• Wilhelm Töff
  • Wilhelm Töff

Mit den Zugvögeln

4x4 Katharerland und Marokko Baca lagi
  • Ungewöhnliche Begegnung

    25 Oktober 2025, Maghribi ⋅ 🌙 27 °C

    Erg Chegaga.
    Mitten im Herzen des marokkanischen Südens, weit hinter den letzten Dattelpalmen von M’Hamid, beginnt das Reich des Erg Chegaga – eine endlose Landschaft aus goldenen Dünen, die sich bis zu 300 Meter hoch in den Himmel erheben. Hier, wo keine Straßen mehr führen und nur der Wind den Sand modelliert, zeigt sich die Sahara in ihrer wildesten Form.

    Tagsüber flirrt die Hitze über der endlosen Weite, während Kamele lautlos ihre Spuren im feinen Sand hinterlassen. Nachts verwandelt sich die Wüste in ein funkelndes Meer aus Sternen – ein Anblick, der selbst erfahrene Reisende sprachlos mach
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  • N12 in Richtung Errachidia

    26 Oktober 2025, Maghribi ⋅ ☀️ 29 °C

    Zuerst nochmal drei Stunden Autoservice, dann sind wir wieder on the Road. Abends dann Camping beim Bauern...

    Das erwartet uns fahrerisch nach Tagen des Pistenstaubs - ein Asphaltband hinter den Horizont - aber mit echtem Sahara-Feeling: Denn die Fahrt auf der N12 von Zagora nach Errachidia ist eine der eindrucksvollsten Straßenrouten im Süden Marokkos – eine Reise durch wechselnde Wüstenlandschaften, alte Oasen und die Gipfel des Hohen Atlas’ am Horizont.

    Die Weite ist beeindruckend – es gibt Abschnitte, auf denen man 20 Minuten fährt, ohne ein anderes Auto zu sehen. Bei Sonnenuntergang glühen die Berge in Rot- und Violetttönen, und die Luft kühlt merklich ab.

    Die N12 verbindet das Draa-Tal mit der Ziz-Region, zwei der großen Lebensadern der Sahara-Randregion.
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  • Aus der Wüste in den Hohen Atlas

    27 Oktober 2025, Maghribi ⋅ 🌙 18 °C

    Der Asphalt zieht sich schnurgerade durch das Ziz-Tal, begleitet von Dattelpalmen und kleinen Lehmdörfern, die sich harmonisch in die ockerfarbene Umgebung einfügen.

    Hinter Er-Rachidia beginnt die Straße allmählich anzusteigen. Das Klima wird kühler, die Vegetation dichter. Das Tal verengt sich zu einer Schlucht, in der der Ziz-Fluss zwischen Felswänden hindurchfließt. Immer wieder öffnen sich weite Ausblicke auf Terrassenfelder und Berberdörfer, die an den Hängen kleben.

    Je weiter man nach Norden fährt, desto rauer wird die Landschaft. Der Weg über den Tizi-n-Talrhemt-Pass führt durch karge Höhen, in denen Wind und Wetter deutlich spürbar sind. In den Wintermonaten kann hier sogar Schnee fallen. Schließlich weitet sich das Gelände wieder, und Midelt erscheint auf einem weiten Hochplateau, umgeben von den Gipfeln des Atlasgebirges.

    Hinter Er-Rachidia beginnt der Aufstieg in den Mittleren Atlas. Die Luft wird kühler, der Horizont rückt näher. Die Straße windet sich durch Schluchten, über Brücken und vorbei an Terrassenfeldern, auf denen Kinder winken und Bauern ihre Esel führen. Es ist ein ständiger Wechsel: von Hitze zu Frische, von Wüste zu Bergland, von Braun zu Grün.

    Auf dem Pass bei Tizi-n-Talrhemt pfeift oft der Wind. Wer hier anhält, blickt über eine Landschaft, die sich endlos auszubreiten scheint. Und dann — nach Stunden auf der Straße — taucht nach 328 Km unser Tagesziel Midelt auf: eine Stadt auf einem weiten Hochplateau, ruhig, umgeben von hohen Gipfeln in der Ferne.
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  • Cirque de Jaffar

    28 Oktober 2025, Maghribi ⋅ ☁️ 17 °C

    Zwischen Midelt und Imilchil öffnet sich eine der wildesten Landschaften und ärmsten Regionen Marokkos – eine Route für Reisende, die das echte Atlasgebirge erleben wollen. Gleich hinter Midelt verliert sich der Asphalt, und die Piste windet sich in die kargen Berge hinauf. Staub, Wind, der Geruch von Harz – bald tauchen die Überreste der alten Zedernwälder auf, riesige graue Stämme, Relikte einer Zeit, als der Mittlere Atlas noch dicht bewaldet war.

