• Riga

    April 27 in Latvia ⋅ ☀️ 6 °C

    Als ich das erste Mal in Stockholm war, hatte ich das Gefühl, dass das die eigentliche Hauptstadt Skandinaviens sei. Ähnlich geht es mir mit Riga in Bezug auf das Baltikum: Alles ist etwas größer als in Vilnius, alles ist etwas bunter und dynamischer als in Tallinn. Ich mag die Stadt.
    Und neben üblichen Sightseeingprogramm (Petrikirche, Kathedrale, Schwarzhäupterhaus, Burg...) gefiel mir am besten der zentrale Markt auf dem Gelände einer ehemaligen Zeppelinfabrik (gleich neben dem Ghetto aus der NS-Zeit). Hier ist das Sortiment auf die ehemaligen Fabrikhallen verteilt: eine Halle für Fleisch und Fisch, eine für Milch und Backwaren und eine für Sonstiges. Gemüse gab es außen.
    Und dann gibt es natürlich die lettische Nationalbibliothek, deren Geschichte

    Ofeljia erzählt, die Bedienung, in dem Café, in dem ich gerade schreibe.
    Zum Einhören https://youtu.be/v8tJCv8hwb0?is=nhA-HyiKRGDQYWO3

    An jedem öffentlichen Gebäude flattern übrigens immer zwei Fahnen: die lettische und die ukrainische.
    Und am Abend: Absacker in einer sehr versteckten Hinterhofbrauerei "Labietis" (Auf Wiedersehen) bei dunklem Bier (9 7 %) und geräuchertem Hirschfleisch. Dort sah ich einen Mann, der trug eine Uniformjacke mit am Ärmel aufgenähten lettischen und einer ukrainischen Flaggen. Was hatte das wohl zu bedeuten?

    Was heute noch fehlt und was ich morgen nachreiche, ist die wunderbare Architektur der Wende ins 20. Jahrhundert.
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