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Grand Tour in den Norden

Petualangan 96-sehari oleh Autonom unterwegs Baca selengkapnya
  • Roskilde - die alte Hauptstadt Dänemarks

    5 Juli, Denmark ⋅ 🌬 17 °C

    Ich bin einmal ganz ehrlich: Das mit der Hauptstadt ist seit etwa 600 Jahren vorbei und viel ist davon auch nicht mehr sichtbar. Immerhin gibt es den Dom, der, als das jetzige Gebäude errichtet wurde, der erste gotische Kirchenbau in Nordeuropa war und seitdem als Grablege für das dänische Königshaus dient. Es sollen dort etwa 1000 Personen bestattet sein, davon 40 Königinnen und Könige. Jetzt kann mich eine noch so große Ansammlung von Sarkophagen nicht sonderlich begeistern. So war mein Besuch im Dom von Roskilde relativ kurz.

    Deutlich länger war ich in Wikingerschiffsmuseum. Der Grundstein dafür sind die Reste von fünf Wikingerschiffen, die im Hafen von Roskilde Anfang der sechziger Jahre gefunden, gesichert und bis jetzt in einem Museum präsentiert werden, das mich nicht mit Animationen erschlägt. Er war interessant und im Außenbereich wurden einem diverse Handwerkstechniken präsentiert, die alle dazu dienen ein neues Wikingerschiff mit alten Techniken zu bauen. Davon gibt es schon viele. Auf ihnen können interessierte Besucher durch den Hafen rudern oder segeln.
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  • Aarhus - eintauchen in die Welt der Kultur

    5 Juli, Denmark ⋅ 🌬 18 °C

    Ich weiß beim besten Willen nicht, wann ich das letzte Mal ein solches Gewusel an Menschen unterschiedlichsten Alters in einem Kunstmuseum erlebte. Und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich einen an sich schon langen dreistündigen Museumsbesuch freiwillig um eine Stunde verlängerte. Dass ich eine Stadt völlig falsch einschätze, kenne ich ja schon von Riga, Tallinn oder Trondheim.

    Und das alles widerfährt mir gerade in Aarhus, was keine nette kleine Provinzstadt ist, wie es sie in Dänemark so viele gibt. Aarhus ist als zweitgrößte Stadt Dänemarks ein pulsierende Zentrum der Wirtschaft und Kultur. Es ist mit knapp 400 000 Einwohner zwar kleiner als Göteborg, wirkt aber viel urbaner und dynamischer als dieses.

    Und auf eine Kultureinrichtung ist man besonders stolz, auf das ARoS, das Aarhus Kunstmuseum, das ich hauptsächlich besuchte, um mir eine Installation anzuschauen: "As Seen Below" von James Turrell. Das, was ich da sah, lässt sich leider technisch nicht andeutungsweise mit einer Smartphonekamera erfassen, weil diese die Farben völlig verfälscht. Daher eine kurze Beschrebung: Ich saß am Rande einer eher flachen Kuppel. In der Mitte ein "Auge" wie beim Pantheon. Was passiert bei der Vorführung? Das Auge öffnet sich und die Kuppel und das Auge nehmen unterschiedliche Farben an. Oft harmonisiert das, genauso oft gibt es scharfe Kontraste wie zwischen einem kräftigen Grün und einem Neonrosa. Die Akustik. Anstrengend, weil jeder Laut in der Kuppel als Echo verstärkt wird und das verleitet Zuschauer oft dazu, damit zu spielen. Dieser Lärm zerschneidet die an sich meditativen binauralen Beats. Das Ganze dauert fast eine halbe Stunde.
    Dagegen hat es das Regenbogenpanorama auf dem Dach schon schwer. Aber das alles machte Lust auf Mehr. So besuchte ich noch Ausstellungen wie "Bevölkerung", "Körper im Punk" oder dem Werk des dänischen Künstlers Svend Wiig Hansen.
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  • Brejning

    6 Juli, Denmark ⋅ 🌧 16 °C

    Was wieder einmal wie eine südostchinesische Provinzhauptstadt klingt, ist ein kleiner dänischer Ort an der Ostküste Jütlands, wo es eine paar Landhäuser, eine kleine Apartmentanlage, ein Restaurant, ein großes Internat im Feriemodus und einen mittelgroßen Bootshafen gibt. Dieser, ein kleiner Stellplatz und das dazu gehörende Clubhaus, das den Charme eines Selbstversorgerhauses hat, gehören dem hiesigen Bootclub.
    Und hier werde ich noch zwei Nächte bleiben und meine Reise ganz gemütlich ausplätschern lassen. Zwei Tage auf dem Campingplatz in Romø habe ich gestrichen. Danach gibt es noch eine Woche Ferienhaus in Schleswig-Holstein, damit ich wieder in der Zivilisation ankomme.
    Warum lasse ich es gerade hier ausplätschern? Es liegt tatsächlich am Wetter, den günstigen Umständen und der Atmosphäre.
    Das Wetter: heftiger Wind, kaum Sonne und viel Regen.
    Und die Umstände? Ich kann hier für wenig Geld den Sanitärbereich, die Küche, einen Gemeinschaftsraum sowie den Strom- und Wasseranschluss nutzen. Besonders der Gemeinschaftsraum ist bei diesem Wetter sehr angenehm. Wäsche wusch ich schon gestern. Das ist Luxus pur. Außerdem ist hier kaum jemand auf dem Stellplatz.
    Und die Atmosphäre? Was ich beobachtete, ist, dass das hier ein Projekt ist, in dem sich viele Menschen ehrenamtlich engagieren. Man trifft sich - vornehmlich Rentner mit unterschiedlichstem beruflichen Hintergrund - am Morgen zum gemeinsamen Frühstück, singt ein Lied und geht dann gemeinsam an die Arbeit. Dabei werden die Anlage sowie Schiffe in Ordnung gehalten und an der Zukunft gearbeitet. Momentan will man ein Bootslager errichten, weil der Hafen zu klein wird. Nicht ganz glücklich bin ich über den Plan, das alte Clubhaus abzureißen und ein neues schöneres hinzustellen. Aber man weiß ja nicht, was daraus wird.
    Es gibt also keinen triftigen Grund, dass ich dieses heimliche Paradies gegen einen Campingplatz auf einer überlaufenen Nordseeinsel tausche.
    Daher wird dies wohl der letzte große Beitrag von dieser Reise sein, wenngleich er bestimmt noch erweitert wird.
    Für das große Fazit werde erst mit einem gewissen Abstand ausholen. Noch verschwimmen Raum und Zeit in meiner Erinnerung:
    Mich drängt ja nichts; ich habe ja Zeit.
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  • Fazit