    Der Cirque de Jaffar erscheint plötzlich wie ein Naturtheater: ein gewaltiger Felskessel, umrahmt von zerklüfteten Wänden und einsamen Zedern auf den Höhen. Die Piste ist schmal, steinig, stellenweise aus dem Fels gehauen – hier zählt konzentriertes Fahren. Hinter dem Cirque öffnet sich das Hochland, ein Meer aus Geröll, Wacholder und Licht.

    Über einsame Pässe, bis über 2.500 Meter Seehöhe führt die Spur weiter Richtung Tagoudit bis Illichil. Kleine Lehmdörfer kleben auf 2000 Metern an den Hängen, Kinder winken, Esel tragen Brennholz – das Leben hier ist einfach, knallhart und still. Man begegnet man Nomaden mit Herden.

    Je näher man Imilchil kommt, desto weiter und stiller wird das Land. Am Ende der Fahrt blitzen die Seen Isli und Tislit, grünblau im Sonnenlicht, umrankt von der Legende zweier Liebender, deren Tränen sie geschaffen haben sollen.

    Mehr als 8 Stunden für 230 Kilometer - keine bequeme Strecke. Wer sie fährt, versteht, was Armut heisst, aber auch warum diese Menschen hier bleiben – weil sie inmitten dieser Weite etwas besitzen, das man in den Städten längst verloren hat: Würde, und Eigenständigkeit.
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  • Meer für die Katz...

    3 November 2025, Maghribi ⋅ ☀️ 25 °C

    Meer Wüste... Äh mehr Wüste. Agadir ist für die Katz. Mich bringt man lieber auf die Palme. Ich kann dem Rumlungern an der Küste nix abgewinnen. Salz in der feuchten Luft, das ewige Donnern der Brandung und nix als Wind. Ich lungere lieber in der Wüste rum. Nix als Stille und maximal Vogelzwitschern in den Palmen der Oase Tafraout...Baca lagi

  • Oasen Hopping

    4 November 2025, Maghribi ⋅ 🌙 19 °C

    Von Tafraout nach Taliouine... Ein Roadtrip für alle Sinne – rau, farbenprächtig, einsam...

    Zwischen Granitfelsen und Wüstensand führt meine heutige Route über mehr als 5 Stunden, 206 Kilometer von Tafraout nach Taliouine durch eine der faszinierendsten Landschaften Südmarokkos. Rosafarbene Felsen leuchten in der Sonne, schmale Pisten schlängeln sich durch ausgetrocknete Wadis, und plötzlich öffnen sich Täler voller Oasen – grün, lebendigBaca lagi

  • La vie est dure sans Confiture!!

    6 November 2025, Maghribi ⋅ ☁️ 23 °C

    Mal wieder warten in Zagora. Langsam muss ich an die Heimfahrt denken. Doch zuvor ging es nochmals bei meiner Werkstatt vorbei, den Landi noch etwas aufpimpen lassen. Gestern habe ich hier Christophe aus Nantes kennengelernt. Der ist ebenfalls mit dem Landi unterwegs. Und da das Pistenfahren so mutterseelenallein nicht ohne Risiko ist, haben wir beschlossen uns für die anstehende Etappe nach Merzuga zu Marokkos berühmtesten Dünen zusammen zu schliessen...

    Boukra, boukra inshalla
    Doch im orientalischen Kulturkreis hat die Zeit ihre eigene Wüste, und die Uhren gehen dort nicht langsamer – sie bleiben manchmal einfach stehen - so scheint es.

    Ich sitze also in der Werkstatt, warte auf den Mechaniker, der „gleich mit dem lackierten Teil kommt“. Das sagte er vor vier Stunden. Hoffentlich sagt er nicht: „Boukra, boukra inshalla“ – morgen, morgen, so Gott will.

    Der Wind weht, der Tee wird nachgefüllt, ein Esel schreit irgendwo in der Ferne – wahrscheinlich auch aus Ungeduld. Der Mechaniker erscheint tatsächlich… um mir zu sagen, dass das Ersatzteil gleich da ist... Noch einen Tee? Naja. „Boukra, inshalla“ im Zeitraffer also denke ich.

