• Oulu - europäische Kulturhauptstadt

    May 25–27 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C

    Meinem täglichen Impuls folgend, suchte ich in Oulu erst einmal ein Café und fand angenehmerweise eines am Kunstmuseum. Dem Ort angemessen, setzte ich mir meine Künstlerbrille (Ersatzbrille) auf, gönnte mir einen Kaffee, einen Plunder und ein Glas Wasser und schaute mir zwei Fashion-Art-Ausstellungen an. Die eine zeigte nur Werke von japanischen Künstlern; die andere angeblich Kleidung der Zukunft, wobei es durchaus Überschneidungen gab. Täglich tragbar erschien mir keines der Objekte. Besonders beeindruckten mich die "wareble sculpures".

    Die geplante Stadterkundung habe ich auf morgen verschoben, darauf hoffend, dass der Dauerregen etwas aussetzt. Weil er angekündigt wurde, sitze ich auch gerade in einer Ferienwohnung und bringe meine Ausrüstung in Ordnung: Die Waschmaschine läuft schon. Das Geschirr ist ordentlich abgewaschen; der Rest kommt später.

    Oulo ist eigentlich eine typische finnische Kleinstadt mit einer zurückhaltenden Ästhetik und wurde Kulturhauptstadt, weil Finnland im Turnus dran war und sich daneben nur noch Tampere und Savonlinna, ein eher romantisches Städtchen mit einem angeblich international bekannten Opernfestival, beworben hatten. Womit sich dann Oulo gegen die anderen beiden hat durchsetzen können, weiß ich beim besten Willen nicht.

    Ich schaute mir zwei Ausstellungen an. Über die Fashion Art schrieb ich ja schon. Die Fotoausstellung zum Thema "Play", eine internationale Gemeinschaftsproduktion, gefiel mir gut, weil sie sehr vielseitig war.

    Die Klanginstallation im Dom war gut, aber, genau genommen, nicht besonders innovativ. Berührend fand ich ein Projekt von einem ukrainischen Künstler, der die Deckel von Munitionskisten mit Ikonen bemalte, als Verbindung von Leben und Tod.

    Viel mehr werde ich in diesem Zusammenhang nicht mehr erleben, weil es Montag ist und vieles - trotz Kulturhauptstadt - nicht geöffnet hat und ganz viel noch nicht angelaufen ist. Ganz allgemein habe ich den Eindruck, dass das mit der Kulturhauptstadt sehr entspannt gehandhabt wird.
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