• Maritta Wulf-Bauer
  • Maritta Wulf-Bauer

Kerala und Sri Lanka

Weils so schön war, nochmal.... Read more
  • Trip start
    August 23, 2026
  • Thalikulam

    August 24 in India ⋅ ☁️ 28 °C

    Das Warten habe ich zwangsweise ausgiebig genutzt.
     Wetterturbulenzen haben meine Ankunft im Nattika Resort bis in den späten Abend verzögert.
    Nur noch todmüde ins Bett gefallen.

     Geplant war, wieder zu „Onam“ hier zu sein.
    Das indische Erntedankfest wird hier eine ganze Woche gefeiert.
    Tanzveranstaltungen und diverse Vorführungen.

     Heute findet auch der Wettbewerb um das schönste florale Onam-Zeichen statt.

    Teilweise bis tief in die Nacht haben die Angestellten daran gearbeitet.
    Der erste Platz wurde an das Ayurvedazentrum vergeben.
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  • Pulikali - tanzende Tiger

    Aug 28–30 in India ⋅ ☁️ 30 °C

    Ausflug nach Thrissur, um Pulikali zu sehen. Wir kommen einen Tag eher, weil am Feiertag kein Durchkommen mehr möglich sein wird.
    Ein Tuktuk bringt uns zuerst zu einem von mehreren Orten, wo die Männer angemalt werden. 450 Teilnehmer sind es. Etliche Männer sind mit pinseln und ansprühen beschäftigt. Es riecht stark nach Lösungsmitteln. Gesund ist das bestimmt nicht.
    Auch futtern sich viele Männer einen ordentlichen Bauch an, umschönen damit wackeln zu können.
    Wir werden durch die Absperrung durchgewunken und müssen uns nicht anstellen.
    Da hat es Vorteile, in der Menge aufzufallen.
    Die Männer können sich mit Stöcken abstützen, bis die Farbe trocken ist. Offensichtlich dauert es auch sehr lange.
    Nachmittags dann der Umzug.
    Menschenmassen drängen sich. Wir dürfen auf einer Zuschauertribüne Platz nehmen. Überblicken das Treiben und sitzen ganz bequehm, bekommen sogar noch Tee und Wasser.
    Irgendwann wollen wir aber dann doch mitten ins Geschehen und die Tigermänner aus nächster Nähe sehen. Dann allerdings entstehen Riesengedränge, Polizei und Helfer halten an Seilen und drängen die Menschen zurück, um den tanzenden Tigern Platz zu schaffen. Wir versuchen, da raus zu kommen, allerdings nicht so einfach. Man wird durch die Menge einfach mitgezogen. Da kann ganz schnell Panik entstehen, und wir sind sehr erleichtert, da heile wieder raus zu kommen. Wir laufen dann in die entgegen gesetzte Richtung zum Anfang des Zuges.
    Hier wird es ganz entspannt, kein Geschubse und Gedränge und wir können in Ruhe den Zug zu Ende schauen.
    Sehr beeindruckend, annähernd vergleichbar mit den deutschen Karnevalszügen, wenngleich auch weniger zivilisiert.
    Toll, das gesehen zu haben.
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  • Nichtstun

