigentlich am Netz hängt. Ich probiere einiges aus und beschließe, einfach weiterzuarbeiten, bis der Akku nicht mehr will. Plötzlich gehen auch Fernseher und Licht aus. War das etwa ich? Habe ich zu viele Geräte an und das Netz überlastet?

    Draußen höre ich einige Gespräche, die darauf hindeuten, dass der Stromausfall wohl größere Dimensionen hat. Ich mache mich schnell auf den Weg ins Bad und hoffe, dass das warme Wasser nicht über einen Durchlauferhitzer kommt. Das Wasser ist warms. Es kommt aber relativ wenig. Wahrscheinlich ist irgendwo eine elektrische Pumpe. Immerhin hat es zum Zähneputzen und für eine kurze Dusche gereicht.

    Es ist noch relativ früh und draußen fegt ein einsamer Mitarbeiter die Tankstelle. Sie hätten schon beim E-Werk angerufen und die hätten gesagt, dass sich jemand drum kümmert. „Kann aber auch sein, dass der zuständige Techniker übers Wochenende zum Fischen gefahren ist. Dann dauert es etwas länger“, meint er zynisch und empfiehlt, ein Brettspiel zu beginnen, das mindestens vier Stunden dauert. Benzin und Kaffee gebe es jedenfalls leider nicht.

    Die nächste Tankstelle ist rund 50 Kilometer in die Richtung, aus der ich gestern gekommen bin. Mein Tank ist zwar noch gut gefüllt, aber mein nächstes Ziel ist über 200 Kilometer entfernt und ich weiß nicht, ob ich unterwegs tanken kann. Also mache ich mich auf dem Weg nach Johnson’s Crossing. Die kleine Tankstelle hat auch ein nettes Café, wo ich lecker frühstücken kann.
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  • Day12

    Miles Canyon

    June 11, 2016 in Canada ⋅ ⛅ 18 °C

    Kurz hinter Whitehorse entdecke ich ein Schild: „Miles Canyon – 1,1 km“. Einen Canyon habe ich hier nun wirklich nicht erwartet. Also trete ich auf die Bremse und folge einer kleinen Schotterstraße. Der Miles Canyon ist eine örtliche Sehenswürdigkeit und entsprechend touristisch erschlossen (wie eigentlich alle Highlights auf dem Alaska Highway) – inklusive leicht schwankender Hängebrücke über den Fluss. Die Schlucht ist nicht besonders tief aber relativ schmal und besteht aus roten Basaltsäulen. Alles in allem ein lohnendes Motiv für eine kleine Malübung. Bei den vorbeikommenden Touristen – vor allem bei älteren Semestern – bin ich damit natürlich wieder mal eine Attraktion.

    Meine Tagesetappe endet schließlich im Yukon Motel in Teslin am riesigen gleichnamigen See.
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  • Day12

    Mittagspause vor Traumkulisse

    June 11, 2016 in Canada ⋅ 13 °C

    Das Wetter wird immer besser und bei meiner Mittagspause in Haines Junction habe ich einen fabelhaften Blick auf die St. Elias Mountains mit dem knapp 6.000 Meter hohen Mount Logan - dem höchsten Berg von Kanada. Weiter führt der Weg nach Whitehorse, der einzigen wirklich größeren Siedlung, die mir bisher in den Yukon Territories begegnet ist. Hier wird die Straße sogar für kurze Zeit vierspurig! Da mir die ständige Suche nach neuen Radiosendern langsam lästig wird, kaufe ich mir an einer Tankstelle einige CDs. Das hebt die Stimmung.Read more

