Nepal

April - May 2015
April - May 2015
  • Day33

    Kathmandu after 425

    May 4, 2015 in Nepal ⋅ 🌙 22 °C

    Morgens früh nahm ich mein Hab und Gut und bin Richtung Busbahnhof in Pokhara gegangen. Gerade wo ich übers Frühstück nachgedacht habe, kam mir ein Junge mit frisches Gebäck auf einem Tablett entgegen. Perfekt, Frühstück war damit erledigt. Der Touristebus Bahnhof war etwas weiter als erwartet bin ca. 40 Minuten gelaufen. Auf einem riesen Platz standen haufenweise Busse und noch mehr Touristen. In der Menge an unterschiedlichen Busse habe ich mein Bus gefunden und mich reingesetzt. Ich war erstaunt wie gemütlich und sauber der war. Nach meiner Chickenbus Erfahrungen war dieser Bus Luxus. Ich muss sage ich war seehr positiv überrascht. Nicht nur in der Ausstattung gabs ein unterschied sonder auch an der Fahrweise. Der Bus ist gefühlte 30-40 Km/h gefahren wie auf einer Sehenswürdigkeitentour. Aber es war definitiv safe. Auf dem Weg habe ich schon in einige Dörfer die Spuren vom Erdbeben gesehen. Zusammengefallene Hausdächer oder Wände; die Leute haben sich Zelte im Hof aufgestellt und ihre wenige Sachen dadrunter gestellt um sie vom Regen zu schützen. Mein Magen zog sich zusammen denn ich habe wieder an Kathmandu gedacht was mich da wohl erwartet.

    Liegen da überall Trümmer? Sind die Strassen gespaltet?
    Wie riecht es dort?

