• Sigulda - Herz des lettischen Tourismus

    April 29 in Latvia ⋅ ☁️ 6 °C

    Sigulda kennt man in Deutschland eigentlich nur vom Hackl Schorsch, der auf der hiesigen Rodelbahn oft triumphierte und wohl auch trainierte. Das schaue ich mir morgen an, wenn mich Jannis auf dem Rad durch Sigulda führt.
    Wie alt Jannis ist, weiß ich noch nicht. Was ich allerdings weiß, ist, dass er einen Sohn hat, der sich für Vögel interessiert und drei Töchter, die alle in der Welt verstreut sind.
    Und das Wichtigste: Jannis ist Morser und er versteht die Welt nicht, die nicht kapieren will, dass im Zeitalter permanter Überwachung das Morsen die einzige Form der Fernkommunikation ist, die nicht überwacht werden kann. Jannis will mir Kontakte herstellen für meine weitere Reise, mit anderen Morsern. Ich bin gespannt.
    Jetzt bin ich auf Burg Turaida, etwas oberhalb von Sigulda. Sie erinnert mit ein bisschen an Trakai in Litauen, nur etwas kleiner: sehr mächtig, viele Ziegeln, sehr viel Rekonstruktion, aber auch einige nette Ausstellungen, wo tatsächlich Fundstücke präsentiert und eingeordnet werden. Beispielsweise über die Liven, daher auch Livland, die aus der finnougrischen Siedlungslinie stammen und dann brutal christianisiert wurden. Und so wurde hier an der Stelle der hölzernen Livenburg die steinerne des Ritterordens errichtet.
    Schön ist die kleine Holzkirche, wohl die älteste in Lettland. Interessant ist die Tafel mit den Namen der Männer aus dem Umland, die ihr Leben im Unabhängigkeitskrieg 1918 bis 1920 verloren.
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