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  • Day15

    Geiranger bei Regen

    August 16, 2018 in Norway ⋅ 🌧 15 °C

    Nach unserer 4. und letzten Nacht auf dem Campingplatz freuen wir uns, dass es heute weiter geht. Gut geschlafen hab ich hier nie, von daher kann es eigentlich nur besser werden.
    Wir packen unseren wild verteilten Kram zusammen - übersichtlich war die Hütte schon nach der ersten Nacht nicht mehr - und brechen gegen 11.30Uhr auf.
    Unsere heutige Etappe ist zum Glück nicht weit. Es geht zum 100km entfernten Geirangerfjord. Dieser soll einer der schönsten Fjorde überhaupt sein und wurde von der UNESCO als Weltnaturerbe ausgezeichnet.
    Erstes Zwischenziel ist der Aussichtspunkt Dalsnibba. Auf 1500m schaut man auf die umliegenden Berge und direkt auf Geiranger - wohl die spektakulärste Sicht auf diesen bekannten Fjord. Als wir nach oben fahren wollen, stellen wir allerdings fest, dass die Straße mal wieder mautpflichtig ist und umgerechnet 15€ kosten soll. Wir hätten tatsächlich in Erwägung gezogen, nach oben zu fahren, wenn das Wetter besser gewesen wär. Heute ist es jedoch regnerisch, sehr bewölkt und teilweise neblig. Keine guten Voraussetzungen für eine schöne Sicht ins Tal. Schweren Herzens kehren wir um und fahren stattdessen die serpentinreiche Straße nach unten zu der kleinen Ortschaft Geiranger und dem Fjord. Jahrelang war die Passstraße die einzige Zufahrt zu dem kleinen Ort (abgesehen vom Wasserweg), was bedeutet, dass Geiranger in den Wintermonaten von der Außenwelt abgeschnitten war. Heute gibt es die sogenannte Adlerstraße, die auch im Winter passierbar ist.
    Schon als wir nach unten fahren, merken wir, dass es hier von Touristen wimmelt. In Geiranger gibt es alle möglichen Freizeitbeschäftigungen: Fahrradgruppen, die den Pass runter fahren, Busreisen, Kayaktouren, usw. Zusätzlich schmücken zwei rießige Kreuzfahrtschiffe die Ufernähen des Fjords - ganz schön viel los für das 250 Einwohner zählende Städtchen! Es lebe der Massentourismus! Entsprechend  belebt ist die kleine Innenstadt. Wir entschließen uns, eine Schiffrundfahrt auf dem Fjord zu unternehmen. Das ist die beste Art den Fjord und seine Landschaft rundherum zu erkunden. Leider regnet es immer wieder und der Himmel ist so trüb, dass die Schönheit des Fjords gar nicht richtig zur Geltung kommt.
    Wir lassen uns trotzdem nicht unterkriegen und mit Schirm, Regencape und Kamera bewaffnet hören wir den interessanten Audio-Guide-Kommentaren zu. Vorbei geht es auch an drei bekannten Wasserfällen mit den bezeichneten Namen Sieben Schwestern, Freier und Brautschleier. Interessant ist auch, dass es einige alte Güter an den steilen Berghängen gibt. Die meisten sind heute nur noch von einem Verein zur Erhaltung solcher Höfe betrieben. Doch früher wohnten hier tatsächlich Menschen, die sich und ihre Kinder teilweise angurten mussten, damit sie nicht runterfallen. Und so gibt es viele Erzählungen und Anekdoten über die wenigen Menschen, die in und um Geiranger lebten. Sehr interessant!
    Nach 90min ist die Rundfahrt beendet und wir sind zurück an Land. Schön war's, mit besserem Wetter wär's sicher noch schöner gewesen.
    Schon jetzt ist kaum noch etwas los, da die Kreuzfahrtschiffe ablegen. Wir gönnen uns zwei süße Stückchen in einer heimischen Bäckerei und entschließen uns, den neugebauten Wasserfallsteig zu erklimmen. Dieser führt am Wasserfall entlang einige Stufen nach oben zum Fjordzentrum, ein Museum zur Entstehung von Fjorden mit Café und Souvenir-Shop. Da es bald schließt, entscheiden wir uns gegen einen Besuch und steigen die Treppen wieder hinab. Langsam machen wir uns auf den Weg zur Unterkunft. Dafür fahren wir die elf Serpentinen der Adlerstraße hinauf. An der obersten halten wir noch einmal und genießen die Aussicht auf Geiranger. Anschließend geht es über einen kleinen Pass und mit der Fähre nach Valldal. Im dortigen, neu renoviertem Gästehaus haben wir ein schönes Zimmer mit einem  weichem und schön breitem Bett. Das könnte mal wieder eine erholsame Nacht werden. Wir gehen noch etwas fürs Abendessen einzukaufen und kochen kurz darauf in der Gemeinschaftsküche Kartoffeln mit paniertem Blumenkohl. Bei netten Gesprächen mit einem anderen deutschen Pärchen lassen wir den Tag ausklingen und sinken anschließend müde in ein weiches Bett.
     
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