    Nach 6-7 Stunden Fahrt sah es so aus als würden wir uns Kathmandu nähern oder als wären wir schon sogar am Rand der Stadt. Im Bus ist so eine komische Unruhe entstanden. Die Leute zogen ihre Kameras haben die Fenster geöffnet und alle schauten neugierig raus. Ab und zu kam ein "oh", "look there", "look at that house" und dann haben uns alle gedreht oder aufgestanden und unsere Köpfe gestreckt um was zu sehen. Zu unserem Erstaunen war der Anblick gar nicht so schlimm wie die Vorstellung davon. Vielen haben sich im Bus gefragt - so ich auch- wieso wurde in den Medien berichtet dass über 70% der Stadt zerstört wurde? Was unsere Augen sahen waren evtl. 10% der Häuser wurden beschädigt. Die Straßen waren ok, lagen keine Trümmer, das Leben auf der Straße ging weiter, Taxis und Busse fuhren also für mich hat sich gut angefühlt. Was ich allerdings festgestellt habe dass es deutlich weniger Menschen, Autos und Smog war und es schien mir sehr ruhig zu sein. Um die 800.000 Menschen sind aus Kathmandu Stadt raus um zu den Familien zu gehen und Hilfe zu leisten. Weil nicht in Kathmandu City sondern in Kathmandu Valley sind die Häuser und Menschen sehr vom Erdbeben betroffen. Ich muss sagen d ich sehr erleichtert war von dem Anblick in kathmandu. Die medien haben mal wieder masslos übertrieben. Ich war auf das schlimmste vorbereitet. Diese Erleichterung hat bei mir auf Neugier und Interesse gegenüber der Stadt gestoßen die ich beim Ankommen eher als Kulturschock empfunden habe. Zum erstem mal habe ich mich in Kathmandu wohl gefühlt. Deshalb bin ich länger in der Stadt gewesen und einige der Sehenswürdigkeiten besucht die sehr beschädigt wurden. Meine erste Prio war sobald ich in kathmandu angekommen war nach Thamel (touri viertel) zu gehen und mein Passport von der tibetischen Agentur abzuholen. Bevor ich auf die trekking tour ging habe ich für eine Tibet Reise einbezahlt und mein Passport dagelassen für das Visum. Ich wusste zwar dass mein Passport ok ist, was ich nicht wusste ob das Gebäude von der Agentur noch steht. Hatte schon Bammel wo ich auf den Straßen von Thamel spaziert bin. Es war erstaunlich ruhig. Keine Menschen auf der Straße kaum Läden offen. Wenn wunderts, die Touristen wollten so schnell wie möglich raus aus dem Land, keine wollte in die Berge, deshalb waren die meisten Outdoorläden zu. Plötzlich stand ich vor dem Gebäude in dem ganz oben im letzten Stock die Agentur sein Büro hatte. Puh...soll ich rein? Ist das Gebäude safe? Liegen da vll Leichen rum? - solche Fragen schossen mir durch den Kopf. Schließlich habe ich mein Mut zussamengefasst und bin reingegangen. Ich war froh und erleichtert die drei Männer von der Agentur zu sehen alle gesund und wieder bei der Arbeit. Nach ein paar Minuten hielt ich auch schon mein Pass in der Hand und war überglücklich. Die drei haben auch erzählt dass in der Stadt gott sei dank nicht viel passiert ist. Nur ab und zu ein Haus ist zusammengefallen die in sehr schlechtem Zustand war. Und natürlich die alten historische Sehenswürdigkeiten der Stadt wären ziemlich getroffen und einige Tempel.
    Von hier aus bin ich zum Hostel gegangen um einzuchecken und mein Rucksack zu lagern. Das Hostel stand auch unbeschädigt und das alte Personal war auch da, nur die Gäste fehlten. Na ja seit dem Erdbeben kommen erstmal keine Touristen hierher. Es war echt leer die Bude. Ausserdem gab es keine Wlan Verbindung seit dem Erdbeben und mit dem Strom gabs auch Probleme, deshalb gabs kein warmes Wasser und auch einige Gerichte vom Menü wurden gestrichen. Na ja ich war froh dazusein an einem bekannten Ort und über die Nacht ein Dach über meinem Kopf zu haben. Meine nächste Station war das Weisenhaus wo ich die Kinds besuchen wollte und meine Sachen die ich vor dem Trekkingtour dagelassen habe abholen wollte. Bin in einem Bus gesprungen und bin zum Weisehaus gefahren. Hier wusste ich ungefähr was mich erwartet. Die Eltern mit den Kids schliefen auf der Wiese vor dem Haus in einem riesen Zelt. Eigentlich wurde das Leben aus dem Haus auf die Wiese ins Zelt ausgelagert. Sie haben da geschlafen, gegessen und gespielt. Solange es nicht regnete ging es gut. Aber bald kommt das Regensaison dann wird es etwas schwierig. Die Kids haben mich schon auf der Straße gesehen und sind mir in die Arme gelaufen und haben mich herzlich begrüßt. Danach habe sie mir über den Tag des Erdbebens berichtet und mir ihr neues Zuhause das Zelt gezeigt. Ich habe einige Stunden mit denen verbracht gespielt und dann habe ihnen einige von meinem Klamotten dagelassen und habe mich auf dem Weg zum Hostel gemacht denn es schon bald dunkel wurde. Ich war vollgepackt wie ein Esel so, dass ich kaum in dem öffentlichen Bus reingepasst habe. Allerdings waren die Innsassen sehr nett und haben mir geholfen einzusteigen in den rappen vollen Bus. Mein Abendabeteuer hat hier angefangen. Denn mir die falsche Haltestelle zum austeigen gesagt. Dann stand ich irgendwo Mitten in Kathmandu vollgepackt. Puh...so hatte ich die Gelegenheit auf nette Einheimische zu treffen die mich in einem anderen Bus gepackt haben und so hatte ich die Möglichkeit querbet durch die Stadt zu fahren und mir die Spuren von Erdbeben anzuschauen. Da Kathmandu wie eine "dauer Baustelle" aussieht an manche Stellen war es schwierig festzustellen
    ob es folgen von Erdbeben sind oder auch vorher schon so war. Genau so wie im Zentrum gab es ab und zu alte, instabile Häuser mit eingefallenen Wände oder Dächer. Nach einandhalb Stunden war ich wieder irgendwo ab wo ich im dunkel noch einiges zu Fuss laufen musste. Obwohl es an manche Stellen stock dunkel war weil die Stromleitungen zusammengefallen waren, hatte ich keine Angst gehabt dass mir was passieren könnte. Spät am Abend bin ich dann endlich im Hostel angekommen.
    Am nächsten Morgen nachdem Frühstück bin ich durch die Stadt gelaufen und wollte zu den historischen Plätze. Das war kein schöner Anblick Durbar Square wurde fast komplett zerstört. Es lagen überall die Trümmer der kleinen typischen Türme. Alles wurde abgesperrt und Leute bewachten die Eingänge. An einer andere Ecke der Stadt wurde auf einer riesen Wiese Hilfezelten von der chinesischen und koreanischen Regierung aufgebaut. Leute, die alles verloren haben, wurden dahin gebracht um erstmal da zu leben. Die Krankenhäuser platzten aus allen Nähten - zB. bei 300 Betten mit 1500 Verletzten. Im Hostel habe ich die Nacht mit 4 Krankenschwester aus Kanada verbracht die im Krankenhaus ausgeholfen haben. Bevore ich zum Flughafen gefahren bin, bin ich noch in einem kleinen einheimischen Laden garlic Naan essen gegangen. Der Laden war so klein wie eine Garage und rappen voll. Ohne die Empfehlung wäre ich da nie reingegangen. Das Essen war himmlisch. Ein guter Abschluss für mich in Kathmandu. Der Flughafen war der Schauplatz für einige Wiedersehen. Obwohl der Flug zwei Stunden Verspätung hatte, war mir nicht langweilig denn da habe ich neue Leute kennengelernt und andere von meinem Trip wiedergesehen. Es gab sogar ein Fall wo ich das eine Mädl gefragt hatte woher wir uns kennen denn es ist mir nicht mehr eingefallen. Bei der Menge Leute die man unterwegs trifft weiß man nicht einmal denn Namen. Denn das ist total überflüssig, nach paar Wochen reisen habe aufgehört diesen Anspruch an mich selbst zu haben alle Namen zu merken, es ist einfach unrealistisch und eine Info die in dem Moment unnötig ist. Das zusammen erlebte ist das relevante. Das merkst du dir für immer, das ist was verbindet. Danach kann man auch nach dem Namen Fragen ;-). Als ich dann endlich in Flugzeug sahs war ich doch froh und dankbar das Land heile verlassen zu haben. Habe mich auf Deutschland richtig gefreut.
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  • Day32

    Karkalaken Jagd

    May 3, 2015 in Nepal ⋅ ☀️ 27 °C

    Letzte Nacht in Pokhara ist etwas anders gelaufen als geplant. Morgens musste ich ziemlich früh raus um zum Bus zu gehen, deshalb habe ich abends fertig gepackt und bin rechtzeitig ins Bett gegangen. Da ich etwas aufwühlt war bezüglich des Anblicks was mich morgen in Kathmandu erwartet, konnte nicht sehr gut schlafen. Das war ja nicht genug, dazu kamen noch irgendwelche Alpträume mit Karkallaken die auf meine Arme gelaufen sind. Aus dem Traum wurde Realität den als ich meine Augen öffnete war ein Karkallake tatsächlich auf mein Arm. Bin vor Schreck aufs Bett gesprungen und geschrien. Als ich Licht angemacht habe, waren es drei die hinter den Möbeln verschwunden sind. Es hat mich ein Eckelgefühl gepackt. Igitt einfach nur wiederlich! Mir wars klar das ich so kein Auge zumachen werden. Bin runter zur Reception hab den Typen geweckt und ihm gesagt er solle was machen. Er hat nur gelacht als er sah wie ich im Zimmer angekommen auf dem Bett gesprungen bin und von da die Situation beobachtet habe. Dann fing der Karkalaken-Jagd an. Die waren so flott und bei jeder Möbelbewegung haben sich in irgendeiner Ritze versteckt. Der Typ meinte er kanns nicht verstehen wie das passieren konnte da dieses Zimmer das beste im ganzen Haus war und vor paar Wochen hatten sie sogar eine Insektendesinfetion durchgeführt. Wie dem auch sei Fakt ist, dass das Zimmer von drei Karkallaken geplagt wurde. Nach halben Stunden wurde ich befreit von der Plage. Dennoch konnte ich nicht mehr ruhig schlafen.Read more

