• Gräbendorfer See

    19 Haziran, Almanya ⋅ ☁️ 32 °C

    Freitag, 10 Uhr morgens, 29 Grad ... Wir haben beschlossen, wie schon im letzten Jahr an den Gräbendorfer See zu fahren.

    Der See (Grabicański jazor) liegt nördlich von Altdöbern und südwestlich von Wüstenhain im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Die meisten Seen hier sind aus gefluteten Braunkohlentagebauen entstanden. Seine Flutung wurde 2007 abgeschlossen; heute ist er 457 Hektar groß. Zum Glück führen lange Wege durch den Wald. Hier weht ein leichter Wind, und es ist angenehm zu fahren. Ganz anders auf der Straße oder am Feldrand ...

    Es gibt Düfte, die Erinnerungen nicht nur hervorrufen, sondern längst vergangene Zeiten wieder lebendig werden lassen. Der Geruch eines Kiefernwaldes an einem heißen Sommertag gehört dazu. Wenn die Sonne die Stämme erwärmt und das Harz seinen würzigen Duft verströmt, tauchen Bilder auf, die irgendwo tief im Gedächtnis verborgen lagen: Ferientage, lange, staubige Wege zwischen den Bäumen, das Gefühl von Freiheit und die Gewissheit, dass noch alle Zeit der Welt vor einem liegt. Vielleicht liegt darin auch eine leise Melancholie. Die Kindheit und die Jugend sind längst vergangen, doch für einen flüchtigen Augenblick scheinen sie wieder ganz nah zu sein. So intensiv empfinde ich das nur hier in Brandenburg.

    Nach eineinhalb Stunden erreichen wir den See, suchen uns ein schönes Plätzchen unter den Bäumen und springen erst einmal zur Abkühlung ins Wasser. Herrlich.

    Als die ersten Gewitterwolken am Horizont auftauchen, beschließen wir, uns wieder auf den Heimweg zu machen. Unterwegs essen wir noch einen einfachen, aber teuren Eisbecher, und als wir zu Hause ankommen, hören wir bereits das Grollen des Donners. Aber wir haben Glück – die Gewitterzelle zieht zehn Kilometer nördlich von uns vorbei.

    Da der Regen ausbleibt, ist es immer noch heiß, und die erhoffte Abkühlung bleibt aus.

    Jetzt, da die Sonne untergegangen ist, wird es angenehmer. Allerdings gibt es dieses Jahr mehr Mücken als beim letzten Mal. Morgen steht Görlitz auf dem Programm.
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