• Simon Rossier
  • Fabienne Minder
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Panamerica Süd

714-dniowa przygoda według Simon & Fabienne Czytaj więcej
  • Typisch Ecuador 🇪🇨

    25 sierpnia 2024, Ekwador ⋅ ⛅ 26 °C

    - einmal täglich wird für 1h Strom abgestellt (Energiemangel)
    - Strom kommt vor allem aus Wasserkraft
    - einiges zivilisierter im Verkehr als Kolumbianer
    - Zufällige Anordnung der Zahlen bei Kartenzahlstationen im Laden (PIN-Schutz)
    - Ecuadorianer finden uns hübsch 🥲
    - kaum Müll am Strassenrand
    - hupen beim Überholen
    - Warnblinker zum anhalten
    - Apple Kleber am Auto
    - Äquator
    - Gerichte: Seco de Pollo (Hähnchen an Sauce), Tortillas de maíz (frittierter Käse), Cui (Meerschweinchen), Ceviche, Trucha (Forelle), Patacones (gepresste frittierte Kochbananen), "Kochbananenrührei", Salchipapas (Pommes mit Würstchen), Tostadas (Mais mit Zwiebeln etc), Bizcochas
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  • Erste Eindrücke aus Peru

    26 sierpnia 2024, Peru ⋅ ☀️ 22 °C

    Peru begrüsst uns mit einer ausgeprägten Landwirtschaft. Hier scheint beinahe alles zu wachsen: Papaya-, Wassermelonen-, Mango-, Bananen-, Kokos-, Mais- und Reisfeldern säumen stundenlang die Strasse.

    Die Dörfchen wiederum erinnern uns an Guatemala. In erster Linie wohl auch aufgrund des inflationären Vorhandenseins von Tuktuks, die wir in diesen Massen zuletzt in Guatemala erleben durften. Der Strassenverkehr wirkt dadurch wieder um ein vielfaches aggressiver.
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  • Wo das Wasser besonders lange fällt

    28 sierpnia 2024, Peru ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir haben auf unserer Reise bereits mehr Wasserfälle gesehen, als wir es unseren schlimmsten Feinden wünschen würden. Und eines haben sie alle gemeinsam: jeder ist auf seinem (manchmal gewiss sehr kleinen Gebiet) ein Superlativ: der grösste von Mittelamerika, der spritzigste von Kolumbien, der längste auf diesem Breitenkreis, der schnellste der westlichen USA. Irgend einen Rekord muss so ein Wasserfall stets für sich beanspruchen. Und hier in Peru steht einer, der von sich selbst behauptet, der fünfzehnt- oder vielleicht sogar dritthöchste der Welt zu sein. Eine kurze Googleexkursion würde hier bestimmt schnell Klarheit schaffen. Doch dafür bleibt keine Zeit. Tatsächlich soll der Wasserfall gemäss unserem Lonely Planet auch erst 2005 von deutschen Wasserfallentdeckern entdeckt worden sein. Womit wir einen weiterer Fakt hätten, der höchstwahrscheinlich überprüft werden müsste. Aber wir leben nunmal nicht in einer faktenbasierten Welt und so soll der 700 Meter hohe und in zwei Teile geteilte Wasserfall auch nicht auf Fakten reduziert werden. In uns löst das wirklich sehr lange fallende Wasser eine gewaltige Ehrfurcht aus. Und das obwohl wir es nicht mehr für möglich hielten, dass uns ein weiterer Wasserfall noch überraschen könnte. Czytaj więcej

