• Jurmala und der Jazz

    April 28 in Latvia ⋅ 🌬 6 °C

    Am Nachmittag gab es dann Jurmala. Das, was wie eine mittelgroße Oase im großen Erg klingt, ist für Riga das, was Rimini für Rom oder die Marinas für Lucca und Pisa oder die unzähligen Hyttasiedlungen für Oslo und Stockholm sind: Außenposten der gepflegten Freizeitgestaltung. Hier, an einem unendlich langen und gerade menschenleeren Sandstrand, lebt man in dem bescheidenen Häuschen - Thomas Mann würde das genauso formulieren - am Wochenende oder lädt zum Nationalfeiertag (4. Mai) Freunde ein.
    Viele der lettischen Hütten switchen in Jurmala deutlich ins villenartige. Fast jede unter Beobachtung eines Sicherheitsdienstes. Hier gibt man sich äußerlich bescheiden und genießt angenehmen Luxus.
    Am Abend war ich noch auf einen Jazzkonzert. Gilad Hekselman, ein hoch angesehener moderner israelischer Jazzgitarrist aus der New Yorker Szene, spielte ein bisschen im Stil von Pat Metheny in einem Club, auf demselben aufgegebenen Industriegelände, wo ich gestern auch die Brauerei fand. Ein wunderbarer Abend.
    Ich bin übrigens jetzt stolzer Besitzer eines Heizlüfters.
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