• Von Mestia nach Kutaisi

    Sep 8–9 in Georgia ⋅ 🌬 22 °C

    Manche Tage verlaufen anders als geplant, aber von Anfang an: Nach einer ruhigen Nacht auf dem Marktplatz in Mestia verließen wir bei sonnigem Wetter den großen Kaukasus. Die Strecke kannten wir, hatten aber dennoch viele neue Eindrücke, weil wir nun alles von der anderen Seite aus sahen.
    In Dschwari begann für uns eine neue Strecke. Als erstes wollten wir die Schwefelquellen in Nokalakevi besichtigen. Stellenweise hatten wir das Gefühl, im Nirgendwo verloren zu sein. Eine schmale und kurvige Straße, stellenweise mit ordentlichen Schlaglöchern, und kaum Ortschaften, führte uns zu unserem Ziel. Dementsprechend langsam kamen wir voran. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit pendelte sich bei 34 km/h ein.
    Bei den Schwefelquellen angekommen, stellten wir unser Mausmobil ab und gingen das kurze Stück zum Fluss hinab. Es sah schon fantastisch aus, welches Gebilde das heiße Schwefelwasser mittlerweile erschaffen hatte. Ein Bad in den Schwefelquellen reizte uns allerdings nicht, denn über Nacht hätten wir hier nicht stehen bleiben dürfen und uns nur für ein kurzes Bad umzuziehen, hatten wir keine Lust. So fuhren wir nach kurzem Aufenthalt weiter zur Burgruine in Nokalakevi. Besonders viel steht hier nicht mehr. Vor allen Dingen fanden wir es schade, dass die erklärenden Schrifttafeln leer waren, so dass wir keine Information hatten, wofür die einzelne Ruine stand. Auch der im Reiseführer groß angepriesene unterirdische Tunnel zum Fluss erwies sich als einfaches Treppenhaus. So blieben wir auch hier nicht lange. Da wir im geplanten Übernachtungsort Senaki keinen Stellplatz für die Nacht in unseren Unterlagen gefunden hatten, entschieden wir uns kurzerhand, nach Kutaisi zu fahren. Für diese an und für sich kurze Strecke brauchten wir allerdings länger als gedacht, denn auf der Straße laufende Kühe, Schweine, Pferde und Ziegen bremsten unser Vorankommen deutlich.
    In Kutaisi erlebten wir anscheinend den Feierabendverkehr. Mit vielen Verzögerungen erreichten wir aber schlussendlich das Parkhotel. Auf der hinter dem Hotel liegenden Wiese können wir die Nacht für umgerechnet zehn Euro verbringen. Da das Hotel kein Abendessen anbietet, ließen wir uns in der Stadt in einem Restaurant lecker bekochen. Auch hier waren wir wieder schockiert, wie laut die Musik bei Feiern in Georgien gespielt wird. Im Gebäude neben dem Restaurant fand gerade eine Hochzeitsfeier statt. Den Gästen dort müssen die Ohren geklingelt haben.
    Und so endete für uns ein längerer Fahrtag, den wir ursprünglich nicht so eingeplant hatten.
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