  • Violettscheitel-Flaggensylphe

    29 sierpnia 2024, Peru ⋅ ☀️ 11 °C

    Was klingt wie eine Krankheit ist in Tat und Wahrheit ein Vogel. Dieser Kolibri, dessen Name wir aufgrund der latenten Tippfehlergefahr kein zweites Mal erwähnen, lebt nur hier. Und sonst noch wo. Aber auch das ist ganz in der Nähe. Tatsächlich lebt er nur auf einem kleinen Gebiet in den Bergwäldern des nördlichen Perus. Und zudem oder gerade deswegen ist er stark gefährdet. Und weil der Mensch sehr seltene Dinge liebt, zieht uns dieser Kolibri mit seinen lustigen Fliegenklatschenfedern irgendwie magisch an. So fest, dass wir eines Morgens dreieinhalb Stunden still in einer Beobachtungsstelle sitzen und ins Gebüsch vor uns starren. Unser Seltenheitsgelüst wird dabei mehrmals belohnt. Die Violettschnitzel-Flaggensylphe schaut zwei drei Mal vorbei und verzaubert mit ihren Staubwedeln unsere Köpfchen. Czytaj więcej

  • Mumien und Sarkophage

    29 sierpnia 2024, Peru ⋅ ☀️ 18 °C

    In Peru gibt es einen Ort wo vor vielen Jahren Leute gelebt haben, die die Inkas nicht kannten, weil es sie damals noch gar nicht gab. Man weiss nicht viel über sie, weil bereits alle gestorben sind und damals nicht alles auf Instagram hochgeladen wurde. Manche der verstorbenen haben sie zu Mumien gemacht und danach in einer Art Sarkophag mit überdimensionalem Kopf versteckt und sie ganz hoch auf einem Felsen platziert, damit niemand hin kommt. Und dort stehen sie noch heute - mindestens 500 Jahre später. Weil uns das suspekt vorkommt, gehen wir hin und schauen den grossen Köpfen argwöhnisch mit zugekniffenen Augen entgegen. Czytaj więcej

  • Kuelap

    31 sierpnia 2024, Peru ⋅ ☁️ 21 °C

    Gut geschützt vor den Expansionsbestrebungen der Inkas hatte sich das Volk der Chachapoya auf dem Gipfel eines knapp 3000 Meter hohen Berges niedergelassen. Kuelap das einst an die 3500 Bewohner beherbegte umgibt eine bis zu 20 Meter hohe Mauer.

    Die Ruine durchläuft mittlerweile ein Besucherpfad der nur in eine Richtung zu begehen ist. Wir begehen ihn. Als wir bemerken, dass wir einen Teil ausgelassen haben und zurücklaufen möchten springt sofort eine tollkühne Wärterin hinter einem Felshaufen hervor und stoppt uns vor unserem rücksichtslosen Vorhaben. Wir versuchen zu erklären, aber Widerstand ist zwecklos. Die Wärter sind knallhart. Also schliessen wir den Rundgang ab und laufen ausserhalb der Ruinen zurück an den Start, wo uns ein anderer Wärter nicht mehr hineinlassen will, weil das Ticket nur für einen Rundgang gültig sei. Ein daneben stehender Wärter, der sich offensichtlich für seinen Kollegen schämt, überzeugt letzteren weniger bünzlig zu sein. Schliesslich lassen sie uns wieder hinein. Wir sind nach wir vor die einzigen Besucher der Ruine.
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  • Baños del Inca

    2 września 2024, Peru ⋅ ☀️ 16 °C

    Vor ein paar Jahren soll hier der König der Inkas zusammen mit seiner Gefolgschaft den Sieg einer wichtigen Schlacht gefeiert haben. Die Leute haben sich in den natürlichen Thermen ausgiebig vom Kampf erholt. Drei Tage später trafen die Spanier ein. Und sechshundert Jahre später wir. Mittlerweile sind die einst schönen natürlichen Thermalbecken einer grotesken Betonlandschaft gewichen und ziehen dennoch zahlreiche Touristen an. Auch wir folgen dem Duft der dampfenden Anlage und buchen zwei Stunden in der Sauna. Die erste halbe Stunde in der Sauna bleibt es knapp über Rauntemperatur. Zudem entpuppt sich die Sauna als Dampfbad. Nach dem Dampfbad haben wir eine Massage gebucht: 20 Minuten für knapp 5 Franken, die wir rückblickend lieber anders investiert hätten. Während die erste Masseuse ihre gesamten Kräfte in Fabienne's Rücken entlud, hustete die zweite durchgehend laut in den Massageraum.