  • Day12

    Begegnung am Straßenrand

    June 11, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 11 °C

    Weiter geht die Reise und wie üblich halte ich an jedem Parkplatz an und sehe mich um. Auf dem Weg zu einem möglichen Fotomotiv schnaubt es plötzlich im Gebüsch. Ich drehe mich in Richtung des Geräusches und sehe einem Bären direkt in die Augen, der wohl gerade auf dem Parkplatz nach leckeren Abfällen suchen wollte. Er ist vielleicht fünf bis zehn Meter von mir entfernt. Wir sehen uns beide einen Moment lang verdutzt in die Augen, dann beginnt der Bär zu fauchen und sich aufzustellen. Ich bekomme es mit der Angst zu tun. Ob ich einen Satz zur Seite gemacht habe oder einfach nur versteinert stehen geblieben bin, weiß ich nicht mehr. Auf jeden Fall scheint der Bär zu merken, dass ich für ihn keine Gefahr darstelle. Er begibt sich wieder auf alle Viere und beginnt im Gras rumzuschnuppern. Langsam aber stetig mache ich mich auf den Weg zu ein paar Camping-Trailern, die weiter vorne auf dem Parkplatz abgestellt sind – nicht ohne schnell aus der Hüfte ein paar Fotos von dem Bären zu machen, der mich jetzt nicht mehr weiter zu beachten scheint. Aber man weiß ja nie. Ich bin jedenfalls froh, dass ich heil bei den Campern ankomme und mein Puls ist auch wieder auf normal. Aber wie komme ich wieder zurück zu meinem Auto? Glücklicherweise scheint der Bär jedes Interesse an mir verloren zu haben und überquert seelenruhig die Straße. So ist das also auf dem Alaska Highway. Unvorhergesehene Begegnungen mit der örtlichen Fauna sind nie ausgeschlossen. Auch wenn der Bär kleiner war, als ich erwartet hatte ist mein Respekt vor diesen Tieren auf jeden Fall gestiegen.Read more

  • Day12

    Magische Atmosphäre am dampfenden See

    June 11, 2016 in Canada ⋅ ☁️ 11 °C

    Als ich morgens aus dem Fenster sehe, ist es grau, trübe und regnerisch. Was für ein Unterschied zu gestern Abend. Der See ist nicht mehr blau, sondern traurig grau und die Gipfel hüllen sich in Wolken. Schnell ziehe ich mir ein paar zusätzliche Schichten Kleidung über, tanke und mache mich auf den Weg.

    Das Wetter klart schnell auf und der See beginnt zu „dampfen“. Während sie die Wolkendecke am Himmel langsam verzieht, sind über dem Wasser weiter leichte Nebelschwaden zu sehen. Zusammen mit der Landschaft wirkt dieser Effekt auf mich wie reine Magie. Der und Radiobeitrag über das neue Harry-Potter-Theaterstück in London ist daran bestimmt nicht ganz unschuldig.
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  • Day11

    Die erste Grenze

    June 10, 2016 in Canada ⋅ 22 °C

    Die Grenze nach Kanada ist ein fließender Übergang. Zunächst fahre ich an der US- Einreisestelle vorbei. Kurz danach kommt eine Art Schrein mit Grenzpfosten, Fahnen und erklärenden Tafeln. Erst 20 km später kommt die kanadische Grenzkontrolle. Richtig: Hier gibt es wieder Kilometer und all die anderen Annehmlichkeiten des metrischen Systems. Außerdem wurde mir beim Grenzübergang eine Stunde geklaut. Der Zeitunterschied nach Deutschland beträgt ab jetzt nur noch neun Stunden.

    Der kanadische Grenzer stellt mir ein paar Fragen über meine Reise. Besonders interessiert ihn das Auto. Wo hab ich es her? Wo will ich damit hin? Ich habe doch nicht etwa vor, es in Kanada zu verkaufen? Alles klar. Stempel in den Pass. Weiterfahren! Geld kann ich an dem kleinen Posten keins wechseln. Der Grenzer rät mir erstmal alles mit Kreditkarte zu bezahlen.

    Außer den Kilometerangaben und der Tatsache, dass im Radio ausführlich über den Tod von "Mr. Hockey" Gordie Howe berichtet wird, hat sich wenig verändert. Fast alle Autos, die mir begegnen haben US-Kennzeichen. Die meisten sind auch mit dem unverkennbaren Alaska-Stecker ausgerüstet.

    Kurz hinter der Grenze beginnt eine längere Strecke mit Staub, Split und Baustellen. Gut, dass ich dafür jetzt richtig ausgestattet bin.

    Am unwahrscheinlich blauen Kluane Lake ist für heute Schluss. Dank meiner umfangreichen Lebensmittelvorräte brauche ich immer noch kein kanadisches Bargeld.
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  • Day11

    Märchenhafter Tetlin Lake

    June 10, 2016 in the United States ⋅ ☀️ 20 °C

    Gestern abend hatte ich Glück, dass in Tok noch ein Thai-Takeaway offen hatte, sonst hätte ich hungrig ins Bett gemusst. Die Orte auf dem Alaska Highway sind nicht mit europäischen Ortschaften zu vergleichen, wo alles mit ein paar Schritten erreichbar ist. Außer Motels, Tankstellen und ähnlichen Einrichtungen entlang das Highways ist meist gar keine eigentliche Siedlung zu erkennen.

