• Muonio, Finnland und die Schweiz

    May 29 in Finland ⋅ ☁️ 10 °C

    Es ist tatsächlich eine Sachertorte, die vor mir steht, und ich esse sie deutlich jenseits des Polarkreises in einem Schweizer Café in Muonio, das es schon seit 2012 hier gibt. Die Dame am Thresen heißt Lisa und hat eindeutig deutsche Sprachwurzeln. Sie lebt seit 12 Jahren in Finnland und könnte nicht mehr zurück nach Deutschland. Alles zu eng, zu laut, zu schnell, zu viele Menschen.
    Alles hier wirkt irgendwie angenehm skurril: Selbst produzierte Schokolade wird ebenso angeboten wie die unterschiedlichsten Variationen von Kaffee und Trinkschokolade. Es gibt auch Ovomaltine und Ricola. Selbst die Einrichtung hat etwas Almhüttenartiges. Und der Bäcker kommt auch aus der Schweiz.
    Ich plauderte gerade mit einem Schweizer Guide, der in der Schweiz lebt, hier aber Gruppen betreut und eine Freundin in Lahti hat. Er erklärte mir, dass mein Eindruck, dass alles auf den Startschuss für die Sommersaison warte, falsch sei. Vieles würde geschlossen bleiben, weil der Winter die Hauptsaison sei, mit Hundeschlitten- und Schneescooterfahrten, für die es viele markierte Schneisen gibt, Eisbaden und natürlich Polarlicht-Exkursionen. Was vielleicht auch dafür spricht, ist, dass viele Landstraßen streckenweise durchgehend beleuchtet sind. (Jetzt natürlich nicht. Da ist es nie richtig dunkel.)

    Im Sommer gebe es, erklärte er weiter, eigentlich hauptsächlich individualtourismus. Daher ist der Flugplatz in Kittilä nur im Winter ausgelastet. Direktflüge gibt es dann von München, Berlin, Düsseldorf und Frankfurt. Versuche, systematisch Sommertourismus zu etablieren, seien alle gescheitert.
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