    August 30 in India ⋅ ☁️ 28 °C

    Nichtstun ist anstrengend.
    Die Tage gehen trotzdem erstaunlich schnell vorbei.
    Na ja – bis auf die drei Fastentage. Die ziehen sich dann doch ein kleines bisschen länger. Morgens gibt es Reiswasser, mittags Reiswasser und abends, als kulinarisches Highlight, ein Reissüppchen. Aber was macht man nicht alles für die Gesundheit! Und ehrlich gesagt: Ich bereue keinen einzigen Tag. Auch diese drei Tage gehen irgendwann vorbei – und danach schmeckt das Essen gleich doppelt so gut.
    Gott sei Dank wird es uns an den übrigen Tagen direkt an den Tisch gebracht. So sind wir wenigstens nicht der Versuchung ausgesetzt, am Buffet völlig hemmungslos zuzuschlagen. Eine durchaus wichtige Vorsichtsmaßnahme!
    Von 10 bis 12 Uhr finden die Anwendungen statt. Vorher geht es noch kurz zu den Ärzten, um den aktuellen Befindlichkeitsstatus durchzugeben. Schließlich soll auch während der Behandlung alles genau beobachtet und gegebenenfalls angepasst werden.
    Bei meinen Anwendungen begleiten mich zwei Frauen durch die gesamte Ayurveda-Zeit – und zwar immer dieselben. Das schafft schnell eine gewisse Vertrautheit. Sie kennen jeden Handgriff und wissen genau, was als Nächstes kommt.
    Für jeden von uns gibt es einen genauen Behandlungsplan, der bereits bei der Erstuntersuchung festgelegt wurde. Nichts geschieht zufällig, alles hat seinen Platz und seine Zeit.
    Viyajakumari, die Ältere der beiden, beginnt jedes Mal mit demselben Ritual. Ich habe inzwischen das Gefühl, dass allein diese ersten Handgriffe schon ausreichen, um meinen Körper darauf einzustimmen: Jetzt beginnt die Entspannung.
    Danach folgt eine intensive Kopfmassage. Anschließend wird mir ein Tuch um den Kopf gebunden und ich werde auf die Behandlungsliege gebeten.
    Und dann passiert etwas Eigenartiges: Kaum liege ich dort, beginnt eigentlich schon der Dämmerschlaf. Eine tiefe, fast schwebende Entspannung breitet sich aus. Man bekommt kaum noch mit, was um einen herum geschieht.
    Dann beginnen die eigentlichen Anwendungen. Zu zweit, eine auf jeder Seite, arbeiten die beiden gleichzeitig und erstaunlich synchron. Mal ist es eine Pulvermassage, dann kommen Pulverstempel zum Einsatz, anschließend warme Reisstempel oder eine ausgiebige Ölmassage.
    Man muss nichts tun. Nichts denken. Nichts organisieren.
    Nur daliegen, loslassen und sich behandeln lassen.
    Und genau das ist vielleicht das Schwierigste an der ganzen Ayurveda-Kur: wirklich nichts zu tun.
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  • Auf zur Chempilly Hängebrücke

    September 8 in India ⋅ ⛅ 29 °C

    Eigentlich wollten wir ein Paddelboot mieten, aber ein Missverständnis des Tuktukfahrers hat uns ein solarbetriebenes größeres Boot beschert. Im Nachhinein waren wir froh, nicht in der Hitze paddeln zu müssen, von der Sonne gebraten. So hatten wir ein großes Boot für uns allein. Schattig und geräuschlos, außerdem wären wir so weit nicht gekommen.
    Heute ging es hinaus aufs Wasser. Schon nach wenigen Minuten war klar, warum diese Landschaft so besonders ist: überall Palmen, sattes Grün und kleine Boote, die hier ganz selbstverständlich zum Alltag gehören. Das Leben findet am Wasser statt. Wäsche waschen gehört auch hier einfach zum Leben. Ebenso die körperliche Reinigung. Fischer zeigen uns stolz das Netz mit ihrem Fang.
    Nur Wasser, Palmen und immer wieder kleine Einblicke in das Leben direkt am Ufer. Einer der Momente, die man nicht groß erklären muss – man schaut einfach und genießt.
    Ein Kingfisher fliegt vorbei, große Greifvögel ziehen ihre Kreise. Weißkopfadler oder Brahminenweihe, nicht gut zu erkennen.
    Und dann entdecken wir tatsächlich Ronaldo, Messi und Neymar mitten im Wasser. Offensichtlich sind die Inder große Fans von den Spielern.
    Eine große Detonation. Lucie und ich schrecken zusammen. Wir schippern gerade an einem Tempel vorbei und der Bootsführer erklärt, zu Ehren der Götter werden Böller gezündet.
    Die Fahrt geht zurück bis zur Hängebrücke. Die Sonne steht schon tief und zaubert ein wunderschönes Licht auf das Wasser.
    Am Abend dann Lucies, Brigittes und Tonys Abschiedsessen. Es ist schon ein komisches Gefühl, nach all den gemeinsamen Tagen Abschied zu nehmen. Auf unserem Tisch steht passend dazu:
    „WE WILL MISS U“
    Und genau so ist es auch.
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  • Der letzte Tag in meiner Bubble

    September 13 in India ⋅ ☁️ 29 °C

    Der letzte Tag ist angebrochen. Morgen werde ich diese kleine Bubble verlassen und den nächsten Reiseabschnitt beginnen.

