• Jannis hatte den Kontakt eingefädelt und jetzt waren Jüri und seine Tochter Marie meine Führer durchs Universitätsviertel von Tartu. Ich hatte den Eindruck, dass Marie als Aufpasserin für Jüri dabei war, die immer dann korrigierend eingriff, wenn ihr Vater allzu konservative Positionen vertrat.
    Sie zeigten mir das alte Hauptgebäude und die Ruine der alten. Kathedrale, von der in einem Teil heutzutage die Unibibliothek untergebracht ist. Dort erklommen wir heldenhaft den Turm und ich fand - mit wackelnden Beinen - alles großartig.
    Sie zeigten mir Statuen und Inschriften, die sich auf deutsche Wissenschaftler bezogen, von denen ich noch nie etwas gehört hatte. Ich erfuhr, dass sich die Esten mehr als Skandinavier als als Balten sehen, und wir besuchten das Observatorium.
    Dort erfuhr ich von der bahnbrechenden Zusammenarbeit zwischen dem estnischen Astromom Friedrich Georg Wilhelm Struve und Joseph von Fraunhofer, die die Astronomie des beginnenden 19. Jahrhunderts auf eine höhere Stufe brachten.
    Ich erfuhr auch, dass Jüri dort 1990 mit seinen Freunden und ausreichend Alkohol die estnische Fahne bewachten, die dort gehisst worden war. Die Leiter zum Aufstieg gibt es immer noch.
    Und schließlich muss noch erwähnt werden, dass auch Tag der Burschenschaften war, mit vielen Gästen aus Deutschland.
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