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  • Day 11

    Souvenirs u. Heimkehr

    February 2, 2023 in Tanzania

    Nach gutem Schlaf, aber immer noch etwas flauem Gefühl im Magen, verlasse ich mein Appartement über den hübschen Innenhof des Hotels bei sehr warmer, hochsommerlicher Atmosphäre und dem Bewusstsein, dass in Leipzig Winter mit kalt-nassen Temperaturen ist und strebe dem leckeren Frühstücksbuffett mit herrlich duftendem Kaffee, frischem Toastbrot und einer wunderbaren Auswahl saftig-süßer Früchte zu. Flau gestimmter Magen, aber ordentlicher Appetit, das fordert zur Genesung den zügelnden Verstand. Also Toast mit etwas antibiotischem Honig, etwas Ananas und Banane und wenigstens eine Tasse Kaffee. :) Nach diesem gezügelten Genuss, galt es, mein Gepäck wieder in Flugreise fähigen Zustand zu bringen und im Hotel-Tresorraum abzugeben, um bis zur vereinbarten Abholung zum Flughafen um 14 Uhr noch die Umgebung des Hotels auf der Suche nach ein paar Souvenirs und noch ein paar Eindrücken zu durchstreifen. Mir der Situation bewusst, dass es hier nicht gerade vor Touristen wimmelt und es manche sehr verständliche Begehrlichkeit in Richtung westlicher Touristen gibt, versuchte ich mittels Sonnenbrille Augenkontakte zu vermeiden und mich eher zielstrebigen Schrittes als schlendernd durch die Straßen und über den Markt zu bewegen, was gut gelang. Schließlich sprach mich dann ein freundlicher, älterer Mann auf Englisch an und der Smalltalk erstreckte sich dann schnell über Religion, Politik, Klimawandel und der Empfehlung zu einem kleinen Kaufhaus, zu welchem er mich unbedingt begleiten wollte. Offensichtlich erwartete er für diese freundliche "Dienstleistung" eine monitäre Erwiderung, was ich allerdings geflissentlich überging. Der Souvenirladen voll afrikanischer Kunst zu moderaten Preisen war aber einladend und füllte mir eine mittelgroße Tasche mit hübschen Mitbringseln. Mein Verlassen dieses Ladens mit verräterischem Beutel ließ mich nun nicht mehr unbehelligt durch die Stadt streifen, sondern mir haftete nun quasi wie magnetisch vieläugige Aufmerksamkeit an und sofort wurden mir mehrfach auf der Straße zu meinen Füßen Leinwandzeichnungen ausgerollt, kleine Schnitzereien und Armbänder dargeboten, welche mir zum Freundschaftspreis überlassen würden und der Ernährung der armen Familie des Verkäufers und Linderung der erkrankten Frau dienen würden. Das brachte mir noch 2 Leinwandbilder ein, deren Preis ich von 25 auf 10 Dollar senkte, um dann schleunigst wieder in die abgeschirmte Ruhe des Hotels einzutauchen. Pünktlich um 14 Uhr erschien der Fahrer und es ging in einstündiger Fahrt von Arusha zum Flughafen mit noch mal eindrücklichen Bildern vom Straßenrand, welcher Fokus für geselliges Verweilen und Handel aller Art von Produkten ist. Pflanzen für den Garten, Snacks, Obst und Gemüse, Zuckerrohr, Kleidung, Türen, Tore, Zäune, Betten, Sitzmöbel, Särge, Brennholz usw., alles so in verschiedenster Weise in den Staub am Straßenrand gestellt, wo es zum Teil auch direkt produziert wird. Am frühen Nachmittag waren dann auch viele Kinder in Schuluniform auf dem Heimweg zu sehen. Unterwegs viele kleine Herden von Ziegen und Rindern in Begleitung ihrer Hirten, flächig ausgedehnt eine Vielzahl von in unterschiedlichster Qualität und Größe entstehender oder völlig unfertig verharrender Gebäude, tief eingeschnittene