    Im Hintergrund rauscht das Meer, und während ich hier sitze, ist sehr viel Wehmut dabei, dieses kleine Paradies zu verlassen.

    So viele Menschen kümmern sich hier um alles: um den wunderschönen Garten, das Essen, die Wäsche und natürlich – in erster Linie – um die Behandlungen.

    Mit einer unendlichen Geduld sitzen die Frauen auf dem Rasen und zupfen jedes noch so kleine Unkräutchen heraus. Und trotzdem sind sie fröhlich, lachen und rufen einem immerzu ein herzliches „Namaste“ zu. Es sind diese kleinen Begegnungen, die diesen Ort so besonders machen.

    Die tägliche Behandlung dauert zwei Stunden und beginnt mit einem Ritual. Die Therapeutin streut zunächst ein Puder auf meinen Kopf, betet und beginnt anschließend mit der Kopfmassage. Öl wird in den Händen verrieben und dann wird die Kopfhaut kräftig und ausgiebig massiert.

    Danach folgt die Rückenmassage. Anschließend werde ich auf die Liege gebeten und zwei Therapeutinnen massieren mit vier Händen gleichzeitig. Je nach Behandlung ist es eine Pudermassage, eine Ölmassage oder manchmal auch eine Reismassage. Dabei werden Reis und Milch miteinander vermischt und anschließend auf dem Körper verrieben.

    Ein ganz besonderes Highlight ist der Stirnguss – dieses Gefühl, wenn warmes Öl ganz gleichmäßig über die Stirn fließt und man einfach nur noch loslassen kann.

    Jetzt, am letzten Tag, fühle ich mich tatsächlich so, als wären meine Batterien wieder aufgeladen.

    Und genau das ist es vielleicht, was ich aus dieser Zeit mitnehme: Ruhe, neue Energie und das Gefühl, wieder bereit zu sein für das, was als Nächstes kommt.
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  • Mankuliya

    Sep 14–15 in Sri Lanka ⋅ 🌧 29 °C

    Sri Lanka empfing mich mit heftigen Wolkenbrüchen und lautem Donnergrollen. Eine ganze Stunde mussten wir noch im Flugzeug ausharren, bevor wir endlich aussteigen und mit dem Auschecken beginnen konnten.

    Als wir im Dunkeln im Hotel ankamen, war ich ehrlich gesagt erst einmal nicht besonders begeistert. Alles wirkte ein bisschen fremd und wenig einladend. Doch am nächsten Morgen, bei Tageslicht, zeigte sich das Hotel plötzlich von einer ganz anderen Seite
    Nach drei Wochen „Water Porridge“ war dieses Frühstück für mich der absolute Hammer!
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  • Buddha in Dambulla Cave

    September 15 in Sri Lanka ⋅ 🌧 30 °C

    Im Vorfeld hatte ich bereits eine Tour durch Sri Lanka mit einem Fahrer gebucht. Und tatsächlich: Kaum war das Frühstück beendet, stand er schon vor der Tür. Also Koffer schnappen, einsteigen – und los geht das nächste Abenteuer!

    Unser erster Stopp war ein Telefonladen. Dort wurde mir die sri-lankische SIM-Karte direkt ins Handy eingesetzt – und schon war ich wieder mobil.

    Was mir während der Autofahrt sofort auffällt: Hier ist es erstaunlich sauber. Kein Müll, kein Dreck – einfach alles wirkt gepflegt und ordentlich.

    Nach etwa zwei Stunden Autofahrt erreichen wir die Dambulla-Höhlen – und vor uns liegt erst einmal ein ziemlich langer Aufstieg über unzählige Stufen.
    Oben angekommen, entdecken wir insgesamt, glaube ich, neun Höhlen, die mit zahlreichen Buddha-Figuren und Darstellungen geschmückt sind. Die Atmosphäre ist ganz besonders, fast ein bisschen mystisch. Überall stehen Buddha-Figuren in unterschiedlichen Größen, und die Wände und Decken sind mit wunderschönen Malereien bedeckt.

