• LAVA-Center

    12. juli 2025, Island ⋅ ☁️ 15 °C

    Zum Abschluss des Tages besuchte ich noch das LAVA-Center - eine total spannende und interaktive Ausstellung über die vulkanische Aktivität auf Island.
    Der Besuch begann mit einem beeindruckenden Film mit Bildern der letzten Ausbrüche auf Island.
    Ich erfuhr hier auch, warum mir Grindavik wie eine Geisterstadt vorkam: Viele Häuser dort wurden zerstört, die Infrastruktur ist massiv beschädigt. Und weil die Ausbrüche auf der Halbinsel voraussichtlich 300-400 Jahre andauern können, bauten viele Anwohner ihre Häuser nicht wieder auf, sondern verließen die Gegend bereits dauerhaft.

    Im Foyer war außerdem eine Übersicht über alle Erdbeben in (und unter) Island in den letzten 48h zu sehen - eine Übersicht, die ich ohnehin die letzten Tage aufmerksam verfolgt habe... auf der Halbinsel Reykjanes und unter dem Kattla finden vermehrt kleinere Beben statt.

    Die anschließe Ausstellung begann mit einem rötlich beleuchteten Tunnel, in dem die bekannten Vulkanausbrüche seit der Besiedlung Islands als Zeitstrahl dargestellt sind.
    Eine Weltkugel stellte dann die Entstehung Islands dar - wenn man das Geländer drehte, schritt man in der Zeit voran.
    Auch die verschiedenen Formen von Plattenverschiebungen, aus denen Erdbeben resultieren, konnte ich interaktiv erleben. Eine Rüttelplatte simulierte das stärkste gemessene Beben in Südisland im Jahr 2008.

    Unter Islands Kruste ist der stärkste Magmastrom auf eine Mantelplume oder einen Hotspot beschränkt. Dies ist eine von mehreren Mantelplumes weltweit, die im Erdmantel entstehen und sich nach oben erstrecken.
    Mantelplumes sind bestimmte Bereiche im Erdmantel und ähneln vertikalen Säulen, in denen das Gestein mindestens 200 °C heißer ist als die Umgebung. Die Plumes sind etwa 100-500 km breit und sehr tief. Während das Gestein in diesen Gebieten sehr langsam aufsteigt, schmelzen Teile davon und verwandeln sich in Magma. Eine aktive Mantelplume befindet sich seit 15 bis 20 Millionen Jahren in der Nähe von oder unter Island und fördert die Bildung des Grundgesteins.
    Ihr Zentrum befindet sich im zentralen Hochland, in der Nähe des Vatnajökull. Hier im Museum gab es eine maßstabsgetreue Nachbildung davon, modelliert nach wissenschaftlichen Messungen des Magmaauftriebs unter der Inseloberfläche.
    Geophysikalische Untersuchungen helfen, den heißesten Bereich des aufsteigenden Mantelgesteins in einer Tiefe von 100-700 km abzugrenzen, wo das Gestein teilweise schmilzt: Islands feuriges Herz.
    Die Geräusche im Hintergrund in diesem Raum waren Aufzeichnungen von Erschütterungen aufgrund von Magmabewegungen während des Ausbruchs des Eyjafjallajökull im Jahr 2010. Die Frequenz wurde an das menschliche Ohr angepasst.

    In weiteren interaktiven Modellen wurden verschiedene Arten von Vulkanausbrüchen simuliert, sodass ich eine Vorstellung davon bekam, warum manche Berge eher Lava spucken und andere eher Rauch. Auch die Gefahr von subglazialen Ausbrüchen wurde dargestellt.

    Den letzten Ausbrüchen auf der Reykjanes-Halbinsel war ein eigener Bereich der Ausstellung gewidmet.

    Ich war von diesem interaktiven Museum schwer beeindruckt und bin froh, dort einen Zwischenstop eingelegt zu haben.
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