    Als erstes decke ich mich am morgen mit Proviant ein, damit ähnliche Situationen wie gestern nicht mehr auftreten. Tanken, Scheibe waschen (Das wird wohl zur täglichen Routine werden.) und weiter geht’s auf dem Alaska Highway.

    Die Landschaft ist weiterhin beeindruckend. Weite Ebenen mit Flüssen und Seen werden von imposanten Bergen eingegrenzt. In der Ferne glänzen im Sonnenlicht die bis zu 5.000 Meter hohen Gipfel der St. Elias Berge. Natürlich muss das auch als Aquarell festgehalten werden. In meinem neuen roten Klappstuhl ist das eine sehr bequeme Angelegenheit.

    Nächster Zwischenstopp ist die Tetlin Wildlife Refuge. Die Atmosphäre an den stillen, blauen See ist magisch. Eine Entenmutter schwimmt mit ihren Jungen vorbei. Kurz darauf kommen zwei Schwäne geflogen, um einige Minuten später majestätisch vorbeizuschwimmen. Ich traue mich kaum, mich zu bewegen, um die Stimmung nicht zu zerstören. Als ich mich vorsichtig dem Ufer nähere fliegen plötzlich Scharen von blauen Libellen auf.
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  • Day10

    At the Crossroads

    June 9, 2016 in the United States ⋅ ⛅ 17 °C

    Delta Junction ist in erster Linie wirklich eine Kreuzung. Von hierab heißt der Highway 2 nicht mehr Richardson Highway sondern Alaska Highway. Auch die Landschaft ändert sich. Schon bald kommen die ersten imposanten Gipfel in Sicht. Dieses Panorama begleitet mich die ganze restliche Strecke entlang bis nach Tok, dem Ziel meiner heutigen Etappe.

    Für meine Reise war der heutige Tag wirklich ein gelungener Einstieg. So kann es weitergehen.
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  • Day10

    Auf der Straße

    June 9, 2016 in the United States ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach einer kleinen Zeichenpause geht es weiter auf dem Richardson Highway in Richtung Delta Junction. Dort endet offiziell der aus Kanada kommende Alaska Highway. Gleich hinter North Pole schlage ich mich mit meinem neuen Geländefährt das erste Mal in die Büsche und erkunde das Hinterland. Der kleine See an dem ich lande trägt bezeichnender Weise den Namen „Hidden Lake“.

    Die ganze Straße ist eine absolute Frechheit. Es geht überhaupt nicht voran. Alle paar Meter muss man stehenbleiben, um Fotos zu machen. Die Strecke folgt die meiste Zeit dem Tanana River, der sich durch die Ebene mäandert. Das sieht auf den ersten Blick sehr träge aus, aber der Fluss hat durchaus eine beachtliche Strömung.

    Am Salcha River, einem Nebenfluss des Tanana versuche ich mich erstmals als Postkartenmaler. Ich bin mit meiner Arbeit eigentlich ganz zufrieden. Ob es wirklich gut ist, muss die Empfängerin selbst beurteilen.
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  • Day10

    Besuch bei Santa

    June 9, 2016 in the United States ⋅ ☁️ 12 °C

    Ich packe endgültig meine Sachen und verlasse die Minnie Street. Das Auto springt problemlos an und mein erster Besuch gilt natürlich der Tankstelle gegenüber. Dort erwartet mich bereits die erste positive Überraschung. Eine halbe Tankfüllung meines Hondas ist ungefähr doppelt so viel wie der gesamte Tankinhalt des Mietwagens. Mit diesem Auto sollten lange Strecken kein Problem sein.

    Wie ich es mir vorgenommen hatte heißt mein erstes Ziel North Pole. Dort steht ein Besuch beim Weihnachtsmann an. Da dieser bekanntlich am Nordpol wohnt, haben unzählige amerikanische Kinder ihre Weihnachtswünsche dorthin geschickt. Gelandet sind die Briefe in North Pole, Alaska, etwas südlich von Fairbanks. Inzwischen steht dort hoch offiziell das Haus des Weihnachtsmanns und auch seine Rentiere haben ein eigenes Gehege. Im Haus selbst erwartet einen ein glitzerndes Weihnachtswunderland. Santa selbst war auch zu Hause und ließ sich bereitwillig mit jedem fotografieren, der vorbeikam.
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