• Uta Vogel
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Kaukasus-Rundreise

Seit drei Wochen möchten wir drei uns bisher gänzlich unbekannt Länder bereisen. Aserbaidschan 🇦🇿, Armenien 🇦🇲 und Georgien 🇬🇪 . Czytaj więcej
  • Nochmals Eindrücke des modernen Baku

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ☀️ 27 °C

    Baku ist durch Öl- und Gasvorkommen zu Reichtum gekommen und hat dadurch auch eine ganz moderne Seite: Hochhäuser, vielfältige Formen und schicke Fahrzeuge. Besonders beeindruckt hat mich das berühmte Heydar-Aliyev-Zentrum in Baku, entworfen von Zaha Hadid.

    Die Architektur ist ein Musterbeispiel des Neo-Futurismus: Das Gebäude besteht fast ausschließlich aus fließenden, geschwungenen Linien und verzichtet bewusst auf rechte Winkel und eine klassische Fassadengliederung. Die weiße Außenhaut scheint sich wie eine Welle aus dem Boden zu erheben, über das Gebäude zu fließen und wieder in den Platz überzugehen.

    Auch im Inneren setzt sich dieses Prinzip fort: Wände, Decken, Treppen und Böden gehen ineinander über, sodass der Eindruck einer einzigen, kontinuierlich fließenden Landschaft entsteht. Die große weiße Oberfläche lässt das Gebäude besonders stark mit Licht und Schatten spielen.
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  • Im Atashgah-Feuertempel des Zoroastrismus

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ☀️ 27 °C

    Der Atashgah-Feuertempel gehört zu den ungewöhnlichsten historischen Sehenswürdigkeiten rund um Baku. Er liegt in Suraxanı auf der Abşeron-Halbinsel, etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, in einer Landschaft, die durch Erdöl- und Erdgasvorkommen geprägt ist. Gerade diese natürlichen Gasquellen sind der Grund für die jahrhundertelang brennenden Flammen, die der Region den Beinamen „Land des Feuers“ eingebracht haben.

    Der Name Atashgah kommt aus dem Persischen und bedeutet sinngemäß „Ort des Feuers“. Schon in der Antike war die Gegend ein Zentrum des Zoroastrismus, jener alten persischen Religion, in der das Feuer eine besondere religiöse Bedeutung besitzt. Vermutlich gab es hier bereits wesentlich früher Feuerheiligtümer. Die heute erhaltene Anlage stammt allerdings überwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Sie entstand zu einer Zeit, als vor allem Händler und Pilger aus Indien nach Baku kamen. Der Tempel wurde insbesondere von Hindus und Sikhs, aber auch im Zusammenhang mit zoroastrischen Traditionen genutzt.

    Architektonisch erinnert die Anlage an eine kleine Karawanserei: Ein fünfeckiger Mauerring umschließt einen Innenhof, an dessen Seiten sich insgesamt 24 Räume und Zellen befinden. Dort konnten Pilger und religiöse Asketen übernachten. Im Zentrum steht der eigentliche Feuertempel mit seinem charakteristischen, von vier Säulen getragenen Aufbau. In der Anlage finden sich zudem zahlreiche Inschriften in indischen Sprachen sowie auf Persisch, die von den Pilgern und ihrer religiösen Tradition zeugen.

    Das eigentlich Faszinierende ist jedoch die Verbindung von Religion und Geologie. Unter der Erde der Abşeron-Halbinsel befinden sich große Erdgasvorkommen. Durch natürliche Risse konnte Gas an die Oberfläche gelangen und sich entzünden. Für die Menschen früherer Zeiten musste ein Feuer, das scheinbar ohne Brennstoff aus der Erde kam und nicht erlosch, etwas Übernatürliches sein. So wurde aus einem geologischen Phänomen ein heiliger Ort. Heute weiß man, dass Methangas die Flammen speiste. Die natürlichen Flammen am Tempel erloschen im 20. Jahrhundert infolge der intensiven Öl- und Gasförderung; das Feuer, das man heute im Tempel sieht, wird daher künstlich mit Gas gespeist.

    Mit dem Aufstieg der modernen Erdölindustrie in Baku verlor der Tempel seine religiöse Bedeutung. 1883 wurde er als aktiver Kultort aufgegeben. Seit 1975 ist Atashgah ein Museum; 2007 wurde die Anlage zum staatlichen historischen und architektonischen Reservat erklärt. Seit 1998 steht sie außerdem auf der UNESCO-Tentativliste für mögliche Welterbestätten, ist also bislang nicht als UNESCO-Welterbe eingeschrieben.