  • Day30

    The End: Pokhara

    May 1, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 26 °C

    Endlich haben wir Pokhara erreicht. Nach dem über 6 Stunden Schaukelbus war ich froh das Ziel erreicht zu haben. Annapurna Circuit war hiermit beendet. Will ging von hier weiter nach Indien und ich wollte noch paar Tage bleiben und entscheiden was ich machen möchte.
    Unser erster Stop führte uns zum Pizzaessen und Cola trinken. Die Pizza war unheimlich lecker.
    Die Stadt am Phwa See kam mir sehr ruhig vor im gegensatz zu Kathmandu. Die Luft war rein und das Tempo viel niedriger. Die vielen Cafés am Strassenrand vermittelten mir Urlaubsstimmung. Es war mir klar, dass ich hier etwas entspannen und erholen kann von dem Trubel der letzten Tage. Hier hat das Erdbeben keine Spuren hinterlassen zumindest nicht in der Stadt. Einzige Stellen die an das Erdbeben erinnerten, waren die Sammelstellen wo sowohl Klamotten, als auch Essen und Medizin für die Opfer gespendet wurde.
    Für die insgesamt 4 Nächte die ich da verbracht habe, hatte ich ein relativ grosses Zimmer mit Seeblick und eigenes Bad mit warmer Dusche. Das war sehr wichtig nach 13 Tage Trekkingtour. Anfangs habe ich alles auch sehr genossen: Bin durch die Stadt gelaufen, neue Leute kennengelernt (ein Haufen Israelis), alte wieder getroffen, guten Cappuccino getrunken, sehr gut gegessen, Cocktails getrunken, Shisha geraucht, eine Trekking Massage gegönnt also mir einfach gutgehen lassen und trotzdem war irgendwas nicht stimmig. Der Gedanke, dass hier alles so lässig ist und 200 km entfernt Leute um ihre Existenz kämpfen hat mich nicht in Ruhe gelassen. Eins war mir aber klar, solange ich mich nicht entscheide darüber was ich als nächstes tue möchte ich nicht nach Kathmandu zurück. Mein Flug nach Kuala Lumpur war erst in 3 Wochen. Die geplannte Reise nach Tibet schien auch gecancelt zu sein, da der Weg dahin durch das Erdbeben beschädigt wurde. Ich wusste nicht einmal ob die Agentur noch in Thamel existiert. Hatte nämlich mein Pass bei denen abgegeben für das Visum. Es hat drei Tage gedauert bis ich Kontakt zu der richtigen Agentur aufnehmen konnte. Sie hat mir bestätigt, dass ihnen nichts zugestossen ist und mein Pass ist auch safe. Puh...war das eine Erleichterung und spürte eine tiefe Dankbarkeit. Zwischendurch habe ich auch erfahren, dass den Kids und Familie im Weisenhaus auch gut geht und sind mit einem Schreck davongekommen. Meine Sachen die ich bei denen im Haus gelassen habe, konnte ich jederzeit abholen. Nachdem ich alle diese Infos in Erfahrung gebracht habe konnte ich mich in Ruhe entscheiden was ich noch die verbleibende Zeit machen möchte. An einem Morgen saß ich in einem Kaffee mit Blick auf den See und habe lecker gefrühstückt als plötzlich sich alles bewegte. F... ist es wieder ein Erdbeben??? Der Tisch, die Lampen und ich auf dem Stuhl wackelten. Ich war sehr erschrocken. Und ich dachte hier wäre ich safe. Der Tag ist nicht spurlos an mir vorbei. Am nächsten Morgen war ich sehr aufgewühlt und hatte viele Gedanken. Zum ersten Mal kam der Gedanke, dass ich nach Hause fliegen sollte. Gedacht, getan! Paar Stunden später hatte ich einen Flug nach Deutschland zurück. Es fühlte sich gut an, als die richtige Entscheidung. Nachdem ich das wusste, habe ich ein Busticket für den nächsten Morgen nach Kathmandu organisiert. Jetzt hieß es mentale Vorbereitung auf das Katastrophengebiet.
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  • Day29

    12.Tag: Ghasa-Beni-Pokhara (820m)