    Hier lernt man Geduld: Warten ist keine verlorene Zeit – es ist einfach nur eine andere Art, Tee zu trinken. ☕️

    Motto: Wer im Orient wartet, bekommt vielleicht nicht, was er will – aber sicher Nachschub im Glas.
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  • Glück gehabt...

    8 November 2025, Maghribi ⋅ ☀️ 27 °C

    Vor uns liegen 120 Kilometer Piste. Geröll, Feschfesch, Weichsand. Bereits um 10 Uhr flimmert die Luft über der Wüste – endlos. Die Reifen graben sich in rötlichen Sand, feiner Staub wirbelt auf und legt sich wie ein Schleier über die Landschaft.

    Die Piste führt durch trockene Flussbetten (Wadis) , vorbei an Berberdörfern und Kamelen, die sich gemächlich durch die Hitze bewegen.

    Ein dumpfer Schlag in der Magengegend – so fühlt es sich an, als ich bei einem Fotostop den dunklen Fleck unter meinem Landi entdecke, der rasch grösser wird. Eben noch war es nur ein kurzer Moment zum Durchatmen und Staunen über die endlose Weite. Jetzt pocht das Adrenalin bis zum Hals. Denn der Motor verliert Öl. Und zwar viel. Hier draußen, mitten im Nirgendwo, weit weg von jeder Werkstatt.

    Ich lege mich unter Auto in den heißen Sand, begebe mich auf die Suche, schaue, taste, inspiziere nach der Quelle des Lecks, während der Wind mir den Sand ins Gesicht bläst. Der Motor ist heiss, die ölverschmierten Finger ertasten etwas.

    Eine Ölleitung hat sich gelockert. Eine kleine Ursache – mit beinahe fatalen Folgen. Ein paar Kilometer mehr, und der Motor wäre trocken gelaufen. Die Folge wäre ein kapitale Motorschaden gewesen.

    Mit meinem mitgeführten Werkzeug ziehe ich die Verbindung wieder fest, wische das Öl von den Händen. Dann Öl nachfüllen und Ölstand prüfen, bis alles wieder im Lot ist. Ein tiefer Atemzug – den Motor starten - Erleichterung. Der Landi läuft und lebt , und ich auch ein Stück mehr.

    Was für ein Glück, denke ich, während der Diesel wieder ruhig brummt. Ein Fotostopp zur rechten Zeit – und die Wüste hat mich heute geprüft, aber eine Eingebung liess mich zur rechten Zeit anhalten. Al Hamdullilah...

    Die Landis wollen hier von kundiger Hand gelenkt werden. So rumpele ich zusammen mit Christoph Kilometer um Kilometer weiter durch groben Schotter und über Wellblechpisten... Die 4x4 gleiten durch Senken, erklimmen kleine Dünen, bis schließlich die gewaltigen Sandhaufen von Merzouga auftauchen – bis zu 150 Meter hohe, erstarrte Meereswellen - so scheint es.
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  • Hier laust der Affe...

    9 November 2025, Maghribi ⋅ ⛅ 11 °C

    Merzougha - Azrou. Klima und Landschaften, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Von den Dünen und den Oasen der Sahara in die Zedernwälder und die Höhen des Atlas.

    Klimagrenze Atlas
    Heute ging es also ohne grosse Umschweife (und ohne viel Zeit für Fotosessions) schweren Herzens 400 Kilometer Richtung Norden.

    Die staubige Wüstenstraße verwandelte sich in kurvige Bergpisten, der Wind wurde frischer, und statt Kamelen kreuzten plötzlich Schafherden und Esel meinen Weg. Die Sonne, die in Merzouga vom Himmel brannte, versteckte sich nun hinter Schleierwolken, und das Thermometer fiel um gute 15 Grad.

    Deshalb sitze ich nun hier auf rund 1500 Metern Höhe am Feuer auf einem kleinen Zeltplatz und sehne mich zurück in die Wüste.

    Marokko zeigt mir seine ganze Vielfalt, seine Gegensätze, die sich nicht ausschließen, sondern einander ergänzen: Wüste und Wald, Hitze und Kälte, Stille und statt Kamele jetzt Berberaffen. Ich glaub mich laust Der Affe... Ein Land, das niemals aufhört, zu überraschen.
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  • Europa

    13 November 2025, Sepanyol ⋅ ☁️ 18 °C

    Quo vadis EU? Die Einreise nach Europa - den Hort der Freiheit, der Demokratie und der Bürgerrechte - gestaltet sich für die eigenen Bürger mittlerweile langwieriger als die ins Königreich Marokko...

  • Tamat perjalanan
    20 November 2025