    19 Juli, Jerman ⋅ ⛅ 22 °C

    Es sind jetzt einige Wochen vergangen, seit ich von der wohl längsten Reise meines Lebens zurückgekehrt bin, und hatte Zeit, darüber zu erzählen und darüber nachzudenken.
    Es war eine großartige Zeit, die ich tatsächlich jeden Tag genossen habe, auch wenn die Natur mir dies nicht immer leichtgemacht hat. Oft öffnete ich am Morgen die Tür meines Caddys und dachte mir, dass der folgende Tag wohl langweilige werden werde, doch nie wurde er es, weil es einfach zu viel zu erleben, zu erfahren und zu bestaunen gab.
    Was mich etwas ernüchterte, war mein Aufenthalt in Norwegen. Es mag sein, dass meine Erinnerungen an meine Aufenthalte vor 40 Jahren vieles etwas verklärt hatten und auch die Jahreszeit, in der ich in Norwegen war, um den Mittsommer herum, ein extremes Bild des Tourismus zeigte, aber insgesamt war es nicht mehr das Norwegen, nach dem ich mich gesehnt hatte. Mich berührten im Norden Norwegens immer noch die unvergleichlich schöne Landschaft, mit ihren wunderbaren alpin anmutenden Bergen und tiefen Fjorden und mit einigen abgelegenen Gegenden der Ruhe und Klarheit. So viel konzentrierte Naturschönheit gibt es wohl nur selten in Europa. Doch das wusste nicht nur ich, sondern auch ein Heer von Wohnmobilbesitzern, die nicht nur auf den Lofoten das Land oft bis in den hintersten Winkel eroberten.
    Norwegen ist ein Land geworden, das einerseits diese Art des Tourismus hervorragend organisiert, andererseits massiv gegen die Auswüchse des Jedermannrechts kämpft und konsequent an Straßen und Wegen Camping jeder Art verbietet und auch verbieten muss. Obwohl ich bei schönstem Wetter dort war, empfand ich Norwegen menschlich vergleichsweise kalt.
    Viel mehr Skandinavien erlebte ich in Finnland, das nun gar nicht mit den extremen Naturschönheiten punkten kann, wo ich aber viel Ruhe an großen Seen oder hochoben ein Meer von Baumwipfeln erleben durfte und wo im Norden, wie ich erfuhr, der Sommertourismus eher unbedeutend ist. Hier erlebte ich auch die Menschen offener und zugänglicher als in Norwegen.
    Nach Estland werde ich wohl bald wieder reisen, weil es mich mit seiner landschaftlichen und kulturellen Vielfalt sehr beeindruckte. Außerdem ist das System der offiziell ausgewiesenen Übernachtungsplätze an besonders schönen Stellen genial. Über die Schönheit von Tallinn brauche ich hier nicht mehr schreiben; darüber ließ ich mich ja schon ausführlich aus.
    Was ist noch zu erwähnen? Längere Zeit alleine ohne einen genauen Plan und ohne Komfort zu reisen, ist mein Ding. Es erzeugt bei mir ein Gefühl, das ich inzwischen liebe: Ich fühle mich fremd. Wenn ich so reise, fühle ich mich weder den Wohnmobilisten, den Hurtigroutlern, den Radlern oder den Hotelreisenden zugehörig. Ich bin mit dem Caddy klein, normal und unauffällig und werde meist nicht gesehen, egal, wo ich stehe. Was das Leben doch etwas ungemütlich macht, ist die Suche nach geeigneten Stellen, wo ich das Smartphone oder die Powerbanks aufladen und meine hygienischen Bedürfnisse befriedigen kann. Das sollte sich in Zukunft lösen lasse.
    Wunderbar waren auch all die vielen Menschen, die ich kennen lernen durfte. Ich denke da besonders an Jannis aus Sigulda, Jöri und seine Tochter aus Tartu, Jarri und Sarri aus Finnland sowie Denis und Sylvie aus Frankreich, die mir halfen oder mit denen ich ein paar schöne Tage verbringen konnte. Der Dank geht an euch alle und auch an die vielen, die meine Reise mit einem kurzen Tratsch oder mit einem gemeinsamen Abendessen bereichterten.
    Nach der Reise ist vor der Reise. Im Grunde flitzen mir schon wieder tausend Ideen durch den Kopf, wohin ich in Zukunft reisen könnte. Kirgistan oder Usbekistan würden mich reizen. Das dürfte aber mit dem Caddy schwierig werden, auch wenn ich inzwischen ein Dachzelt habe.
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    Akhir trip
    19 Juli 2026