    Am Abend auf dem Campingplatz verlassen wir unseren Bus um kurz die Zähne zu putzen. In der Dunkelheit höhren wir wie einer der beiden Campingplatzhunde zu uns her gerannt kommt. Aber irgendwie klingt er suspekt. Die Stirnlampe klärt uns auf: aus des Hundes Schnauze hängt eine halb zerfetzte Katze. Am nächsten Morgen fehlt von ihr jede Spur und der Hund scheint noch ein bisschen dicker als vorher.
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  • Reiten im Meer

    4 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 15 °C

    Das Buch "der Schwarm" von Frank Schätzing beginnt im peruanischen Dorf Huanchaco, wo sich ein Fischer frühmorgens mit seinem 'Caballito' genannten Schilf-Boot aufs Meer begiebt, um seine Netze einzuholen. Eines der Netze lässt sich jedoch nicht ins Caballito ziehen und so taucht der Fischer ab, um dem ganzen auf den Grund zu gehen. Wenig später wird es dunkel über ihm und er wird von einem Schwarm Goldmakrelen ertränkt.

    Wir folgen den mörderischen Geschichten an den Ort des Geschehens. In Huanchaco werden die traditionellen Caballitos heute tatsächlich noch gebaut und für den Fischfang eingesetzt. In der Hoffnung einem der Fischer beim Fischen zusehen zu können, stellen wir unsere Wecker zu Herrgottsstund. Und am nächsten Tag haben wir Glück: zwei Fischer trauen sich trotz rauer See hinaus und holen ihren Nachtfang an Land. Einer davon ist Jorge der uns einlädt am Nachmittag auch auf seinem Caballito auszureiten. Wir lehnen ab. Nice try Goldmakrelen.

    Von Huanchaco begeben wir uns wenige Kilometer weiter in den Süden, um die Stadt Trujillo zu besuchen. Dazu gibt es kaum was zu sagen. Fabienne erzählt einem Militärmann ihre besten Blondinenwitze.
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  • Entencanyon

    5 września 2024, Peru ⋅ ☀️ 30 °C

    Vom Meer zurück ins Hochland. Wir folgen einer angeblich gefährlichen Strasse durch den nicht so gefährlich klingenden Canyon del Pato. Der Weg führt durch unzählige einspurige Tunnels.

  • Camp Laguna 69

    6 września 2024, Peru ⋅ 🌙 8 °C

    Auf dem Weg zur Laguna 69 halten wir im Museum von Yungay. Aufgrund eines Erdbebens löste sich hier 1970 vom höchsten Berg Perus, dem Nevado Huascarán eine Schlamm-, Eis- und Gerölllawine und begrub die gesamte Stadt innerhalb weniger Minuten. Von den einst 20'000 Einwohnerns überlebten nur etwa 300.

    Nach dem Museumsbesuch fahren wir in Richtung Nevado Huascarán und übernachten in einem seiner angrenzenden Täler mit wunderbarer Sicht auf den See und klaren Sternenhimmel.
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  • Laguna 69 #1

    7 września 2024, Peru ⋅ ☀️ 8 °C

    Die anrüchige Laguna 69 überzeugt bereits vor ihrer Haustüre mit einer landschaftlich herausragenden Szenerie. Der Weg zum See selber dünkt uns fast schöner als das auf 4600 m.ü.M. am Ende gelegene Highlight. Gleich zu Beginn der Wanderung begegnen wir einem Lama und scheinen alle drei gleicherweise erstaunt uns gegenseitig über den Weg gelaufen zu sein. Wir laufen weiter während in unseren Rücken der Nevado Huascarán (der grösste Berg Perus) kaum merklich kleiner wird. Unterwegs treffen wir auf ein paar Steinen auch auf zwei Vizcachas: der optimalen Lösung einer Entscheidungsparalyse zwischen Hase und Chinchilla. Czytaj więcej

