Rossfeld und Heilstollen
September 16 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C
Die Rossfeldstraße ist für mich eine der schönsten Ecken hier oben in Berchtesgaden. Man setzt sich einfach ins Auto, zahlt an der Mautstelle (für ein Auto sind es jetzt 9,50 Euro) und fährt über 1.100 Höhenmeter einfach mitten rein in die Alpen.
Wenn man die Südauffahrt nimmt, geht es streckenweise richtig steil hoch – da hat die Straße fast 24 Prozent Steigung.
Von hier aus hat man die vielen Berge im Salzburger Land direkt vor der Nase, man kann sogar bis zum fast 3.000 m hohen Dachstein in der Steiermark sehen. Aber auch das Panorama der Berchtesgadener Berge hin zum Steinernen Meer, Lattengebirge und Untersberg ist imposant.
Oben angekommen ist man auf gut 1.570 Metern und steht im Grunde mit einem Bein in Bayern und mit dem anderen in Österreich.
Hinter dem Asphalt steckt natürlich auch ein riesiges Stück Geschichte. Geplant und begonnen wurde der Bau der Panoramastraße schon zwischen 1937 und 1940 als großes Finale der Deutschen Alpenstraße. Nach kriegsbedingten Unterbrechungen wurde sie in den 1950er-Jahren fertiggestellt und begeistert seither nicht nur Touristen, sondern zog wegen ihrer Kinokulisse auch schon etliche Film- und Fernsehproduktionen an. Das Highlight auf der Liste ist Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989). Wenn Indy und Elsa im Film mit dem Auto von Venedig in Richtung „Schloss Brunwald“ nach Österreich fahren, um Indys Vater zu befreien, kurven sie in Wirklichkeit über die Rossfeld-Panoramastraße.
Den Nachmittag verbringen wir ganz entspannt im Heilstollen des Salzbergwerks Berchtesgaden – im Grunde genommen eine völlig andere Welt. Man setzt sich draußen in die Grubenbahn, fährt ein paar Minuten tief in den Berg hinein und lässt den gesamten Alltag, den Lärm und vor allem den Feinstaub und die Pollen komplett hinter sich.
Etwa 150 Meter tief im Inneren des Berges bricht der Handyempfang ab, und es herrscht eine unglaubliche Stille.
Das Prinzip nennt sich Speläotherapie – also Höhlentherapie. In Berchtesgaden kommt aber die Besonderheit des Steinsalzes hinzu, die den Stollen zum einzigen staatlich anerkannten Salzheilstollen in Deutschland macht. Das Besondere an dem Ort ist das Mikroklima. Es ist völlig egal, ob draußen gerade Sommerhitze herrscht oder ein Schneesturm tobt: Im Stollen hat es konstant 12 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von etwa 85 Prozent. Die Luft ist so sauber wie im Hochgebirge oder am Meer, weil die dicken Fels- und Salzschichten absolut alles filtern. Es gibt keine Pollen, keinen Ruß und keine Allergene. Dazu kommt, dass die Luft ganz fein mit winzigen Salzpartikeln gesättigt ist. Wenn man diese Aerosole einatmet, wirken sie wie ein natürliches Desinfektionsmittel auf die Schleimhäute.
Wir erleben hier über eine Stunde Klangschalen-Therapie. Man packt sich wegen der kühlen Temperaturen in dicke Decken, bekommt sogar eine Wärmflasche, legt sich auf eine der Liegen und macht dann eine Stunde einfach gar nichts. Sozusagen betreutes Schlafen. Wer anfängt zu schnarchen, wird durch sanftes Rütteln am Kopfkissen wieder geweckt (so wie ich 😅) ...Aber es ist sehr entspannend ...Read more






























Traveler
Ja…. und dann kam der Regen
TravelerUnd "Schloss Brunwald" ist eigentlich Schloss Bürresheim in Rheinland-Pfalz nicht weit von Koblenz, falls du eine weitere Location von Indy 3 besuchen willst. 😉
Traveler👍🏻🤗