Übrige Tage BA, Geldwechsel, Taschendieb
December 15, 2023 in Argentina ⋅ ☀️ 37 °C
Irgendwie war es immer etwas das Gleiche während der Schulzeit um Spanisch zu verbessern, schon fast Routine in den zwei Wochen.
Mein Stadtrucksack zeigt wieder Schwäche bei den Reissverschlüssen, plötzlich geht mal einer auf.. Habe aber wohlweislich von zuhause Riemen mitgenommen, um dem Problem zu begegnen. Ich gehe an einem Tag mal schauen deswegen, einen Rucksack habe ich dann doch nicht gekauft, hier kommen alle auch aus China, meiner hat die Hälfte gekostet, passt sonst - nur der eine Reissverschluss macht Sorgen.
Was mich auch immer umtreibt, ist Geldwechsel - für die nördliche Tour wollte ich mich noch versorgen, habe ich auch gemacht, doch ich habe mich da wie ein Anfänger benommen. Zwar nach den Kursen gefragt, doch ich bin dann an einen Taschendieb geraten, habe mich ausnehmen lassen wie die Weihnachtsgans! Der Mann war sehr nett und wir haben uns gut unterhalten. Er hat mir nicht den Preis geboten, welchen ich wollte - aber niemand hat mir das geboten, einen Tag vorher habe ich noch fast 10% mehr erhalten … Na ja, ich ging dann mit ihm in eine der Wechselstuben, habe da mein Geld herausgekramt. De- ich nichtsahnend, dass r Kurs war nicht so wie ich wollte, ich stecke mein Geld provisorisch in mein iPad und dieses in den Rucksack, wir gehen hinaus, Er weiss im Untergeschoss noch eine Wechselstube, gehen hinunter mal ein kurzes Gedrängel, er immer an meiner Rucksackseite. Doch da unten gibt es dann angeblich einen schlechten Kurs, wir gehen nach oben und verabschieden uns … - ich nicht ahnend, dass er mir die 150 USD abgenommen hat. Ich frage noch etwas, doch die Wechselstube wo ich mit dem Dieb zuerst war, bietet dien besten Kurs. Gehe dahin und merke da, dass mein Geld fehlt. Habe aber zum Glück noch weiteres mit. Es ärgert mich natürlich, aber ich war schon zu nachlässig, das war eine Offerte, Reissverschluss auf, kramen könnt ich nicht merken, weg waren meine drei Fufziger ... - Moralisch war es ja auch nicht gerade ein Aussteller und meine Planung einmal mehr beeinträchtigt. Gönne mir dann zum Trotz ein gutes Nachtessen und Packe mein Zeug noch etwas um. Den Ärger vergesse ich rasch, kann es doch nicht ändern, lehrt mich aber Massnahmen zu ergreifen …
Sprachschulen empfinde ich als langweilig. Hier macht mir die grösste Schwierigkeit die Umstellung von Tu (Du) auf vos (von vous, französisch, eine Art von alter Höflichkeitsform. . Ausserdem habe ich viel Mühe mit verstehen, muss immer umdenken, weil die Wörter mit ll und y mit „sch“ gesprochen werden, Das macht mein Verstehen noch langsamer als es schon ist, bei mir altem Sack. Sagen was ich will, nachhaken und so geht gut, doch häufig habe ich noch das Problem, dass mir die Bezeichnungen/Worte für diverses tägliches Gut fehlen. Meist dann eher hiesige Spezialitäten. Und wenn sie dann noch schnell reden, verstehe ich ja immer noch Bahnhof! Aber es gibt auch viele, welche merken und langsam reden, vor allem, wenn ich die Worte nicht kenne … - schon nicht so einfach.
Der Lehrstoff ist auch halt eher immer an Diplomen ausgerichtet, nicht auf Alltägliches und für Reisende. Statt einfache Beispiele sind Übungen da - dann gibt es wieder noch x verwirrende Ausnahmen.
Mir fehlt auch etwas die Übersicht zu Zeitformen (weiss ja nicht einmal mehr die Fremdwortbezeichnungen der Zeitformen auf deutsch ). Bei den Übungen, vor allem beim frei erzählen habe ich dann immer Mühe in der vorgegebenen Zeitform zu bleiben, was Korrekturen nach sich zieht - pffff …
Was die Lehrerin an Abwechslung mit Spielen oder Musik gut reinbringt, sind dann die Übungen im Heft halt eher langweilig. Bei Ausnahmen versagen wir drei sowieso meist alle.
Wir haben auch jemanden mit einer lateinischen Sprache in der Gruppe, welche leider sehr langatmig ist, nicht weiter kommt, wenn man sich ausdrücken sollte. Man übt sich in Geduld.
So bin ich denn am letzten Tag der Schule echt froh, dass ich weiter kann.
Die Argentinos essen eher etwas Süsses und Fettiges zum Frühstück, dazu schwarzen Kaffee. Ich habe mir angewöhnt, Früchte zu kaufen, esse dann meist erst in der Schule und während des Unterrichts etwas. Auch Kaffee und Wasser ist verfügbar in der Schule. Trinke den nun schwarz, mag die Pulvermilch nicht.
