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Lechtaler Höhenweg

A 7-day adventure by Bacon & Isabelle Read more
  • Trip start
    June 21, 2026

    Entspannte Anreise, morgen geht's los

    Jun 21–22 in Austria ⋅ ⛅ 21 °C

    Am Sonntag Nachmittag ging es für uns direkt vom Baumhaus-Vorbereitungswochenende los nach Österreich. Nach entspannten 6 Stunden erreichten wir immerhin bevor es dunkel war Häselgehr im Lechtal. Die Anreise kann so entspannt sein, wenn die deutsche Bahn nicht beteiligt ist 🤷‍♂️ (wir sprechen aus Erfahrung...)

    Wir sind gespannt, was uns auf dem Lechtaler Höhenweg erwartet. Vier Hüttenübernachtungen sollen es werden, wobei die meisten Hütten erst seit wenigen Tagen geöffnet haben. Ob das irgendwas über die Schnee- und Wegeverhältnisse aussagen soll werden wir schon herausfinden.

    Nach 36 Grad bei der Anreise (auch nicht so dramatisch, wenn man im klimatisierten Auto sitzt) freuen wir uns auf jeden Fall auf kühlere Luft in den Bergen 😊
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  • Hitze, Schnee und Murmeltiere

    June 22 in Austria ⋅ ☁️ 21 °C

    Da es leider erst um acht Frühstück gab mussten wir entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten genug Schlafen, vielleicht/ziemlich sicher kein schlechter Start.
    Vom Frühstück gestärkt ging es mit dem Bus das Lechtal hoch bis Lech und von dort mit der Rüfikopf-Bahn direkt auf Wanderhöhe.

    Um halb elf ging es auf die Strecke und die ersten zwei Stunden bis zur Stuttgarter Hütte waren gut zum Einwandern und bei Momos und Mango Lassi konnten Napel-Erinnerungen aufgefrischt werden. Danach wurd es allerdings anspruchsvoller: der Standardweg zur Leutkircher Hütte war wegen Erdrutschen gesperrt und nicht möglich, sodass wir zwischen einer noch alpineren Umgehung oder einem ordentlichen zusätzlichen Abstieg und Anstieg wählen mussten.
    Wir haben uns für die sichere, aber weitere Talvariante entschieden und auf der Zielhütte wurden wir auch bestätigt, dass der obere Weg vom Schnee noch nicht möglich gewesen wäre.
    Dafür hatten wir eine sehr lange Etappe und hatten im finalen 700hm Anstieg zur Hütte gefühltes Temperatur- und Kraftbedingtes Schneckentempo (naja, am Ende waren wir schneller als die Beschilderung - aber auch das Gefühl zählt).
    Kurz nach 18 Uhr erreichten wir die Leutkircher Hütte und konnten glücklicherweise direkt ins Abendessen einsteigen.
    Mit rund 25 Personen war die Hütte weniger als halb belegt und die Informationen zu den nächsten Tagen rar. Die einzigen, die von unserem nächsten Ziel, der Ansbacher Hütte kamen, hatten den Weg in zwei Tagen in 9+5 Stunden zurückgelegt und waren von beinahe-Absturz-Erfahrungen recht geprägt. Super Voraussetzungen 🤦‍♂️
    Für die übernächste Etappe wusste jemand zu berichten, dass eine Brücke durch Lawinen zerstört wurde und eine hässliche Talumgehung die Alternative ist. Mal schauen, wie es dann wirklich wird und wie viele Etappen wir planmäßig gehen können.🤷🏼‍♀️
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  • Alle Sorgen unbegründet: super Wandertag

    Jun 23–24 in Austria ⋅ ☁️ 19 °C

    Leutkircher Hütte über Kaiserjochhaus zur Ansbacher Hütte

    Die einzigen Informationen über den heutigen Weg waren von dem Paar, das ewig gebraucht hat und mehrere Überforderungs-Momente hatte.
    Daher sind wir bereits um 6:15 losgewandert und haben auf Empfehlung der beiden hin ein Wegstück umgangen, dennoch erreichten wir bereits nach flotten 2:20h das Kaiserjochhaus. An sich ohne technische Schwierigkeiten, nur auf abschüssigem Schotter setzte sich Fabian einmal auf den Hintern, was eine leichte Biegung eines Trekkingstocks zur Folge hatte. Am Kaiserjochhaus haben wir unser zweites Frühstück gegessen und versucht weitere Infos zum Wegezustand zu bekommen, die sich aber auf "ist halt nen schwarzer Weg" beschränkten.
    Also ging es mit Respekt und Zuversicht in den Weg zur Ansbacher Hütte und wir wurden mit einem anspruchsvollen Weg, der zugleich wunderschöne Aussichten in die Ferne und teilweise auch nach unten bereithielt.
    Akkurat durchnummerierte 20 Drahtseil-versicherte Stellen später erreichten wir nach etwas technisch einfachem Auswandern die Ansbacher Hütte um halb drei und hatten einen entspannten Nachmittag, bevor Käsespätzle und eine Runde Wizard den Abend rund machten.

