Die vergessene Stadt El Mirador
January 1, 2024 in Guatemala
⛅ 28 °C
Heute haben wir von früh bis spät Zeit, die archäologische Stätte El Mirador zu besichtigen. Die Stimmung hier lässt an ein Weltuntergangsszenario erinnern. Eine einst riesige Stadt, die über tausende Jahre vom Dschungel zurück erobert wurde. Der größte Teil der einst glanzvollen Großtadt liegt versteckt unter der Erde und Wurzelwerk bahnt sich ihren Weg durch die riesigen Bauwerke.
Eine Stadt erbaut auf riesigen Fundamenten. Plattform für Plattform wächst die Stadt über die höchsten Bäume des Dschungels hinaus.
Was für ein unglaublicher Anblick muss sich den Maya-Führern von der Spitze ihrer mächtigen Pyramiden und Paläste geboten haben? Alle wichtigen Gebäude waren mit bis zu 6m hohen Straßen miteinander verbunden. Auch in der Stadt waren die Plätze und Straßen mit Kalkschichten verdichtet. Die gesamte Fläche erstrahlte in einem hellen Weiß im Kontrast zu den imposanten, dunkelrot verputzen Bauwerken, die das Stadtbild prägten.
Wir erkennen immer wieder tiefe Becken, die durch das Ausheben des Baumaterials für die Gebäude entstanden. Diese wurden wiederum verdichtet und bildeten die Wasserquelle im Stadtzentrum.
Bei genauerer Betrachtung erkennt man die dicke, weiße Mörtelschicht aus Kalk. Brandkalk wurde für alle Bauwerke, Straßen und Verzierungen der Stadt verwendet. Der verschwenderische Umgang mit dem wichtigem Baumaterial wurde den Maya aus El Mirador jedoch zum Verhängniss. Neben Kriegen mit dem benachbarten Völkern wie zum Beispiel Tikal, gilt die Abrodung des Waldes zur Herstellung von Brandkalk als einer der Hauptgründe für den Untergang der Stadt. Mangels Schatten verdampft das für die Trockenzeit gesammelte Wasser viel zu schnell. Kein Wasser heißt auch keine Mais- und keine Bohnenfelder. Das Ökosystem wurde durch stetig höher werdende Bauwerke und Überbevölkerung komplett überlastet. Die einst so mächtige und bedeutende Stadt El Mirador geht unter und wird für lange Zeit vergessen.
Wir erfahren viele weitere spannende Geschichten über die bisherigen Erkenntnisse der Archäolog*innen. Das Finale der interessanten Begehung bildet das Erklimmen der 72m hohen Pyramide La Danta. Sie gilt als die höchste Pyramide der Welt.
Schon auf halben Weg zu ihrer Spitze erkennen wir noch immer nicht, dass es sich hier um eine Pyramide handelt. Die Entdecker*innen der Stadt hielten die untypisch große Erhöhung im Dschungel zuerst für einen Vulkan. Es ist kaum zu glauben, welche Erdbewegungen ihre Erbauer ohne Maschinen und moderne Hilfsmittel vollbracht haben. Weiter oben öffnet sich der Blick auf einen riesengroßen Steinhaufen (wie wir die Pyramide nannten), der von den Archäologen freigelegt wurde.
Von La Dantas Spitze geniesen wir ein letztes Mal die Aussicht über die endlosen Weiten des Dschungels. Die Vorfreude auf den 2tägigen Rückweg hält sich dabei in Grenzen ;)Read more






















