Königssee - Obersee - Fischunkelalm
September 15 in Germany ⋅ ☀️ 22 °C
Natürlich weiß man, dass an strahlenden, warmen Spätsommertagen ein Ausflug zum Königssee zur Geduldsprobe werden kann – denn dann ist hier sprichwörtlich die Hölle los. Auf der anderen Seite ist es unglaublich schön, fast schon kitschig: Wenn das Laub sich langsam färbt und das klare Wasser in der Sonne funkelt, dann strömen die Massen zum Königssee.
Die Parkplätze in Schönau sind oft schon am Vormittag überfüllt, und an den Kassen der Königsseeschifffahrt bilden sich lange, zehrende Warteschlangen. Gut, dass wir ein Online-Ticket haben! ;-)
Die Entstehung des Königssees geht geologisch auf tektonische Grabenbrüche zurück; seine heutige charakteristische Form erhielt er jedoch in der letzten Eiszeit (Würmeiszeit) vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren. Ein gewaltiger Gletscher, der vom Hochplateau des Steinernen Meeres herabströmte, hobelte das bereits bestehende u-förmige Tal zwischen den Gebirgsmassiven rund 200 Meter tief aus. Als sich das Eis zurückzog, hinterließ der Gletscher beim heutigen Ort Schönau eine mächtige Endmoräne aus Kies und Geröll. Diese Barriere wirkte wie ein natürlicher Staudamm, der das Schmelzwasser blockierte und den fjordartigen See aufstaute. Manche Messungen beziffern die absolut tiefste Stelle auf bis zu 192 Meter. Besonders imposant ist, dass die Felswände an den Längsseiten fast senkrecht in den See abfallen.
Am anderen Ende des Sees angekommen, machen wir uns gleich weiter zum Obersee.
Seine heutige, isolierte Form verdankt der Obersee einer Naturkatastrophe im Mittelalter: Im Jahr 1172 kam es zu einem massiven Bergsturz. Gewaltige Felsmassen brachen aus den umliegenden Steilwänden (vermutlich aus der heutigen Röthwand) aus und stürzten ins Tal. Zusammen mit einer bereits vorhandenen eiszeitlichen Gletschermoräne bildeten diese herabstürzenden Felsmassen einen knapp einen Kilometer breiten Riegel mitten im ehemaligen Königssee.
Der schmale, ohnehin anspruchsvolle Ufersteig zur Fischunkelalm verwandelt sich an solchen Tagen in eine regelrechte Völkerwanderung mit Gegenverkehr. Das erfordert auf den glatten Felsen doppelte Vorsicht, da man ständig ausweichen, stoppen oder ungeduldige Wanderer vorbeilassen muss. Der Pfad über den Fels ist teils rutschig und glatt sowie mit Baumwurzeln durchsetzt. Er ist zwar durchgängig mit Drahtseilen gesichert, bietet jedoch bei Nässe oder ungeeignetem Schuhwerk (wie Sneaker oder Sandalen) ein gewisses Sturz- und Rutschrisiko – zumal hier in Stoßzeiten wirklich „zweispurig“ gegangen wird.
Auf der Fischunkelalm selbst herrscht fast Volksfeststimmung statt Alm-Idylle, und wer (wie wir) am Nachmittag die Heimreise antreten will, muss sich am Bootsanleger Salet erneut auf Wartezeiten einstellen. Aber es geht am Ende doch recht zügig, da die Boote jetzt im Minutentakt die Menschenmassen wieder zurück nach Schönau holen.
Das war ein wunderschöner Spätsommertag, den wir so gut es ging genutzt haben. Morgen Nachmittag ist schon wieder Regen angesagt.Read more





















Traveler
Wow, das sind viele Menschen.
Traveler
🤩