  • Meerschweinchen

    8 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Uns packt der Hunger und wir werfen eine Münze in welches Restaurant wir gehen sollen. Die Münze entscheidet sich für eines auf dessen Speisekarte sich auch Meerschweinchen tummeln. Also löschen wir unseren Durst nach Meerschweinchen und bestellen ein halbes. Meerschweinchen wurden hier* bereits von den Inkas domestiziert und verspiesen. Sie schmecken fast wie Kaninchen, sind überzogen von einer zähen Krokodilhaut und sehen aus wie eine äusserst unzufriedene Ratte. Wenn man nicht hinsieht ist das Fleisch lecker.

    *nicht in exakt diesem Restaurant (aber ganz in der Nähe)
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  • Höchster Tunnel Südamerikas

    8 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 8 °C

    Der höchste Tunnel Südamerikas liegt hier ganz in der Nähe und wenn wir den nicht einmal in beide Richtungen durchqueren, würden wir uns das nie verzeihen. Also fahren wir erneut einen Pass hoch. Plötzlich erscheint wenige Meter neben uns ein prächtiger Andenkondor und fliegt ein paar Sekunden mit uns mit, um danach in der Thermik wieder zu verschwinden. Von unserem ersten Kondor haben wir zwar kein Foto, dafür hat sich sein Antlitz in unsere Netzhaut eingebrannt. Und so ziehen wir weiter den Wolken entgegen bis es auf 4700 Metern Höhe zwei Mal eine Minute lang stockdunkel wird. Czytaj więcej

  • Huayhuash Tag 1

    14 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir stürzen uns in ein Abenteuer, das grösser ist als wir selbst: den Huayhuash Trek. Die Mehrtageswanderung führt über 100km durch atemberaubende Landschaften und noch atemberaubendere Höhen. Da wir lieber unabhängig unterwegs sind, beschließen wir, den Trek ohne Gruppe zu bewältigen – und unser Gepäck nicht von Maultieren tragen zu lassen. Doch zunächst fahren wir einige Stunden in die Berge und machen in einem kleinen Dorf Halt. Mit zwei allzu schweren Rucksäcken setzen wir uns am nächsten Tag in einen Bus, der uns weitere zwei Stunden tiefer in die Berge und damit näher zum Ausgangspunkt bringen soll. Vorher wird aber noch der Tank mit frischem Diesel aus dem Kessel gefüllt.

    Dann geht es los. Und wir sind noch gar nicht so lange unterwegs, da beginnt uns der Busfahrer Geschichten zu erzählen. Geschichten von Personen die auf dem Huayhuash Trek verunglückt und verstorben sind. Er erzählt uns wie sie gefunden wurden und wie ihre Leichen aussahen. Ihm fallen immer mehr ein und die Kommunikation findet zunehmend einseitig statt. Dann sind wir da, werden mit unseren Rucksäcken ausgeladen, der Typ wünscht uns viel Glück und fährt davon. Vor uns erhebt sich ein 4.700 Meter hoher Berg, den wir als erstes überwinden müssen. Wir schreiten los.

    Oben angekommen, eröffnet sich uns eine kontrastreiche Landschaft über die gerade zwei Andenkondore dahinziehen. Fast schon zu romantisch. Kurz darauf beginnen wir den Abstieg und erreichen wenige Stunden später unser erstes Camp. Die Gruppenreisenden sind auch da, also suchen wir Zuflucht und Distanz in einem kleinen Canyon am Bach - weit weg vom Lärm der Menschen, ganz nahe am lauten Rauschen des Baches.