    Besonders lohnend ist der Besuch, nachdem man Atashgah mit dem etwa 30 Kilometer entfernten Yanardag, dem „Brennenden Berg“, kombiniert.
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  • Yanardag, der „Brennenden Berg“

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ☀️ 27 °C

    Am Nachmittag sind wir mit Shura und einem Fahrzeug mit Fahrer unterwegs, und die erste Station ist Yanardag, der „Brennende Berg“, ein Symbol für das „Land des Feuers“. Er liegt im Dorf Mammadli auf der Abşeron-Halbinsel, rund 27 Kilometer vom Zentrum Bakus entfernt. An einem Hang brennt hier eine Flammenwand, die durch natürlich aus dem Untergrund austretendes Erdgas gespeist wird. Das Gas gelangt über Risse und Spalten im Gestein an die Oberfläche und entzündet sich dort. Dadurch kann das Feuer auch bei Wind und Regen weiterbrennen.

    Solche Feuer waren bereits seit der Antike in dieser Region bekannt. Die Abşeron-Halbinsel war reich an Erdöl und Erdgas, und an zahlreichen Stellen traten natürliche Flammen aus dem Boden aus. Für die Menschen früherer Zeiten musste ein Feuer, das scheinbar von selbst aus der Erde kam und nicht erlosch, etwas Übernatürliches gewesen sein. Deshalb wurden solche Feuerstellen mit dem Zoroastrismus und der Feuerverehrung in Verbindung gebracht. Yanardag gilt ebenso wie der nahe gelegene Feuertempel Atashgah als Zeugnis dieser besonderen Kulturgeschichte.

    Auch historische Reisende berichteten von den brennenden Landschaften rund um Baku. Der venezianische Reisende Marco Polo beschrieb im 13. Jahrhundert die außergewöhnlichen Feuer in der Region. Allerdings sollte man die häufig zu lesende Aussage, Yanardag brenne „seit Tausenden von Jahren ununterbrochen“, etwas vorsichtig betrachten: Die offiziellen Darstellungen sprechen von einem seit der Antike bekannten natürlichen Feuer, während sich die genaue ununterbrochene Dauer naturgemäß nicht exakt nachweisen lässt.

    Yanardag ist Teil des staatlichen historischen, kulturellen und natürlichen Reservats Yanardag, das eine Fläche von rund 64,55 Hektar umfasst. Dazu gehören unter anderem eine Höhle, alte Gräberfelder, Schwefelquellen, das aktive Schlammvulkan-Gebiet Girmaki, das Girmaki-Tal und weitere Natur- und Kulturdenkmäler.

    Inzwischen kostet der Spaß 15 AZN Eintritt, umgerechnet also rund 7,50 € pro Person. Das ist schon ein sehr teurer Spaß, und hätten wir den Eintritt nicht inkludiert, hätten wir ihn uns wahrscheinlich erspart. Einheimische zahlen übrigens nur 2 AZN. Das ist auch richtig so, denn sie verdienen im Schnitt 1000 AZN, und eine kleine 75 m² große Wohnung in Baku kostet inzwischen schon 750 AZN.
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  • Mittagessen bei „Schwiegermutter“

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ⛅ 27 °C

    Unsere nette Reiseleiterin Shura lädt uns in ihr Lieblingsrestaurant ein, das übersetzt „Bei Schwiegermutter“ heißt. Sie bestellt so schnell, dass wir praktisch gar nichts verstehen. Es gibt ein typisches Mus aus Auberginen und einen ganz leckeren Tomatensalat, dazu unterschiedlich gefülltes Fladenbrot und ein frisch gebackenes Stück Brot. Sieht gar nicht nach viel aus, macht aber total satt.

    Dazu gibt’s für mich Saft aus einer speziellen Frucht, die im Süden wächst und bei uns eher nicht bekannt ist, und zum Dessert schwarzen, starken, ungesüßten Tee mit hausgemachten Milch-Zucker-Bonbons. Beides lässt man gemeinsam im Mund langsam zergehen. Tee wird – egal, ob schwarz oder grün – hier übrigens den ganzen Tag von allen getrunken.
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  • Spaziergang durch die Altstadt von Baku

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ⛅ 26 °C

    Ein Rundgang durch die Icheri Sheher, die historische, von einer mächtigen Stadtmauer umgebene Altstadt Bakus, lohnt sich auf jeden Fall. Sie gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe und wirkt mit ihren engen Gassen, sandfarbenen Häusern, kleinen Innenhöfen und historischen Bauwerken wie eine eigene Stadt innerhalb des modernen Baku.