    Im Hinterkopf war den Tag über noch die Herausforderung, dass wegen einer zerstörten Brücke der Folgetag nicht gehbar ist und es eine hässliche Talvariante braucht. Aber da konnte beim Abendessen der Hüttenwirt Entwarnung geben: vor zwei Tagen (!) ist eine neue Behelfsbrücke fertig geworden, sodass dem nächsten Tag nichts mehr im Wege steht
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  • Zur Memminger Hütte - eine Runde E5 Trubel

    Jun 24–25 in Austria ⋅ ☀️ 20 °C

    Ansbacher Hütte - Memminger Hütte

    In Erwartung eines heißen Tages sind wir wieder bereits kurz nach sechs morgens losgewandert und nach zwei schönen Stunden Gehzeit war dann unser Tagesziel um kurz nach acht an der Grießlscharte bereits zu sehen: zwischen uns und dem Etappenziel lag nur noch der Parseierbach, den es unpraktischerweise glatt 1000hm tiefer zu queren galt.
    Im Abstieg ging es den ersten Teil seilversichert, danach entlang von Schneefeldern über Schotter. Oder einfach im Sliding über die Schneefelder, wenn man ne Gruppe Holländer ist.
    Nach und nach kam das Tal näher und die Temperatur stieg an, unten im Tal hatte es 29 Grad als wir die seit wenigen Tagen stehende Brücke querten.
    Für den darauffolgenden Anstieg von rund 600 hm waren das somit temperaturmäßig echt keine Wohlfühlbedingungen, mit leichten Kopfschmerzen bei Fabian ist alles aber eher glimpflich gelaufen und wir waren gegen 13:20 Uhr mit die ersten an der Memminger Hütte.

    Da die Hütte am E5 liegt sind die 130 buchbaren Plätze dort alle ausgebucht, ein großer Kontrast zu den 15 Gästen auf der Ansbacher Hütte.
    Dennoch gab es Wanderer, die keinen Platz bekommen haben und sich für irre Doppeletappen entschieden haben...
    Insgesamt war in der Hütte (notwendigerweise) vieles auf Massenabfertigung ausgelegt - gut dass das morgen wieder anders ist.
    Fazit unserer Beobachtungsstudie auf der Hüttenterasse: bei dem heißen Wetter kommen alle ziemlich fertig an der Hütte an.

    Den entspannten Nachmittag und Abend verkürzten gute Gespräche mit unseren Höhenweg-Mitwanderern und für Fabian ein Abstecher auf den Hausberg Seekogel mit Matthias und Uwe - zwei von den genannten Mitwanderern der letzten Tage. Isa hatte eher das Bedürfnis nach wenig Menschen, wenig Höhenmetern und mehr Ruhe, was ein entspannter Spaziergang zum nahegelegenen See ganz wundervoll erfüllt hat. Ein weiterer sehr schöner Tag auf dem Lechtaler Höhenweg geht zu Ende und der Wecker ist auf 5 Uhr gestellt, um morgen dem großen Pulk zu enteilen, der sich auf den Weg zur Seescharte macht...
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  • Steinböcke! Alles andere auch schön

    Jun 25–26 in Austria ⋅ ☀️ 19 °C

    Heute ging's wieder früh los - weil die Bergschulen um 6 Uhr frühstücken, war unser erklärtes Ziel, vor dem Trubel die gemeinsame Strecke von E 5 und Lechtaler Höhenweg hinter uns zu bringen. Das frühe Aufstehen wurde belohnt: nach etwa einer halben Stunde haben wir eine richtig große Herde Steinböcke gesehen - definitiv Isas Highlight der ganzen Tour bis hierhin 😍 schneller sind wir dann geworden, als wir gecheckt haben, dass >27 Steinböcke und wir den gleichen Weg gehen wollen - das Erlebnis war wirklich atemberaubend schön.