    April 30, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 18 °C

    Heute morgen nach dem Frühstück sind wir zu dritt Richtung Busbahnhof gestartet um den Bus nach Beni zu kriegen. Es war kurz vor 6:30 und es gab keine einheimische da nur wir drei. Dann sagten sie uns der Bus fährt erst um 7 Uhr los. Wie dem auch sei kam der Bus nach 10 Min und wir haben uns sofort reingesetzt um die guten Plätze zu ergattern. Gestern saßen wir ganz hinten und alle Einheimische vorne. Jetzt hat sich das Spiel gedreht, wir saßen vorne. Ich weiß nicht ob der Weg besser war als gestern oder ob ich mich an das Schaukeln gewöhnt habe, aber es war so krass, dass ich eingrpennt bin. Irgendwann mussten wir alle aus dem Bus steigen denn der Weg wurde schmaler und die Schlucht tiefer. Auf jedenfall war es etwas gefährlich der Übergang deshalb sind wir alle ausgestiegen. Die ersten paar Stunden waren schon sehr spannend denn der Weg führte um den Berg herum - rechts an den riesen Felsen entlang und links die tiefe Schlucht.
    Diese Fahrt hat um die drei Stunden bis nach Beni gedauert. Da mussten wir in den nächsten Schaukelbus umsteigen nach Pokhara. Nochmal 3 Stunden. Je unten wir waren desto günstiger wurde das Ticket. In Beni wollten uns alle nach Pokhara fahren mit unterschiedlichen Fahrtmöglichkeiten - Taxi, Jeep, Microvan - und natürlich unyerschiedliche Preise. Wir sind den Chicken- Schaukelbus treu geblieben und sind damit nach Pokhara gefahren. Auf dem Weg dachte ich wir werden taub in Pokhara ankommen. Es ist üblich in den lokalen Busse, dass die Musik sehr laut aufgedreht ist. Es läuft Hindu Musik die ganze Zeit. Man könnte durchdrehen vorallem wenn man auch neben dem Speaker sitzt und wenn dieser auch etwas kaputt ist. Ich habe mich ch damit schnell abgefunden denn es blieb mir keine alternative aber Avi war schon nah am Durchdrehen :-). Nach über 6 Stunden Schaukelbus fahren sind wir sofort zum Pizzeria gegangen um uns mit einer leckeren Pizza und Cola zu belohnen. Hier in Pokhara ist alles super gechillt, man merkt nix vom Erdbeben ausser wenn man die Organisationen in der Stadt sieht die für die benachbarten Ortschaften sammeln. Ansonsten ist hier totaler Urlaubsstimmung.
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  • Day28

    11.Tag: Jomson- Ghasa (2010m)

    April 29, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 18 °C

    Heute morgen ging nix mehr, war einfach nur fertig vom gestrigen Tag. Nach 10 Tage wandern habe ich heute das erste mal in meinen Beinen und Hintern Muskelkater gespürt. Und meine Fußsohle brannte auch. Es war mir klar kein Mountainbike mieten für heute sondern mit Jeep oder Bus schnellstmöglich runterfahren. Die Nacht war ziemlich gut, das erste mal seit 10 Tagen dass ich komplett durchgeschlafen habe ohne zu frieren oder mitten in der Nacht aufzuwachen. Nach dem Frühstück sind Will und ich aufgebrochen um uns über Transport Möglichkeiten zu erkundigen. Die wollten uns tatsächlich die Fahrt mit dem Jeep für 400€ !!! anbieten. Ich dachte ich werde taub. Für den Preis fliege ich fast nach Deutschland. Dann fragten wir nach dem "Chickenbus". Der selbe Typ sagte es wird etwas günstiger sein wir sollen beim Busbahnhof 100 m weiter nachfragen. Ich konnte meinen Ohren nicht glauben als der Typ uns den Preis genannt hatte: 840 Ruppies (ca.8€!!!). Das hörte sich realistischer an. Also wir haben uns entschieden den nächsten Bus zu nehmen. 3 Stunden später saßen wir im Bus Richtung Ghasa. Die Fahrt hatte 3 Stunden gedauert. Anfangs dachte ich werde meine Seele ausk...der Weg war natürlich off- Road und der Bus hat gewackelt, gesprungen und wir mit. Der ganze Staub von der Strasse kam rein denn alle Fenster waren auf. Ich habe mein Buff über meinen Mund und Nase gezogen. Meine Brille ist von Staub beschlagen worden. Die Fahrt war eigentlich eine Zumutung und Körperverletzung. Beim Springen habe ich mir zwei mal den Kopf gegen das Fenster geknallt, mein Rücken schmerzte und meine Knie waren platt von dem Druck gegen den Vordersitz um so dem viel Schaukel entgegen zu halten. In Ghasa angekommen mussten die einzigen drei Touris aus dem Bus steigen und beim Police auschecken damit sie wissen, dass wir das Annapurna Gebiet verlassen. Dann wieder zurück in den Bus um bis zur Busbahnhof zu fahren um den nächsten Bus nach Beni oder Pokhara zu nehmen. Unser Gepäck war so staubig als hätten sie die in den Staub gewälzt. Der Verbindungsbus nach Beni ist voll vor unseren Nase weggefahren. Auch wenn wir gewollt hätten, hätten wir da nicht reingepasst. Anstatt 26 Leute für die der Bus ausgelegt ist, waren fast doppelt so viele Leute reingequetscht. Wir haben uns hingesetzt etwas gegessen, mit dem Hund gespielt um die Zeit zu vertreiben, weil uns gesagt wurde, dass heute noch ein Bus startet. Nach 2 Stunden warten, war für uns klar das heute kein Bus mehr fährt. Also wir drei Touris aus dem Bus (Will, Avi aus Israel und ich) sind losgezogen um eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Morgen um 6:30 soll der nächste Bus fahren. Mal schauen ;-).Read more

  • Day27

    10.Tag: Muktinath-Jomson (2700m)