    Wir kommen vorbei am Jungfrauenturm (Qız Qalası), dem Wahrzeichen der Altstadt. Von dort führt der Weg durch verwinkelte Gassen zum Palast der Schirwanschahs, einem der wichtigsten mittelalterlichen Bauwerke Aserbaidschans. Unterwegs entdeckt man Moscheen, Karawansereien, historische Wohnhäuser und kleine Geschäfte. Besonders schön ist es, sich einfach treiben zu lassen und auch einmal abseits der Hauptwege in die schmalen Gassen abzubiegen.

    Die Altstadt erinnert zugleich an die große Bedeutung Bakus als Handelsplatz an den historischen Handelsrouten zwischen Orient und Okzident. Händler und Reisende aus Persien, dem Kaukasus, Zentralasien und anderen Regionen machten hier Station. Davon zeugen die alten Karawansereien, in denen Händler einst ihre Waren lagerten und übernachteten. Heute befinden sich dort teilweise Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte.
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  • Das moderne Baku

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ⛅ 25 °C

    Heute Morgen werden wir um 10:00 Uhr im Hotel abgeholt und gehen zusammen mit unserer sympathischen Reiseleiterin Shura auf Erkundungstour durch Baku. Zunächst fahren wir mit dem Bus hoch auf den Aussichtspunkt, der uns einen Blick auf das Kaspische Meer ermöglicht. Leider ist die Aussicht heute etwas eingetrübt.

    Wir steigen bei den Flame Towers aus. Die drei riesigen Glaswolkenkratzer sind Flammen nachempfunden und prägen Bakus Skyline. Genial ist die Beleuchtung bei Nacht – entweder in lodernden Flammen oder in den Landesfarben.

    Gleich nebenan durchschreiten wir die Martyrs’ Lane, einen der bedeutendsten Gedenkorte Bakus. Die auf einer Anhöhe über der Stadt und mit Blick auf das Kaspische Meer gelegene Gedenkstätte erinnert vor allem an die Menschen, die während des sogenannten „Schwarzen Januars“ am 20. Januar 1990 ums Leben kamen. In der Nacht vom 19. auf den 20. Januar rückten sowjetische Truppen mit Panzern und schwerem Gerät in Baku ein, um die wachsende Unabhängigkeitsbewegung niederzuschlagen. Nach Angaben der aserbaidschanischen Regierung wurden dabei 147 Zivilisten getötet und Hunderte verletzt.

    Für die Aserbaidschaner ist dieser Ort deshalb nicht nur ein Friedhof, sondern ein Symbol für Trauer, nationale Würde und den Kampf um die Unabhängigkeit. Die Opfer des Schwarzen Januars wurden hier beigesetzt; später kamen auch Gefallene des Ersten Bergkarabach-Krieges hinzu. Ein besonders eindrucksvolles Element ist die Ewige Flamme, die an die Toten erinnert. Jedes Jahr am 20. Januar, dem Nationalen Trauertag, kommen Tausende Menschen hierher, um Blumen niederzulegen und der Verstorbenen zu gedenken.

    Von hier oben bietet sich uns ein herrlicher Blick über die Küste und auf die größte Flagge des Landes neben der Eurovision-Song-Contest-Halle, dem Baku Crystal Park, der innerhalb eines Jahres nach dem Sieg Aserbaidschans für die Austragung des Eurovision Song Contest 2012 gebaut wurde. Wenn wir nach links schauen, eröffnet sich uns der Blick auf die neue „Weiße Stadt“. Die Stadt von Baku war früher ganz schwarz gefärbt aufgrund der vielen Ölfelder. Das soll sich ändern, daher entsteht ein komplett neuer Stadtteil, der die „Weiße Stadt“ genannt wird.

