• Packeis und der König

    September 4, Arktischer Ozean ⋅ ☁️ 0 °C

    Wir besuchen die Insel Chermsideøya, nordwestlich von Nordaustland, etwa 14 bis 20 Quadratkilometer groß.
Das war der Plan.
    Doch was gibt es hier eigentlich zu sehen? Geoglyphen!
    Große Figuren und Symbole, die in die Landschaft eingearbeitet sind und sich oft erst aus der Luft richtig erkennen lassen. Auf Chermsideøya sind sie etwas kleiner und ganz anders, als man zunächst denkt: Worte, mit Steinen gelegt vor mehr als hundert Jahren.
    Doch dann kommt plötzlich alles anders. Unsere Eisbärenwächter entdecken drei Eisbären direkt an der Wasserkante. Sie sind mit einem Kadaver beschäftigt. Sofort ist die Insel vergessen. Geoglyphen interessieren gerade niemanden mehr.
    Auch wir sind völlig aufgeregt und vergessen das Frühstück. Die Zodiacs bringen uns natürlich mit ausreichend Sicherheitsabstand immer näher an dieses unglaubliche Schauspiel und mittendrin Sabine mit einem glückseligen Lächeln im Gesicht. Ihr Eisbärentraum ist gerade wahr geworden.
    Und während wir noch versuchen zu begreifen, was wir gerade erlebt haben, startet die Hanseatic schon zum nächsten Abenteuer direkt ins Packeis. Dank ihrer Eisklasse kann sich unser Schiff durch das lose Treibeis schieben. Eisschollen knirschen am Rumpf, brechen auseinander und treiben wieder zusammen. Robben liegen auf den Eisschollen und es sind viele Möven in der Luft. Was für ein Tag.
    Wir hören spannende Berichte von unserem Expeditionsleiter, der selbst zu Fuß in 50 Tagen über 800 km bis zum Nordpool gelaufen ist. Der Energieverbrauch lag pro Tag bei bis zu 12000 Kalorien. Unglaublich

    Unser nördlichster Punkt ist erreicht. Von hier sind es nur noch 931 km bis zum Nordpol!
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