• Auf zur Chempilly Hängebrücke

    September 8 in India ⋅ ⛅ 29 °C

    Eigentlich wollten wir ein Paddelboot mieten, aber ein Missverständnis des Tuktukfahrers hat uns ein solarbetriebenes größeres Boot beschert. Im Nachhinein waren wir froh, nicht in der Hitze paddeln zu müssen, von der Sonne gebraten. So hatten wir ein großes Boot für uns allein. Schattig und geräuschlos, außerdem wären wir so weit nicht gekommen.
    Heute ging es hinaus aufs Wasser. Schon nach wenigen Minuten war klar, warum diese Landschaft so besonders ist: überall Palmen, sattes Grün und kleine Boote, die hier ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Das Leben findet am Wasser statt. Wäsche waschen gehört auch hier einfach zum Leben. Ebenso die körperliche Reinigung. Fischer zeigen uns stolz das Netz mit ihrem Fang.
    Nur Wasser, Palmen und immer wieder kleine Einblicke in das Leben direkt am Ufer. Einer der Momente, die man nicht groß erklären muss – man schaut einfach und genießt.
    Ein Kingfisher fliegt vorbei, große Greifvögel ziehen ihre Kreise. Weißkopfadler oder Brahminenweihe, nicht gut zu erkennen.
    Und dann entdecken wir tatsächlich Ronaldo, Messi und Neymar mitten im Wasser. Offensichtlich sind die Inder große Fans von den Spielern.
    Eine große Detonation. Lucie und ich schrecken zusammen. Wir schippern gerade an einem Tempel vorbei und der Bootsführer erklärt, zu Ehren der Götter werden Böller gezündet.
    Die Fahrt geht zurück bis zur Hängebrücke. Die Sonne steht schon tief und zaubert ein wunderschönes Licht auf das Wasser.
    Am Abend dann Lucies, Brigittes und Tonys Abschiedsessen. Es ist schon ein komisches Gefühl, nach all den gemeinsamen Tagen Abschied zu nehmen. Auf unserem Tisch steht passend dazu:
    „WE WILL MISS U“
    Und genau so ist es auch.
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