    Das Baku Eye ist dem London Eye nachempfunden. Das moderne Glasgebäude rechts ist äußerlich fertiggestellt, aber innen noch nicht ausgebaut. Baku zeigt sich uns sehr modern und blitzsauber (auf illegale Müllentsorgung stehen sehr hohe Strafen).
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  • Willkommen in Aserbaidschan

    2 września, Azerbejdżan ⋅ ☁️ 21 °C

    Aserbaidschan ist ein faszinierendes Land zwischen Europa und Asien, am Kaspischen Meer gelegen und geprägt von einer Mischung aus persischer, türkischer, russischer und sowjetischer Geschichte.

    🇦🇿 1. Lage und Größe

    Aserbaidschan liegt im Südlichen Kaukasus zwischen Russland, Georgien, Armenien und Iran. Im Osten grenzt es an das Kaspische Meer. Das Land ist mit rund 86.600 km² etwas größer als Österreich.

    Ein geografischer Sonderfall ist die Exklave Nachitschewan, die vom übrigen Aserbaidschan durch Armenien getrennt ist.

    🏛️ 2. Baku – Hauptstadt und Zentrum

    Baku ist mit Abstand die wichtigste Stadt des Landes. Die Stadt wirkt wie eine Mischung aus Orient, ehemaliger Sowjetunion und moderner Golfmetropole.

    Besonders sehenswert sind:

    * die mittelalterliche Altstadt İçərişəhər
    * der Jungfrauenturm
    * der Palast der Schirwanschahs
    * die Flame Towers
    * die futuristische Heydar-Aliyev-Center-Architektur
    * die Uferpromenade am Kaspischen Meer

    Baku ist außerdem ungewöhnlich reich geworden durch Erdöl und Erdgas.

    🛢️ 3. Das Land des Erdöls

    Aserbaidschan gehört zu den historischen Zentren der Erdölförderung. Bereits im 19. Jahrhundert wurde rund um Baku intensiv Öl gefördert.

    Die Ölindustrie hat das Land bis heute stark geprägt. Aserbaidschan ist außerdem ein wichtiger Lieferant von Erdgas für Europa.

    🕌 4. Muslimisch, aber vergleichsweise säkular

    Die große Mehrheit der Bevölkerung ist muslimisch, überwiegend schiitisch. Trotzdem ist Aserbaidschan ein ausgesprochen säkularer Staat.

    Das merkt man im Alltag: Alkohol ist problemlos erhältlich, Frauen tragen überwiegend westliche Kleidung, und religiöse Vorschriften bestimmen das öffentliche Leben deutlich weniger als beispielsweise im Iran.

    Historisch interessant ist auch, dass Aserbaidschan 1918 die erste säkulare demokratische Republik in der muslimischen Welt gründete – allerdings bestand sie nur bis 1920.

    🔥 5. Das Land des Feuers

    Der Name Aserbaidschan wird häufig mit dem persischen Begriff für „Land des Feuers“ in Verbindung gebracht. Ursache sind die natürlichen Erdgasvorkommen, die an manchen Stellen seit Jahrhunderten brennende Flammen hervorriefen.

    Besonders bekannt ist Yanar Dağ, der „brennende Berg“ bei Baku.

    🏺 6. Eine sehr alte Kultur

    Aserbaidschan besitzt eine bemerkenswerte archäologische Geschichte. Im Gobustan-Nationalpark finden sich tausende Jahre alte Felszeichnungen, die Menschen, Tiere, Jagdszenen und Rituale darstellen.

    Auch der Ateshgah-Feuertempel bei Baku erzählt von der religiösen Geschichte der Region und ihren Feuerkulten.

    🍵 7. Tee gehört zum Alltag

    Aserbaidschaner trinken ausgesprochen viel schwarzen Tee – meist aus kleinen Gläsern, den sogenannten armudu, die wie eine Birne geformt sind.

    Gastfreundschaft hat einen hohen Stellenwert. Wer privat eingeladen wird, bekommt normalerweise reichlich zu essen und zu trinken angeboten. Ein mehrfaches Ablehnen kann durchaus als unhöflich empfunden werden.

    🍇 8. Wein und Küche

    Aserbaidschan hat eine lange Weintradition, die bis in die Antike zurückreicht. Besonders interessant sind Regionen wie Şamaxı, Qəbələ und Şəki.

    Die Küche ist eine Mischung aus kaukasischen, persischen und türkischen Einflüssen. Typisch sind etwa:

    * Plov – Reisgerichte mit unterschiedlichen Beilagen
    * Dolma
    * Kebab
    * Qutab – dünne gefüllte Teigfladen
    * verschiedene Auberginen-, Kräuter- und Gemüsegerichte

    ⛰️ 9. Unglaubliche Landschaftsvielfalt

    Was viele unterschätzen: Aserbaidschan ist landschaftlich sehr abwechslungsreich.

