Pastra-Gebirge
May 17 in Greece ⋅ ☀️ 17 °C
Wir haben heute im Wald auf ca 600 m Höhe am Fuße des Berges Pastra genächtigt. Nach einem gemütlichen Frühstück bin ich den einsamen Weg dort hochgelaufen. Oben auf 1016 m steht ein hässlicher Sendemast aber die Aussicht ist der Hammer!
Da das Pastra-Gebirge geografisch das Bindeglied zwischen zwei wesentlich größeren, mächtigeren Nachbargebirgen ist (dem westlich gelegenen Kithairon mit 1409 Metern und der östlich gelegenen Parnitha mit 1413 Metern), wirkt es wie ein etwas niedrigerer Sattel dazwischen.
Der Kithairon (Kitheronas): ist das düstere Epizentrum der Tragödien
Wenn der Kithairon in einer antiken Geschichte auftauchte, wusste das Publikum damals sofort: Jetzt wird es düster. Er war in der Mythologie der wilde, unheimliche Waldgott-Berg, an dem die Zivilisation endete.
Die Aussetzung von Ödipus: Die wohl berühmteste Geschichte überhaupt. Als dem König von Theben prophezeit wurde, dass sein eigener Sohn ihn töten und die Mutter heiraten würde, ließ er das Baby mit durchstochenen Füßen auf dem Kithairon aussetzen. Ein Hirte fand das Kind dort - und das Schicksal des Ödipus nahm seinen Lauf.
Die Raserei der Mänaden (Bakchen): Der Berg war dem Gott des Weines und Exzesses, Dionysos, geweiht. Die Frauen Thebens (die Mänaden) zogen in religiöser Raserei auf den Kithairon, um dort wilde Tänze aufzuführen. Als der thebanische König Pentheus sie heimlich beobachten wollte, hielten sie ihn im Rausch für ein wildes Tier und zerrissen ihn mit bloßen Händen – angeführt von seiner eigenen Mutter.
Aktäon und die Jagdgöttin: Der Jäger Aktäon überraschte auf den Hängen des Kithairon versehentlich die Göttin Artemis nackt beim Baden. Zur Strafe verwandelte sie ihn in einen Hirsch, woraufhin seine eigenen Jagdhunde ihn zerfleischten
Die Parnitha (Parnis): Die Heimat des Hufgeklappers
Die Parnitha im Osten galt im Vergleich dazu als etwas friedlicher, aber nicht weniger magisch. Sie war das Reich des Hirtengottes Pan (halb Mensch, halb Ziege). In den tiefen Schluchten, Höhlen und Wäldern des Berges soll er auf seiner Panflöte gespielt und die Nymphen zum Tanzen gebracht haben. Es hieß, wer die Mittagsruhe des Pan auf dem Berg störte, wurde von ihm in plötzlichen, unbegründeten Schrecken versetzt – woher unser Wort "Panik" stammt.Read more