    April 28, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 18 °C

    Was für ein abenteuerlicher Tag! Plan war nach dem großen Tag gestern etwas lockerer anzugehen und erstmal auszuschlafen. Gegen 11 Uhr sind wir gestartet da wir nur eine kurze Wanderung vor uns hatten von 4-5 Stunden. Ich war heute morgen ziemlich durcheinander mit sehr vielen gemischten Gefühlen.
    War sehr froh endlich ein Lebenszeichen geben zu können gestern um alle die sich um mich Sorgen gemacht haben zu beruhigen. Auf jedenfall hat mich das weiterhin beschäftigt und war irgendwie gar nicht motiviert für wandern. Die unmotivierte Haltung hat sich sofort auf meinem Rücken bemerkbar gemacht. Ich spürte mein Backpack mehr denn je. War gefühlt doppelt so schwer wie gestern wo ich über 10 Stunden unterwegs war und auch noch 50% Sauerstoff hatte. Ich war gar nicht konzentriert, mein Kopf war voller Gedanken. Der Weg führte hoch auf dem Berg und dann über einen Pass bis zum nächsten Dorf. Es war ein Sidetrack deshalb auch weniger ausgeschildert. Wie wir es geschafft haben weiß ich nicht, aber Will und ich haben uns in diesen weiten Täler und Berge gegenseitig verloren. Plötzlich stand ich in the middle of nowhere ganz alleine und trotz der sehr weiten Sicht habe ich Will nicht gesehen. Nachdem meine Suche vergebens war und ich längst aufgegeben habe, sind wir auf dem Weg wieder zusammen getroffen. Ich war total erleichtert er eher gepisst, denn er mich über eine Stunde gesucht hatte. Wir stellten fest das wir uns gegenseitig über eine Stunde vergebens gesucht haben. Der Tag ging weiter mit ähnlichem Abenteuer. Wir sind im nächsten Dorf über zwei Stunden später angekommen als wir es gesagt bekommen haben. Da haben wir erstmal etwas Verstärkung gebraucht und haben angehalten um etwas zu essen. Es war schon 16 Uhr als wir da weiter sind und hatten noch 2 Stunden vor uns (dachten wir) bis nach Jomson. Irgendwie sind wir auf einen komischen Weg geraten der plötzlich aufhörte. Wir waren auf einem steilen Felsen und mussten da runter klettern zum Weg. Dieser Abenteuer hat uns um die dreiviertel Stunde gekostet denn der Felsen ziemlich steil war und ich mal geklettert bin mal auf der Hose gerutscht bin. Ich rutschte trotz Wanderschuhe, Will hatte nur Sneakers an ohne Grip an. Es war Nervenkitzel pur. Natürlich war mein 15 kg Rucksack auch nicht unterstützend. Nach einiger Zeit haben wir endlich den Hauptweg erreicht und nach 8 Stunden laufen sind wir um 19 Uhr in Jomson angekommen. Wir waren beide total fertig und wollten nur duschen und schlafen. Tja, das gestalte sich etwas anders. Erst nach einer Stunde rumlaufen haben wir endlich eine Unterkunft gefunden. Die Stadt war sehr aufgewühlt als wir angekommen sind. Überall Polizisten und gesperrte Straßen. Drei Leute mit unterschiedlichen Englischkenntnisse erzählten uns different Stories. Auf jedenfall sind heute Nachmittag in Jomson einige Häuser, eine Brücke und ein Stück von der Straße eingestürzt. Einige Leute mit ihren Hab und Gut strandeten und schliefen in ihren Garten. Mich hat diese Situation sehr berührt und wollte hier nur noch weg zu meinen Lieben. Dann ist mir klar geworden, dass ich nicht mehr wandern möchte vorallem nicht alleine. Habe beschlossen mit Will nach Pokhara zu fahren. Hoffentlich fühle ich mich da etwas safer.
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  • Day26

    9.Tag: Thorong Phedi - Muktinath (3600m)

    April 27, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 18 °C

    Geschafft, 5400m!!!
    Aus allen Perspektiven war es ein sehr emotionaler Tag.

    Der grosse Tag hat um 3:30 Uhr angefangen. Es war die kälteste Nacht des ganzen Tours und ich habe prima geschlafen, dank des Tipps eines Mittrekkers. Abend um 18:30 als ich ins Bett ging, habe heißes Wasser in meiner Flasche gefüllt und die Flasche ins Schlafsack getan. So habe ich mich aufgewärmt und während der Nacht hatte ich auch noch warmes Wasser zum trinken. So konnte ich gut die Nacht überstehen. Als wir um 4 Uhr zum Frühstück gegangen sind, war es sterneklares Himmel und man sah nur die Siluetten der Berge. Es war wunderschön und war klar dass wir den richtigen Tag für das Überqueren des Passes gewählt haben. Meine Gefühle waren gemischt: einerseits hätte dieser Tag das Highlight meiner Reise sein sollen, anderseits wollte ich nur so schnell wie möglich rüber um in Muktinath WLAN zu suchen und allen Bescheid geben, dass ich noch lebe.