Ich streife auch dauernd noch in der Stadt herum, nehme immer wieder eine andere Gasse - mit all dem Hin und Her ergibt mir das leicht so 12 km/Tag.
Langsam habe ich mich so an die Stadt gewöhnt, zumindest den, welchen ich begehe. Erstaunlich ist, dass vor gewissen Restaurants Schlangen von Personen stehen. Es gibt aber zwei Arten von Anstehen - Touristen an einem der wenigen berühmten (Pizzeria Güerrin) und Einheimische in den Seitengassen-Restaurants (zB. Pippo, wie ich erfahren habe sind das 24 Stunden Restaurants, vor allem auch von Künstlern benutzt.) , preislich attraktiv, mochte aber nicht in die Schlange stehen, um herauszufinden wie günstig sie sind.
Ich bevorzuge andere Lokale , nicht zu volle, preislich sind alle für mich gutbetuchten Schweizer erschwinglich. Sogar mit Wein, teils haben sie kleine Weinflaschen, 375 cl. Häufig trinke ich aber sowieso Bier, bin schon meist etwas durstig, nach meinen Stadtläufen. Man ist schon sehr spät hier in BA. Es kann gegen 24 Uhr werden, da kommen immer noch Leute zum Essen in ein Lokal.
Fleisch können sie gut zubereiten hier, manchmal nicht ganz sauber zweiseitig gebraten, doch ok. Fisch ist dann eher schon ein Problem - wenn auf dem Grill gemacht, sind die schon fast getrocknet … - in der Pfanne mit Sauce, das geht noch, die Saucen sind jedoch mastig!
Es gibt auch im Innern der Gebäude teils sehr schöne alte Zugänge, die Lifte sind meist mit Scherengittertüren versehen, werden am Laufen gehalten.
Unglaublich auch, wieviele Hunde die Leute hier haben. Tagsüber sieht man eher Streuner,. Nachts sind dann die Haushunde da. Die Läden reinigen ihre Gehsteige normalerweise am Morgen. Da es aber viele geschlossene Läden hat - zu verkaufen oder zu vermieten, liegen dann doch Kegel herum, zu meinem Erstaunen nicht viele.
Um die städtischen Abfallbehälter in den Gegenden welche ich kenne, liegt imm viel Aussortiertes, nicht Dreck, aber doch Unrat. Die Abfallbehälter werden von Sammlern unter- und durchsucht. Flaschen, Karton und Alu wird gesammelt. Die Leute starren meist vor Dreck. Ich muss ehrlich sagen, für mich die härtesten Jobs hier - und erst noch schlecht bezahlt! Diese Leute haben viel eine Art Sack-Karren, teils haben sie ihre Sachen da drin, teils benützen sie sie für die Sammeltätigkeit. Sie schlafen auf der Strasse in einem Winkel, vor Geschäften, halt wo es Platz hat. Ihre Sachen starren auch vor Dreck und werden sicher nicht geklaut. Es sind eher Männer, eher selten auch Frauen.
Weiter gibt es viel Randständige, dann eher Indios, welche unverhohlen an Tischen um Essen betteln, es dann auch gleich verspeisen - Organisationstalente!
Viele Sockenverkäufer, Indios meist, welche kurze Socken anbieten - nur für in den Schuhen, dazu sind als Vertriebsmaterial auch Taschentücher beliebt - im Hintergrund werden sie schachtelweise gestapelt.
Wo immer es möglich und toleriert ist, macht man auch einen Strassenladen auf, Tischchen, darauf dann das Angebot. Viel Schmuck, Steine, Bücher, Essen aller Art, teils selbst Gebackenes.
In den Einkaufsstrassen mit vielen Touristen machen sich öfter Bettler breit. Kinder alleine, Frauen mit Säuglingen, dazu je nach Variante werden noch junge Tiere dazu eingesetzt, herzige Basis und süsse Welpen. Dann ist da immer ein Kartonschild mit mindestens dem Text „Ayudame/Ayudanos“ etc. Also Hilf mir/uns und einer Begründung, zB. Nach Hause zu kommen usw.
Es gibt aber auch Produktionen von Künstlern - Strassenmaler, einer, welcher mit fliegender Krawatte wie festgefroren länger da steht, weitere Varianten in der Art. Tangovorführungen um Kunden zu werben, Bands welche spielen oder auch nur Solisten, mit leider meist plärrenden Lautsprechern … - teils haben sie auch Playback.
Die Beste war eine Sängerin, älter als ich, mit zwei Lautsprechern und Soundmaschine, sie wolle endlich nach Hause und müsse sich das aber leisten können., dafür singe sie!
Dann gibt es einige, welche mit Tio Anrede (Onkel) sich etwas zu erbetteln versuchen.
Ein echt farbiges Wölkchen die Argentinos.Read more




