    In der Nacht sinken die Temperaturen unter den Gefrierpunkt und unsere Schlafsäcke kommen an ihre Grenzen. Immerhin halten uns unsere Luftmatratzen vom kalten Boden fern. Zumindest Fabienne. Meine Schlafzyklen werden von der sich stetig entleerenden Luftmatratze dirigiert. Alle 1.5h liege ich wieder auf hartem, kaltem Grund, wache auf, blase die Matratze wieder auf und schlafe zum leisen Zischen der aus dem Loch in der Matratze entweichenden Luft wieder ein.
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  • Huayhuash Tag 2

    15 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 13 °C

    Der Tag beginnt so, wie der letzte geendet hat: kalt. Es ist 6 Uhr morgens und wir haben knapp 11 Stunden geschlafen (bzw. etwa 7 Mal 1.5 Stunden). Trotzdem fällt das aufstehen schwer, denn es bedeutet den mässig warmen Schlafsack zu verlassen. Wir zwingen uns und setzen sofort Koka-Tee auf. Dazu gibt es Porridge (wie jeden Tag auf der Wanderung 🤮). Dann wird das Zelt abgebaut, der Rucksack neu gepackt und wir ziehen wieder los.

    Uns steht ein relativ einfacher Tag bevor. Etwas später haben wir den Tag schon wieder hinter uns. Irgendwo dazwischen hat uns ein Hund überholt. Später sollten wir noch fast unzertrennliche Freunde werden.

    Das nächste Camp liegt direkt am See. Ein richtig schöner Ort. Und das Beste: wir sind ganz allein! Alles scheint perfekt. Wir finden sogar Zeit und Energie das Loch in meiner Matratze zu flicken. Dabei fällt uns auf, dass schon gehörig Flickzeug an der Schlafunterlage klebt. 30 Min später trifft eine Horde Maultiere ein. Jedes schwer beladen. Ein paar peruanische Männer entpacken die Tiere, pinkeln auf den Platz und stellen dann Zelte darüber. Neben unser Zelt wird ein grosses Gemeinschaftszelt errichtet. Eine Stunde später trifft eine 50-köpfige israelische Bodeninvasion ein. Eine handvoll bereits hoch zu Ross. Es hat aber Platz für alle und so freuen wir uns zunächst über unser Couscous-Abendessen. Um 1800 verschwindet die Sonne hinter den Bergen, es wird kalt und wir verziehen uns zum Schlafen ins Zelt. Neben uns wird Popcorn serviert. Weitere Kochgerüche bahnen sich ihren Weg in unsere Nasen und wir sind wieder ein bisschen hungrig. Eine Stunde später kriegen die Leute im grossen Zelt ihr Abendessen. Das wissen wir weil wir hören wie sie ihr Besteck benutzen. Die haben richtiges Besteck. Wahrscheinlich essen sie auch nicht direkt aus der Pfanne. Mit einem Löffel.

    Gegen halb acht kehrt einer ins grosse Zelt zurück. Er hat eine Ukulele dabei. Halleluja. Zwei Stunden musikalischen Irrsinns später starren wir an unsere Zeltdecke und schliessen endlich unsere Augen. Jetzt ist es still. Und kalt. 2h später ist die Luft aus der Matratze wieder raus.
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  • Huayhuash Tag 3

    16 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 11 °C

    Oberstes Ziel unseres nächsten Tages wird es die Reisegruppe möglichst schnell hinter uns zu lassen und irgendwo weit weg von ihnen unser Zelt aufzuschlagen. Während wir noch unser Zelt abbrechen und den allmorgendlichen Porridge 🥲zubereiten, wurde die Gruppe bereits verpflegt (um vier Uhr morgens haben die Gruppenführer mit dem Kochen begonnen - im grossen Zelt neben uns). Gegen 6 Uhr brechen die 50 Leute auf. Eine Stunde später sind auch wir abmarschbereit. Eine weitere Stunde später haben wir die hintersten eingeholt. Wir kämpfen uns vorwärts und sind froh als die Musik aus den Bluetooth-Boxen endlich verstummt. Für manche Leute scheint die natürliche Geräuschkulisse unerträglich. Die Angst eingeholt zu werden, treibt uns vorwärts.