    Gegen 4:45 waren wir mit unseren Stirnlampen startklar und sind Richtung High Camp gelaufen. Es war ein super guter Training für den frühen Morgen den steilen Berg vor dem Lodge zu besteigen. Die erste Stunde gings nur steil nach oben ca. 500 m Höhenunterschied. Eigentlich war diese der schwerste Teil. Bis zum Pass waren es um die 1000m Höhe und von da dann runter 1600m. Das war auch einer der Gründe wieso wir so früh loslegten. Ausserdem wollten wir bis 10 Uhr oben sein um eine perfekte Sicht ohne zu viele Wolken zu haben. Ich brauchte mehr als halben Stunde um ein Atemrythmus zu finden. Puh...die Luft war soo dünn, dann war mir sofort warm und habe meine Skijacke nach 5 Min ausgezogen. Je höher wir gingen kam langsam auch die Sonne über die Berge heraus. Es wurde immer heller, die Siluetten der Berge verschwanden und zeigten sich immer mächtiger vor und hinter uns. Bei High Camp angekommen haben wir eine Teepause eingelegt. Von hier gings dann noch über 3 Stunden weiter. Ab hier sind wir nur noch im Schnee gelaufen. Auf dem Weg gab es sehr viele interessante Landschaftenwechsel. Wenn ich mich nicht täusche sind wir 3 Täler und Berge ab und auf gelaufen. Die Sonne hat uns die ganze Zeit begleitet. Es wurde immer wärmer bis der böse Wind kam der gegen uns gewirkt hat. Die Strecken im Wind waren sehr hart für mich. Da ich durch der Nase nicht atmen konnte ging die ganze kalte Luft durch meinen Mund. Habe unterwegs zwei Mal Diamox genommen da ich plötzlich Druck auf meinem Kopf gespürt hatte. Ich dachte schaden kanns ja nicht. Wenn, dann muss ich nur öfters auf Toilette rennen. Allerdings kann das in dieser Höhe ein Problem sein denn hier gabs keine Büsche mehr und nicht einmal Rocks. Ich frage mich immernoch was die armen Menschen die gestern Durchfall hatten wohl machen.
    Eine Stunde vor dem Ziel war ich fix und fertig. Ich war total energielos, der Snickers war hart für meine Zähne und meine Schulter taten unheimlich weh. Ich habe in dem Moment nicht geglaubt, dass ich noch weiterlaufen kann. Habe eine längere Pause eingelegt. Diese waren nicht sehr günstig denn ich kühlte sehr schnell aus. Nach paar Minuten gings mir schon wieder besser. Ich war nur noch eine Stunde von dem Pass entfernt! Das schaff ich noch! Dann habe ich mich daran erinnert, dass ich in Muktinath ankommen möchte um Mom und Stefan Beschied zu geben. Das hat mich dann motiviert weiterzulaufen. Zwischen Tränen und Freude war nicht einfach das Atmen zu kontrollieren. Als ich irgendwann die bunte Gebetsflaggen erblickt habe bin ich in Tränen ausgebrochen. Das Ziel war vor meinen Augen. Ich war nur noch paar Meter entfernt davon. Es war für mich sehr emotional da anzukommen ubd zu realisieren das ich es geschafft habe. Ich bin/war auf 5400m Höhe!!! Wow ich hätte nie gedacht, dass ich sowas mal erleben werde und freiwillig machen werde. Ich bin sehr stolz auf mich nach 9 Tage Wanderung das Ziel erreicht zu haben! Meine erste mehrtägige Trekkingtour mit 15kg Gepäck! Die Aussicht war traumhaft rum herum nur weiße Peaks und einen tollen Blick über den Tal. Nach ein bissl Fotoshooting sind wir Richtung Muktinath losgelaufen. Es folgte einen 4-5 stündiger steiler Abstieg bis auf 3600m. Bis nach oben bin ich in Fleece gewesen nach unten habe ich wieder meine Skijacke angezogen. Der Weg nach unten war eine sehr gute Abweschlung vorallem die ersten 2 Stunden. Wenn ich ein Snowboard gehabt hätte, wäre es nur perfekt gewesen da runterzurutschen. Wir hatten nur Plastiktüten und damit sind wir rumgealbert. Der Weg nach unten war steil und rutschig ging auch sehr auf die Oberschenkel, Knie und Waden. Beim Abstieg noch gut über 4500m habe ich einige Trekker entdeckt die telefoniert haben. Ich konnte es nicht glauben, dass es in dieser Höhe Empfang gab. Lauter Euphorie eine SMS verschicken zu können, bin ich eher zusammengesackt als ich festgestellt habe das mein Handy nicht funktioniert. Es war in dem Moment zu viel für mich denn ich habe mir schon so sehr gewünscht ein Zeichen geben zu können. Bin verzweifelt in Tränen ausgebrochen. Dann hat Will festgestellt, dass er SMS versenden kann. Das war das erste Lebenszeichen was ich Stefan geben konnte und habe gehofft dadurch eine Kette auszulösen. Es hat auch gut geklappt. Danach habe mich etwas beruhigt aber ganz erleichtert war ich noch nicht bis die Antwort von Stefan kam.

    Der Weg nach unten gestaltete sich ewig lang. Als wir auf 4200m abgestiegen sind war es gegen 13:00 Uhr. Genau die richtige Zeit für Mittagessen. Hier haben die meisten halt gemacht und getankt. Von hier aus ging es noch um die zwei Stunden bis nach Muktinath. Da angekommen hatten wir folgende Priorität für die Lodgeauswahl: 1. Wlan, 2. Wlan, 3. running hot shower (und nicht aus dem Eimer). Wir sind sofort beim ersten Haus stehen geblieben und nach Passwort gefragt. Es war ein sehr simples Haus eigentlich vom "Komfort" her sehr sehr low Level ( wir haben es im nachhinein festgestellt) aber es war in dem Moment egal.

    Dann gabs den großen Moment der Überforderung als ich mein Handy angemacht habe. Ich war erstaunt wieviele sich gemeldet haben und sich nach mir erkundigt haben. Als ich nach mehr als eine Woche offline sein wieder "on the line" war, hatte ich soooo viele Nachrichten das ich überwältigt war und erstmal angefangen habe zu heulen, da die meisten wegen dem Erdbeben geschrieben haben. Am liebsten hätte ich sofort allen geantwortet aber ich wusste, dass meine online Zeit begrenzt ist. In Nepal weiß du nie wann der Strom wieder ausfällt.
    Wow es war so ein krasser Abend. Will und ich hingen nur am Telefon bis es irgendwann nicht mehr ging. Aber zu der Zeit wussten schon alle oder die meisten Bescheid. Es war so schön zu fühlen, dass ich doch vielen wichtig bin. Manchmal ist es mir gar nicht so bewusst. Dieser Tag mit so vielen Peaks, Höhen und Tiefen hatte sehr früh ein Ende zwischen 8-9 Uhr denn ich war ein Emotionsbündel.
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  • Day25

    8.Tag:Yak Kharga-Thorong Phedi (4450m)

