Nichts gesehen, aber einiges passiert
June 23 in Norway ⋅ 🌧 12 °C
Der Tag begann leider alles andere als vielversprechend. Nachdem Denise sich bereits gestern mehrfach übergeben musste, führte der erste Weg am Morgen direkt zur Krankenstation. Da mich seit drei Tagen ein lästiger Herpes begleitet, nutzte ich die Gelegenheit ebenfalls und hoffte auf schnelle Hilfe.
Eine halbe Stunde später war die Bilanz eindeutig: Ich hatte meine Salbe, Denise eine Quarantäne verordnet bekommen und wir waren insgesamt etwas über 200 € für Medikamente und Arzthonorar los. So einen Minutensatz hätte ich auch gerne gehabt.
Für Denise hieß es nun erst einmal Schonkost, Ruhe und Kabine.
11:15 Uhr: Ich hatte inzwischen gefrühstückt und mir etwas die Beine vertreten. Denise dagegen musste in der Kabine zwangsläufig in den Hungerstreik treten, denn ihre angekündigte Schonkost war noch immer nicht angekommen.
Da unser Fernseher seit gestern ebenfalls im Streikmodus läuft, ging ich persönlich zur Rezeption, um noch einmal nachzuhaken.
Um 12:30 Uhr kam schließlich das erste Essen für Denise: eine Tasse Tee, zwei Stück Zwieback und eine kleine Schüssel geriebener Apfel. Sagen wir es einmal so: Der kulinarische Höhepunkt des Tages war das definitiv nicht.
14:40 Uhr: Ich war inzwischen schon wieder beim Essen und habe Denise vorsorglich eine Banane, ein trockenes Brötchen und heißes Wasser mitgebracht.
Da draußen ohnehin Dauerregen bei 12 Grad herrschte, war ich um keine Ausrede verlegen, um den Landgang ausfallen zu lassen.
"Die Sache“ mit meiner Tochter kam da natürlich wie gerufen, schließlich musste ich mich um sie kümmern. 😉
16:00 Uhr: Noch immer keine weitere Mahlzeit. Also wieder runter zur Rezeption. Dort schaute man mich etwas erstaunt an und fragte tatsächlich: „Wirklich? Sie hat bisher noch nichts bekommen?“ Nein, natürlich nicht, sonst würde ich wohl kaum hier stehen. 🤦🏻♀️
20 Minuten später erschien dann tatsächlich Nachschub: Tee, Zwieback und geriebener Apfel. Keine Ahnung, was man hier unter Schonkost versteht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es da noch ein paar weitere Möglichkeiten gibt. 😏
18:00 Uhr: Denise geht es wieder soweit gut und bevor es zum Abendessen wieder Apfel in irgendeiner Form gibt, gingen wir vorsichtshalber noch einmal zur Krankenstation.
Die Angestellten waren nicht gerade begeistert, dass Denise persönlich dort erschien, zeigten aber Verständnis dafür.
Auf unsere Nachfrage, ob sie morgen aus der Quarantäne entlassen wird, bekamen wir zumindest positive Nachrichten. Wenn es keine neuen Vorkommnisse gibt, darf sie die Kabine morgen wieder verlassen. Allerdings muss sie noch den angekündigten Anruf des Arztes und dessen offizielles Okay abwarten.
Wir sind jetzt schon gespannt, ob das morgen tatsächlich so reibungslos klappt.
Nachtrag...
Zum Abendbrot gab es dann tatsächlich etwas anderes: geriebenen Apfel und Reis in heißem Wasser. 🤦🏻♀️
Das veranlasste mich zu einem weiteren Besuch auf der Krankenstation, um herauszufinden, wer sich so etwas ausdenkt. Der freundliche Mitarbeiter am Empfang erklärte mir geduldig, dass dies nun einmal die offiziellen Vorgaben seien, zeigte aber Verständnis für unsere spezielle Situation.
Am Ende drückte er mir sogar eine Bescheinigung in die Hand, die mich offiziell dazu berechtigt, Essen aus dem Restaurant für Denise mitzunehmen.
Fazit des Tages: Ich zufrieden, Denise endlich etwas Vernünftiges im Magen. 😉Read more


