    Der weitere Aufstieg zur Seescharte ging gut von der Hand und kurz vor der Scharte konnten wir dann auch eine 10 köpfige (und einfach ziemlich langsame) Bergschule überholen, so dass wir entspannt unser Tempo weitergehen konnten.
    Nach der Teilung der beiden Wege ging es über Geröllfelder und entlang von Hängen weiter in einen eher technisch anspruchsvolleren Abschnitt über zwei "Gipfel" und die entsprechenden Grate. Dabei überholten uns zwei junge Männer mit ungefähr doppeltem Tempo. Wir haben später erfahren, dass sie auf der Ansbacher Hütte arbeiten und gerade eine Freundschaftstour bei den Nachbarhütten machen.

    Unerwartet intensiv war dann der Abstieg zum Württemberger Haus: die Kombination von nicht-versichert runter-klettern und Geröll in allen Formen hat uns nochmal einiges an Konzentration und Nerven abverlangt.
    Aber: nach knapp 5 h Gehzeit sind wir um kurz nach 11 Uhr im (2025 renovierten und, weil nicht am E5, sehr ruhigen) Württemberger Haus angekommen und freuen uns über die letzten Tage (und Fabi auch über das wieder vorhandene Internet), leckeres Essen und Zeit zum schlafen und quatschen.
    Und dann wurden wir zum Abschluss des Tages nochmal mit Steinböcken belohnt, die wir direkt von der Hütte aus beobachten konnten: ein rundum gelungener Tag 😍

    Den Abstieg für morgen planen wir gleich noch, mal sehen welcher Weg uns morgen nach Gramais oder Madau führen wird...
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  • Durch die Bitterscharte & bergab zum Ziel Gramais

    June 26 in Austria ⋅ ☀️ 26 °C

    Württemberger Haus - Gramais

    Zur letzten Hüttenübernachtung haben wir uns richtig gegönnt und statt Früchtebrot die Halbpension des Württemberger Hauses genossen. Los ging es dadurch erst um viertel vor acht.

    Eine knappe Stunde hat der zum Glück schattige Aufstieg zur Bitterscharte (2525m) gedauert, dann ging es in die Schlüsselstelle der heutigen Route: auf der Nordseite ging es erst seilversichert herunter und danach durch sehr steiles loses Gestein. Hier hatte zum Glück Uwe, der die gleiche Route gewandert ist ein gutes Gespür für den besten Weg und so haben wir auch diesen Abschnitt gut gemeistert.

    Weiter ging es entlang des Bittersees bevor es in steilen Abstieg zum Talboden ging, der uns zu unserem Zielort Gramais führte. Gramais ist mit rund 40 Einwohnern (98% = alle bis auf eine/r katholisch) die kleinste eigenständige Gemeinde Österreichs und ein wirklich putziges mini-Dorf in dem wir mit Käsespätzle und Abkühlung im Dorfbach unseren erfolgreichen Tourabschluss feiern konnten. Mit 29 Grad im Schatten war es selbst auf 1300hm durchaus heiß, was wir heute aber sehr gut verkraftet haben.

    Zwei mal am Tag kommt in Gramais ein Bus ins Lechtal. der zweite Bus war gut passend für uns und so endete unsere Zeit in den Lechtaler Alpen, aber noch nicht der Urlaub insgesamt.
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  • Kempten: runder Abschluss und Fazit

    Jun 26–27 in Germany ⋅ ☀️ 34 °C

    Von Gramais ging's mit dem Bus schwuppdiwupp nach Häselgehr zurück und dann mit dem Auto aus den Alpen ins Allgäu.
    In Kempten hatten wir ein sehr zentrales kleines Zimmer gebucht und haben nach einer kalten Dusche eine kleine Stadterkundung mit Audioguide und Eis gemacht. Kempten hat richtig viel interessante Stadtgeschichte und schöne Plätze zu bieten - viel mehr, als wir gedacht hatten.
    Mit neuen gemeinsamen Erinnerungen im Gepäck ging's für uns dann am Samstag wieder ins heiße Halver.

    Fazit:
    Nachdem wir uns zwischendrin unsicher waren, ob überhaupt eine Etappe planmäßig funktionieren wird, hat es letztendlich ganz hervorragend geklappt und wir waren auf richtig gute Art herausgefordert.
    Wir nehmen richtig viele Eindrücke von der Schönheit und Schroffheit der Alpen mit und freuen uns, dass wir uns den Weg mit so vielen sympathischen Menschen geteilt haben.

    Jetzt geht's für uns erstmal zurück ins Abenteuer Alltag - aber das wird sicherlich nicht unser letzter Urlaub in den Alpen gewesen sein :)
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    Trip end
    June 27, 2026