    April 26, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 25 °C

    Ein Tag nach dem Erdbeben. Die Stimmung ist bedrückt. Jede Stunde steigt die Anzahl der Tote in Kathmandu. Die letzte Nacht gabs noch 5 Nachbeben. Ich habe nur eine davon gespürt. Der größte war 5,8 und gestern war es 7,8. Das Zentrum war irgendwo zwischen Kathmandu und Annapurna (Gorkha). Das stärkste Gebiet war Richtung Osten. Wir sind hier wirklich glücklich denn hier hat man es nicht so stark gespürt. Es gibt mittlerweile über 3000 Tote in Kathmandu und Umgebung. Ich bin besorgt denn bei der Härtegrad wir das Ereignis bestimmt als internationale News bekannt gegeben. Hier sind alle Leitungen tot also habe keine Möglichkeit ein Sign zu geben, dass ich ok bin und am Leben. Das macht mich verrückt! Morgen überquere ich denn Pass und hoffentlich gibts in Muktinath WLAN. Letzte Nacht habe ich sehr schlecht geschlafen denn ich eine Erkältung eingefangen habe. Die Nacht war die Hölle: alle halbe Stunde aufgewacht, mein ganzer Rachen war ausgetrocknet, mein Nase lief und es war mir kalt obwohl ich alles was ich warmes hatte angezogen habe und in Schlafsack, Inlett und Decke eingewickelt war. Beim Frühstück habe ich mich erstmal mit Medizin und nepalische Vitaminsaft und Tee aufgepumpt. Gegen 10 Uhr sind wir losgelaufen. Ich war emotional ein Wrack. Ich hätte so gerne mit Stefan und Mom gesprochen. Die machen sich wahrscheinlich voll Sorgen.
    Der Weg nach Thorong Phedi hat 3 Stunden gedauert und 500m Höhenunterschied. Für mich war es sehr anstrengend. Mein Kopf explodierte, konnte nicht so richtig gut atmen und der Weg wurde immer steiler. Mir wurde auch etwas schwindelig deshalb konnte ich gar nicht entscheiden ob es die Symptome von der Höhenkrankheit sind oder einfach nur die Erkältung. Habe mich entschieden ein Diamox zu nehmen. Fühlte mich wohl danach die Kopfschmerzen waren weg. Dann habe ich plötzlich wieder ein Erdbeben gespürt. Ich dachte erst das sind die Medikamente, bis wir in Thorong Phedi angekommen sind und die Leute es bestätigt haben. Wir sind entlang eines sehr steilen Berges gelaufen wo Erdrutsch gefahr war. Gott sein Dank war das Erdbeben bevor und sind keine Rocks runtergefallen. Um 13:15 haben wir unser Ziel auf 4450 m erreicht.
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  • Day24

    7.Tag: Manang - Yak Kharka (4050m)

    April 25, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 25 °C

    Was für ein verrückter Tag! Yak Käse, Wolken, Sonne, Schneewolken, Lawine, Erdbeben, fallende Rocks, Staubwolken, Regenbogen, Nachbeben, Tote in Kathmandu, Schnee, Yak Burger - in dieser Reihenfolge war der Tag aufgebaut.

    Obwohl ich letzte Nacht auf 3500 m Höhe geschlafen habe, war die Nacht sehr gut und konnte gut schlafen. S&S sind heute weiter nach Tilichosee und ich habe mich entschieden mit Will weiter nach Yak Kharka zu gehen.

    Yak Käse:
    Nach einer Woche immer das selbe Frühstück - Porridge, zwei harte Eier und Tee - wollte ich heute eine Veränderung. Ich habe mir Chapati (dünnes türkisches Brot ähnliches), zwei harte Eier und 100 g Yak Käse gekauft. Aus all dem habe mir zwei Rollen gemacht. War das lecker und der Yak Käse war sehr sättigend.

    Wolken und Sonne:
    Es war der erste bewölkter Tag als wir um 10 Uhr gestartet sind. War ziemlich ungewöhnlich nach 6 Tagen Sonne und wunderschöne Aussicht am morgen. Für heute waren 400m Höhenunterschied angesagt bis Yak Kharka über 4000m Höhe. Es waren um die 9 km die wir in 4 Stunden gelaufen sind. Je höher wir kamen kam auch die Sonne raus und hat unseren Weg begleitet. Es war interessant zu sehen wie vor uns der Himmel blau wurde und die Sonne schien und hinter uns gabs die dunkle Wolken.

    Schneewolken, Lawine, Erdbeben, fallende Rocks, Staubwolken:
    Wir waren auf 3700 m Höhe und sind um den Berg herum gewandert und rechts vor uns war ein schöner Tal voller Felsen und im Hintergrund zeichneten sich die weiße schneebedeckte Gipfel. Klarer blauer Himmel und Sonnenschein.
    Ich bin stehen geblieben um die schöne Aussicht zu genießen. Plötzlich habe ich weisse dichte Wolken über die Berge gesehen die wie aus dem nix kamen und eine rassante Geschwindigkeit aufgenommen haben. Fuck, das ist eine Lawine - dachte ich mir. Und dann der nächste rechts und links. War nur geschockt und wusste nicht was passiert. Unter mir der Boden bewegte sich, fühlte mich als wäre ich betrunken obwohl ich seit Monaten kein Alkohol hatte. Ein Mann rannte aus dem einzigen Haus welches wir vorbeigingen. Erst Sekunden später habe ich realisiert, dass wir wohl ein Erdbeben überlebt haben, der die Lawinen ausgelöst hatte. Bis ich das im Kopf durchgegangen bin sah der Tal und die Berge als eine Staub- und Schneewolke aus. Die in den Tal herunterfallenden Felsen haben den Staub ausgelöst. Es war ein komisches und erschreckendes Gefühl. Wir haben einige andere Wanderer getroffen mit denen wir Erfahrungen ausgetauscht haben.

    Regenbogen, Nachbeben:
    Um uns bissl vom Schock zu erholen haben uns hingesetzt und haben die Lawinenberge bewundert. Plötzlich sahen wir einen sehr schönen Regenbogen über die Berge. Irgendwie wars schon alles crazy. Als wir wieder aufbrechen wollten, spürte ich den Nachbeben. Das hat mich mehr erschrocken als der Erste. Ich wusste gar nicht was besser bzw. safer ist in dem Moment: zurück zu kehren oder weiter nach oben zu wandern. Da wir keinen Sinn gesehen haben um zurück zu kehren sind wir weiter nach Yak Kharka gegangen. Auf dem Weg dahin haben wir noch einen Nachbeben erlebt. Gott sei Dank hat uns diesmal auch "gut" erwischt nämlich vor dem Landslide stellen die wir durchlaufen mussten. Mir kam der Tag und Nacht (5 Nachbeben) so vor als würden wir auf ein Minenfeld laufen.