    Wir passieren eine der berühmtesten Kulissen des Huayhuash-Treks: die drei Lagunen. Die tief liegenden Wolken verweigern uns die Sicht auf die Berge. Dennoch ist es schön hier. Am Horizont entdecken wir die israelische Vorhut - begleitet von Marschmusik. Wir flüchten und überwinden etwas später den bisher höchsten Pass auf 4800 m.ü.M. Die Aussicht ist inexistent. Wir ziehen in dichten Nebel gehüllt weiter. Irgendwann lichtet sich der Nebel und wir machen eine Pause. Bei der Pause unterstützt uns Huashi, der Hund, unser neuer Weggefährte. Wir mögen ihn und er mag an uns, dass wir Wurst dabei haben.

    Das nächste Camp ist umgeben von kleinen Bächen. Auch hier ist es sehr schön und wir haben einen Ort gefunden der weit entfernt von den Gruppen ist. Der Bach gibt uns die Gelegenheit die Luftmatratze kurz unter Wasser zu halten und auf ein weiteres Loch zu prüfen. Sie hat zwei. Zwei neue. Auch die werden geflickt. In der Nacht entleert sie sich nun nur noch 4 Mal.
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  • Huayhuash Tag 4

    17 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 10 °C

    Vor einem Jahr waren wir in Cali in einem Meditationsretreat (bzw. für Engstirnigere: in einer Art Sekte). Vieles jetzt erinnert uns zurück an damals: wir stehen früh auf, kriegen kaum genug zu Essen, der Rücken schmerzt ununterbrochen, es wird kaum gesprochen und wir werden häufig mit den Fragen konfrontiert "warum tu ich mir das an?", "kann ich das wirklich nicht frühzeitig abbrechen?" oder "wieso sind hier so viele Leute aus Israel?". Aber wir haben gelernt unsere Verlangen als ebensolche wahrzunehmen, zu akzeptieren und trotzdem weiterzumachen. Und so ziehen wir weiter.

    Am nächsten Tag haben wir einen 5000er vor uns. Der Aufstieg gelingt uns souverän. Fabienne meint zwar, sie sterbe fast und der Rhythmus meiner Atmung gleicht sich derjenigen von Stevie aus "Malcolm Mittendrin" an. Oben angekommen eröffnet sich uns eine wunderbare Aussicht auf Gletscher, Seen und Berge. Kurz verweilen wir dort und beginnen dann mit dem Abstieg.

    Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang erreichen wir Camp Elefante. Wieder können wir direkt am Bach übernachten. Uns gefällts. Ich bade wieder im eiskalten Bach und dann essen wir wieder was aus der Pfanne. Wenig später liegen wir wieder im Bett und geben uns unserer abendlichen Ablenkung hin: ein paar Runden Schere, Stein, Papier. Nächstes Mal müssen wir unbedingt Karten einpacken. Etwas später schlafen wir im Schein des Vollmonds ein. Diese Nacht wird überraschenderweise auch kalt.
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  • Huayhuash Tag 5