und zumeist trockene Flußbetten und aufragende Säulen der Termiten in der freien Landschaft oder auch in den Gärten. Auf der Straße auffällig viele Polizeikontrollen und zur Geschwindigkeitsbegrenzung häufige Asphaltwellen. Kleinere Straßenbauarbeiten wurden stets ohne Maschinen, sondern durch einen in der Glut der Sonne Spitzhacke schwingenden Straßenarbeiter verrichtet. Am Flughafen dann dem Fahrer 10 Dollar Trinkgeld gegeben, mir ist in der ganzen Zeit nicht recht klar geworden, wer eigentlich wie und für was entlohnt wird, zumindest scheinen Trinkgelder überall und fast generell ein wesentlicher Bestandteil der Entlohnung zu sein. Das Einchecken ging zügig, wobei das beständige und mehrfache Ausziehen der Schuhe etwas nervt. Bei einer nächsten Flugreise werde ich am Flughafen dann wahrscheinlich in Schlappen wechseln. Etwas speziell war, dass das Flugzeug eine halbe Stunde vorfristig startete und ich es erst gar nicht für meinen Flug gehalten hatte. Im Prinzip bestand dann auch freie Platzwahl, da das Flugzeug nicht mal zu einem Viertel ausgelastet war. In Addis Ababa einfliegend bei gerade untergegangener Sonne breitete sich die Stadt als breites Lichtermeer aus. Entspanntes Warten im sommerlich sehr warmen Addis auf den dann bis auf den letzten Platz gefüllten Flug nach Frankfurt. Über dem Mittelmeer leuchteten plötzlich die Signale zum Anschnallen und der Pilot egründete diese Sicherheitsmaßnahme dann mit dem Durchfliegen einer Gewitterfront. Entsprechend interessantes Wetterleuchten war dann auch in den Wolken zu beobachten. Ankunft dann im winterlich nass-kalten Frankfurt. Erfreulich, dass mein Gepäck vollständig vorhanden war. Am Gleis des Fernbahnhofes wartend, war dann auch der ICE richtig angezeigt, welcher mich zum Hauptbahnhof bringen sollte, allerdings mit etwas Verspätung angesagt. Er kam, ich stieg ein und schon ging's los. Verwunderlich, dass als nächster Halt im Waggon Limburg und nicht Frankfurt Hauptbahnhof angezeigt wurde. Die Nachfrage bei der freundlichen Schaffnerin ergab dann, dass wegen Baustellen und Verspätungen kurzfristig die Abfahrtgleise getauscht worden waren und ich nun im falschen Zug und in völlig falscher Richtung unterwegs war. Super! Am Durchgangsbahnhof Limburg ging mir bei schläfrig, frühmorgendlich, regnerischer Stimmung durch den Kopf, dass ich dort nicht länger verweilen würde. Der ab Februar als bis Frankfurt-Hbf. ausgeschilderte Zug endete dann überraschend aber schon in Frankfurt-Flughafen und es wurde zum Aussteigen gebeten, wohl wegen Bauarbeiten. Zum Glück war meine Fahrkarte eine flexible, ohne Zugbindung, die wohl einzig sinnvolle Variante bei der enormen Flexibilität des Fahrplans der DB heutzutage. So konnte ich ohne weitere Kosten umbuchen und saß eine Stunde später bequem in der mir gegönnten 1. Klasse in einer Direktverbindung nach Leipzig in einem Hochgeschwindigkeitszug, welcher trotz mehrfacher Haltepunkte nur 3 1/2 Stunden brauchte. In Knauthain angekommen, war es wieder mein großer Sohn, der mich mit Auto abholte und auf den Heckmann-Hof brachte, wo es bei einer heißen Tasse Kaffee ein erstes, angeregtes Berichten gab nach dieser außergewöhnlichen und ganz wunderbaren Reise. Und nun bin ich wieder zu Hause, reich beschenkt mit Eindrücken und Erfahrungen, dankbar allen lieben Menschen, welche mich unterstützten und bereit für neue, schöne Abenteuer! :)Read more