    Tote in Kathmandu:
    Als wir beim Ziel angekommen sind war die Lage ernster. Die Leute vom Teahouse hatten schon gewusst, dass 10 Tote aus Kathmandu gemeldet wurden. Mittlerweile gab es keine Telefonleitungen und kein WLAN mehr, tot. Alle haben vergebens versucht die Angehörige in Kathmandu zu kontaktieren. Mit den Stunden wurde es nur noch schlimmer. Sie haben hingekriegt ein Radiokanal zu empfangen und dann konnten sie wenigstens einiges erfahren. Alle Gäste des Teehauses saßen in einem Raum und es gab nur ein Thema: Erdbeben. Im Raum war es kalt alle hatten Skijacken an. Die Stimmung war sehr bedrückend.

    Schnee, Yak Burger:
    Der Tag gestaltete sich sehr lang und kalt. Ich habe mir schon ein liter Tee bestellt und war immernoch nicht warm. Mittlerweile haben sie im Raum wo wir alle saßen Feuer gemacht. Auf dieser Höhe wird nicht mit Holz geheizt, da es sehr teuer ist, sondern mit Yakscheiß. Das ist definitiv günstiger :-) Da hockend und denkend ob das Ereignis für eine internationale Nachricht wert ist, wurde ich immer deprimierter. Ausserdem fühlte ich mich gesundheitlich auch nicht fit, hatte starke Husten und schnupfen. Das Atmen war schon schwer genug auf dieser Höhe, das Schupfen hats nicht besser gemacht. Und als es eh schon soo kalt war hat noch draußen angefangen zu schneien. Das war mir zu viel, ich war nur noch unten mit der Stimmung. Dann habe ich überlegt mir etwas gutes zu tun. Ich wollte auf jedenfall Yak Fleisch ausprobieren aber erst nach dem ich den Pass überquere. Ich habe meine Meinung geändert und habe mir in Yak Kharka (Yak Dorf) einen leckeren Yak Burger mit Pommes bestellt. Es war köstlich und wenigsten etwas gutes und positives für den heutigen Tag.
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  • Day23

    6.Tag: Ngawal-Manang (3550m)

    April 24, 2015 in Nepal ⋅ ⛅ 25 °C

    Nach einer super Nacht auf über 3600m haben Simon & Simone und ich uns etwas mehr schlaf gegönnt und hatten unser Frühstück erst auf 7 Uhr bestellt. Der heutige Tag nach Manang ist ziemlich kurz denn bei der Höhe sollte man nicht mehr als 300-500m Höhenunterschied am Tag machen damit der Körper sich aklimatisieren kann und keine Höhenkrankheit bekommt. Auf dem Weg nach Manang haben wir einen 30 minütigen Abstecher gemacht zu einem buddhistischen Kloster. Unsere Rucksäcke ließen wir in einem Teehaus. War ein befreiendes Gefühl ohne Rucksack zu wandern. Aber schnell habe ich gemerkt, dass ich auch ohne Gewicht auf dem Rücken schnell aus der Puste komme. Irgendwie war ich den ganzen Tag voller Gedanken und Unsicherheit. Ich war mir nicht so sicher was ich machen soll die nächsten Tage: soll ich mit S&S zum Tilichosee, oder soll ich zwei Tage in Manang bleiben zum aklimatisieren, soll ich über den Peak, werde ich wohl Will in Manang wieder treffen, ich möchte den Pass nicht alleine überqueren...
    Manang ist ein sehr touristisches Dorf. Unglaublich aber es gibt hier wirklich alles zu kaufen. Eigentlich braucht man gar keine Ausrüstung aus Kathmandu mitschleppen, man kann hier alles kaufen und ist gar nicht so teuer wie erwartet.

    In Manang angekommen bin ich zufällig Will über den Weg gelaufen der gerade von der Ice Lake und Braga kam. Ich war so überglücklich, für mich war es ein Zeichen das wir zusammen den Thoronga La Pass überqueren werden. Wie, wusste ich noch nicht den er hat es ziemlich eilig und ich habe genug Zeit und ausserdem bin ich voller Respekt gegenüber der Höhenkrankheit. Am Nachmittag haben wir uns alle einen Vortrag über die mögliche Krankheiten in dieser Höhe angehört. Es war sehr informativ aber auch sehr erschreckend für mich. Danach habe ich ständig das Gefühl gehabt irgendwas zu haben. Na ja schließlich habe ich Diamox (Pillen gegen Höhenkrankheit) und wenn ich irgendwelche Symptome spüre werde ich diese nehmen. Ich habe dann beschlossen abzuwarten wie ich mich am nächsten Morgen fühle und dann entscheide ich ob ich weitergehe oder noch in Manang bleibe. Aber da ich schon letzte Nacht höher geschlafen habe als Manang liegt, sollte es kein Problem sein weiter zu gehen.
    Am Abend sind wir ins Kino gegangen. Das war ewig lustig. Es gibt 3 improvisierte Kinos. Also ein kuscheliger Raum mit einem Ofen, Bänke mit Yakfell bezogen und ein Projektor. Für umgerechnet 2,5€ haben wir auch noch Tee und Popcorn bekommen. Der Film hieß "Into thin air" - eine Mt.Everest Expedition wo die hälfte der Gruppe nicht überlebt. Also es war ein harter Film für mich hätte ihn mir gerne nach dem Überqueren des Passes angeschaut. Einziger Vorteil war das all die Symptome worüber im Vortrag die Rede war, konnte man durch den Film besser nachvollziehen. Für mich waren definitiv zu viele Infos für heute und mein Kopf rauchte. Um 9 Uhr lag ich schon im Bett.
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