    18 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 19 °C

    Neuer Tag, neuer Pass. Wir besteigen erneut 5000 Meter. Weil wir wieder den selben Weg zurück gehen, jetzt aber nur mit leichtem Gepäck. Oben ist es sehr schön. Dann steigen wir wieder ab, packen unser Zelt und unsere Rucksäcke und ziehen los. Bald schon überholen wir wieder unsere in Gruppen reisenden Kumpanen. Um dem Zivilisationslärm zu entfliehen laufen wir deutlich schneller. Irgendwann haben wir kaum noch Energie. Die Vorhut hinter uns befindet sich aber noch in Sichtweite. Also fliehen wir weiter. Wir überqueren einen Fluss. Fabienne verpasst einen Stein und versenkt zu ihrem Entzücken beide Füsse schienbeintief im Wasser. Wir werden unkonzentriert, also machen wir eine Pause. Huashi hilft uns dabei. Dann wandern wir weiter runter bis auf 3500 Meter. Ein sehr demotivierender Abstieg, weil wir das alle später wieder hoch müssen. Am Schluss erreichen wir aber die erste Siedlung unseres Marschs. Hierauf haben wir uns lange gefreut, denn hier gönnen wir uns nach all der Anstrengung ein Zimmer mit Dusche und ein nicht selbst zubereitetes Abendessen. Bei letzterem leistet uns ein sehr kleiner aber sehr dicker Hund Gesellschaft. Wir geniessen die Mahlzeit und später das richtige Bett wie schon lange nicht mehr. Das Abendessen hatte es in sich, wie wir am nächsten Morgen unweigerlich feststellen sollten. Czytaj więcej

  • Huayhuash Tag 6

    19 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 13 °C

    Als wir am nächsten Tag aufwachen, ist uns beiden übel. Wir haben uns eine leichte Lebensmittelvergiftung eingefangen 🤙🏼. Perfektes Timing. Vor uns liegen noch drei Tage zu wandern und der härteste davon steht gleich zu Beginn an. Nach langem Überlegen entscheiden wir uns um 11 Uhr morgens, trotz suboptimalen Mägen aufzubrechen. Ab jetzt befinden wir uns auf einer Extraction Mission. Uns fehlt es an Energie und wenn wir stehen bleiben kotzt Fabienne fast. Also bleiben wir nicht viel stehen und laufen weiter bis wir das erste Camp erreichen. Hier bauen wir unser Zelt auf und legen uns fürs Erste lange in die Sonne, in der Hoffnung, so etwas Energie aufzuladen. Czytaj więcej

  • Huayhuash Tag 7

    20 września 2024, Peru ⋅ ☁️ 20 °C

    Für den nächsten Tag sind zwei Pässe geplant. Den ersten überstehen wir merklich geschwächt. Den zweiten wollen wir uns heute nicht antun. So bleibt uns einerseits die Option nicht weiter zu laufen und hier zu übernachten. Was jedoch bedeuten würde, dass uns noch zwei weitere Wandertage bevorstehen. Auf unserer Karte entdecken wir eine andere Option: eine Art Abkürzung. Damit verpassen wir aber wohl eines der schönsten Camps, könnten aber am nächsten Tag unseren Endpunkt erreichen. Wir entscheiden uns für diese Variante und steuern ein Camp an, das auf unserer Karte direkt an einem Bach verzeichnet ist.

    Müde erreichen wir das Camp. Der Bach liegt zwar nahe, aber etwa 100 Meter tiefer in der Schlucht. Wir kommen nicht ran und würden die Nacht ohne Wasser nicht gut überstehen. Uns bleibt nur die Option weiterziehen und einen anderen Ort zu finden. Und wir finden keinen. Irgendwann stehen wir todmüde vor einem tosenden Fluss. Um an unseren Endpunkt zu gelangen müssen wir den fast hüfttiefen Fluss durchqueren. Mithilfe der Schnüre die wir dabei haben wäre das zwar wahrscheinlich möglich, jedoch kompliziert und riskant. Scheisse.

    Irgendwann läuft ein Mann mit Pferd vorbei. Wir fragen verzweifelt wie wir am besten hier raus kommen. Das Pferd antwortet nicht. Der Mann aber meint es gäbe noch ein anderes Dorf von wo aus wir am nächsten Tag um 5 Uhr morgens einen Bus hätten, der uns hier raus fährt. Um den zu erwischen müssten wir heute noch dort hin. Noch einmal 11 km. Es ist schon 15 Uhr und um 18 Uhr geht die Sonne unter. 3h später und um eine Odyssee und einige Nervenzusammenbrüche reicher, treffen wir mit den letzten Sonnenstrahlen in Pacllón ein. Wir haben es geschafft. Was für ein Erlebnis <3
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