• Gluggafoss

    13. juli 2025, Island ⋅ ☁️ 14 °C

    Der Fluss Merkjá hat mehrere schöne Wasserfälle, aber der herausragendste heißt Gluggafoss (= „Fensterfall“). Ich fuhr hier zufällig vorbei und hielt spontan auf dem Parkplatz - der Wasserfall sah schon aus einiger Entfernung besonders aus.
    Die obere Hälfte der Klippe besteht aus Palagonit- oder Tuffgestein und der untere Felsvorsprung aus Basaltgestein. Der Fluss hat Tunnel und Rillen durch das weiche Gestein geformt, das im Laufe der Zeit eine Reihe von „Fenstern“ in die Tunnel gegraben hat, wodurch der Name „Gluggafoss“ entstand. Ganz oben am Wasserfall fließt der Fluss unter einem Steinbogen hindurch
    Da das Gestein eher weich ist, hat sich die Architektur des Wasserfalls im Laufe der Zeit verändert. Bis 1947 war die obere Hälfte des Wasserfalls kaum noch zu sehen, da das Wasser in einem vertikalen Tunnel hinter der Klippe verschwand. Sie war nur durch drei verschiedene Öffnungen sichtbar, die übereinander angeordnet waren. Das Wasser trat durch das untere Fenster aus und bildete einen schönen Bogen, außer wenn das Wasser im Fluss stieg und durch alle drei Fenster strömte. Große Veränderungen ereigneten sich im Gluggafoss, als der Vulkan Hekla 1947 ausbrach. Infolge dieses Ausbruchs fiel eine 20 cm dicke Ascheschicht herab, die der Fluss dann flussabwärts mit sich trug; die vertikale Tunnelformation verschwand fast vollständig, da sie sich mit Sediment füllte. Erst jetzt erlangt sie nach und nach wieder ihre frühere Pracht zurück.

    Am Wasserfall unterhielt ich mich noch mit einem Isländer, der mir eine Pflanze zeigte, deren Blätter essbar sind und etwas nach Rhabarber schmecken. Dank Google fand ich dann heraus, dass es sich um den kleinen Sauerampfer handelt. Außerdem zeigte er mir wilden Thymian, auf Isländisch als Blóðberg bekannt. Nach seiner Anleitung zerrieb ich die Blüten zwischen den Fingern und roch daran - herrlich!
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