• Erster Reisetag in den Süden

    June 11 in Norway ⋅ ☁️ 12 °C

    Wahrscheinlich machte ich jetzt vieles richtig: Weil das Wetter wieder umschlug und es seit gestern Abend recht zuverlässig regnet, beschloss ich, die nächsten Tage als Reisetage zu nutzen, zumal die Entfernungen, die vor mir liegen schon sehr groß sind: Über 800 km bis Trondheim, über 1300 km bis Oslo. Die nächsten Ziele sind vielleicht Bodö oder Mo i Rana. Mal schauen.

    Gestern war ich noch in Narvik, von dem ich schon eine recht unromantische Vorstellung hatte und die nochmal getoppt wurde.
    Es ist eben so wie in Finnland: Der zweite Weltkrieg hat tiefe Spuren hinterlassen, besonders in Narvik, und der Wiederaufbau war dann eher pragmatisch-funktional. So finden wir jetzt eine Stadt vor, die weiter vom Schienenverkehr aus dem schwedischen Erzabbaugebiet in Kiruna und vielen Verwaltungsgebäuden geprägt ist.

    Weil es gestern Abend und heute Vormittag weiterregnete, reiste ich über viele Brücken und noch viel mehr enge Tunnels weiter nach Süden. Ich wollte dann einen kleinen Haken nach Glomfjord machen, das ich jetzt aber noch nicht erreichte, weil ich an einem wunderschönen Rastplatz am Kykkelvatnet hängengeblieben bin.

    Am aufregendsten für mich war heute die Tankstellensuche: 70 km bevor der Tank leer war, meldete das System, dass ich mich auf die Suche begeben sollte. Auf dieser Strecke waren angeblich zwei Tankstellen. Die eine hatte aber schon seit Jahren geschlossen, die andere keinen Diesel und ich nur noch fünf Kilometer Reichweite. Gerettet wurde ich von einer netten Supermarktverkäuferin, die sich noch an eine versteckte Tanksäule erinnerte.
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