    Vom Kaspischen Meer geht es über trockene Halbwüsten bis in den Großen Kaukasus mit hohen Bergen. Das Land besitzt außerdem eine ungewöhnlich große Zahl verschiedener Klimazonen.

    Besonders schön sind die Regionen um Quba, Qusar, Şəki, Qəbələ und Lahıc.

    ⚠️ 10. Der politische Hintergrund

    Hier sollte man etwas genauer hinschauen. Aserbaidschan wird seit 2003 von Ilham Əliyev regiert, nachdem sein Vater Heydar Əliyev Präsident gewesen war. Das politische System ist stark präsidentiell; internationale Menschenrechtsorganisationen kritisieren Einschränkungen von Opposition, Medien und Zivilgesellschaft.

    Ein zentraler Konflikt der jüngeren Geschichte ist Bergkarabach. Der jahrzehntelange Konflikt mit Armenien führte zu mehreren Kriegen. Aserbaidschan erlangte 2023 die vollständige Kontrolle über das Gebiet. Seitdem ist das Verhältnis zu Armenien weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Außenpolitik.

    🇦🇿 11. Was Aserbaidschaner über ihr Land denken

    Ein wichtiger Punkt für Gespräche: Karabach ist ein sehr emotionales Thema. Für viele Aserbaidschaner gehört das Gebiet eindeutig zu ihrem Heimatland. Wenn du mit Menschen darüber sprichst, solltest du deshalb vorsichtig und offen formulieren.

    Gleichzeitig sind viele Menschen ausgesprochen stolz auf ihre nationale Identität, ihre Unabhängigkeit und die Entwicklung Bakus.

    💰 12. Währung und Alltag

    Die Währung ist der Aserbaidschanische Manat (AZN). Baku ist deutlich moderner und teilweise teurer als viele andere Regionen des Landes. Außerhalb der Hauptstadt kann das Preisniveau erheblich niedriger sein.

    Die Landessprache ist Aserbaidschanisch, eine Turksprache, die dem Türkischen relativ ähnlich ist. Russisch ist aufgrund der sowjetischen Vergangenheit ebenfalls noch weit verbreitet; Englisch wird vor allem von jüngeren Menschen und im Tourismus gesprochen.
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  • Flug nach Baku

    1 września, Azerbejdżan ⋅ ⛅ 22 °C

    Wir möchten uns auf eine etwas exotische Reise in eine uns bisher unbekannte Region begeben, bei der wir sicherlich auch einmal unsere Komfortzone verlassen werden müssen. Wir sind sehr gespannt, was uns die drei Länder am Kaukasus, an der Grenze zwischen Europa und Asien, zu bieten haben, und freuen uns schon sehr darauf.

    Wir nehmen gegen Mittag den Zug ab Baden-Baden und sind mehr als rechtzeitig in Frankfurt am Fernbahnhof. Ich bin ein wenig orientierungslos und habe mich an der Anzeige verguckt, sodass wir einige unnötige Kilometer zwischen Terminal A und B zurücklegen, bis wir endlich am Gate ankommen. Der Flug verläuft ganz ruhig, und wir bekommen sogar einen kleinen Snack und zweimal Getränke, womit wir eigentlich gar nicht gerechnet hatten. Umso schöner, wenn man positiv überrascht wird.

    Am beeindruckenden Flughafen in Baku werden wir schon mit einem Namensschild erwartet und ganz herzlich von unserem Fahrer begrüßt, der uns durch die ruhige Nacht in die Stadt zu unserem Hotel bringt. Im Hotel möchten wir noch etwas trinken, doch der Nachtportier meint, es wäre doch viel günstiger, wenn wir im gegenüberliegenden Supermarkt einkaufen würden. Ich glaube, wir sehen doch etwas unterbemittelt aus. Aber wir folgen seinem Tipp und trinken den Willkommenstrunk auf unserem Zimmer, das sich nach unserer Rückkehr erst einmal nicht öffnen lässt. Es ist 1:00 Uhr in der Nacht, doch der Hausmeister ist in zwei Minuten zur Stelle und schließt uns die Tür auf. Das nenne ich mal Service.
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    2 września 2026