• Södertälje

    June 28 in Sweden ⋅ ☁️ 24 °C

    Manchmal weiß man wirklich nicht, wofür eine unerwartete Entwicklung wirklich gut ist. Daher schildere ich mal das Zwischenergebnis: Den zweiten Stockholm-Tag strich ich und fuhr weiter schätzungsweise an den westlichen Rand des Speckgürtels von Stockholm, dessen verborgene Reize ich mir später noch anschauen werde.

    Das Spannende ist, dass ich auf einem zu einem Wohnschiff umgebauten Fischkutter übernachte. Dabei ist besonderes ein Umstand aus der alten Zeit erhalten geblieben: Es ist fast alles wahnsinnig eng - außer den Außenanlagen. Daher bin ich mir auch nicht sicher, wie gut ich heute Nacht schlafen werde. Ob das Bett 80 cm breit ist? Da bin ich mir nicht sicher.

    Betrieben wird das ganze von einem Pärchen, das etwa so alt ist wie ich und deren Lebensaufgabe es wohl war, dieses Schiff herzurichten. Vieles wirkt liebevoll restauriert. Die Rollenverteilung der beiden ist recht einfach: Er löst Kreuzworträtsel oder liest. Sie macht den Rest.

    Erstaunlich ist, wie viele Gäste auf dem Schiff übernachten. Ich komme auf sieben, verteilt auf sechs Kajüten, wo immer die auch verteilt sind. Die Atmosphäre ist angenehm entspannt: Es herrscht ein Kommen und Gehen und jeder nimmt sich gerne etwas Zeit für eine kurze Plauderei.

    Von der "Veranda" aus sieht man an einem Seitenarm des Mälarsees eine Art von Industriehafen, in dem sich - je nach Bedarf - zwei Hebebrücken heben oder senken. Man hört das Surren einer Lüftungsanlage und das permanente Geschrei der Möwen. Ab und zu fährt ein Frachtschiff, häufiger ein kleines Motorboot vorbei.

    Zu den verborgenen Reizen: dazu gehören wohl der kleine Hafen, ein paar alte und große Hotels und Villen auf der Seeseite und eine sehr große Fußgängerzone mit vielen Imbisse und Restaurants: libanesische wie thailändische, Döner wie Sushi, Italiener wie Griechen.
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