    Man sieht auch immer wieder Menschen, die mit viel Sorgfalt die alten Gemälde und Buddha-Figuren restaurieren. Der Abstieg ist dann zum Glück deutlich einfacher – und vor allem wesentlich weniger schweißtreibend als der Aufstieg.

    Als Nächstes steht eine Village-Tour auf dem Programm. Ich kann mir ehrlich gesagt noch nicht so richtig vorstellen, was mich erwartet. Schon die Anreise ist jedenfalls ziemlich witzig: Mit einem Ochsenkarren geht es zu einem kleinen See. Von dort paddeln wir mit einem Katamaran über den See und werden am anderen Ende wieder abgesetzt.

    Nach dem Aussteigen laufen wir nur ein paar Schritte und werden schon in einem kleinen Haus von zwei Frauen erwartet. Sie zeigen uns ganz praktisch, wie eine Kokosnuss verarbeitet wird: wie man sie schält, öffnet und anschließend mit einem kleinen Gerät das Fruchtfleisch herauslöst.

    Mir wird auch gezeigt, wie Hirse in einer Mühle gemahlen wird. Natürlich darf ich es selbst ausprobieren – und merke dabei sofort, wie viel Kraft und körperliche Arbeit dahintersteckt.

    Wir können sehen, wie Roti gebacken werden und kleine Honiggebäcke entstehen. Anschließend wird uns ein wunderbares Lunch serviert, und mein Driver und ich können in aller Ruhe essen und genießen.

    Nach einer kurzen Fahrt bringt mich mein Fahrer zu dem Hotel, in dem ich die nächsten zwei Tage bleiben werde. Welch ein interessanter Tag.
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  • Zu Gast bei Königs

    September 16 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 32 °C

    Heute geht es nach Polonnaruwa zu den alten Königsstätten. Im 12. Jahrhundert hat hier ein König gelebt, dessen Name für mich völlig unaussprechbar ist.

    Ich frage mich immer wieder, wie die Menschen damals ohne Maschinen solche gewaltigen Bauwerke und wunderschönen Figuren aus dem Stein meißeln konnten. Eine unglaubliche Leistung.

    Obwohl es noch früh am Morgen ist, verbrenne ich mir beim Ausziehen der Schuhe fast die Füße. Vor den Buddha-Figuren müssen Schuhe und Hüte ausgezogen werden. Autsch! Die Steine sind schon jetzt glühend heiß.

    Eine nette Dame macht ein Foto von mir. Kurz darauf kommt eine energische Frau und erklärt mir, dass man Buddha niemals den Rücken zukehren oder ihm die Fußsohlen entgegenstrecken darf. Uiih – da habe ich wohl einen großen Fehler gemacht!

    Mittags gibt es Farmers Lunch: Reis und jede Menge Gemüsegerichte in großen und kleinen Schüsseln. Die Guides erklären die Gerichte und warnen vor der Schärfe. Es schmeckt jedenfalls sehr lecker.

    Danach geht es zur Jeep-Safari. Unser Fahrer entdeckt immer wieder Adler, Ibisse, Kingfisher und andere Vögel.

    Doch dann kommt das Highlight: An einem kleinen See steht eine Herde von bestimmt 20 Elefanten – darunter zwei winzige Elefantenkinder, gerade einmal sechs und acht Wochen alt. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet!

    Die Elefanten trinken, baden und grasen ganz in Ruhe. Die Kleinen spielen und pusten im Wasser. Ein wunderschöner Anblick.

    Auf dem Rückweg sehen wir weitere Elefanten. Am Ausgang warten bereits unzählige Jeeps, und auch auf den Straßen bleiben immer wieder Autos stehen, um die Elefanten zu beobachten, die durch die abgeernteten Felder auf Nahrungssuche sind.

    Was für ein Tag – und was für ein besonderes Erlebnis! Ich bin glücklich, die Elefanten so nah gesehen zu haben
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  • Zahntempel und Feuerlauf

    Sep 17–18 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 27 °C

    Den Löwenfelsen von Sigiriya überlasse ich dann doch lieber den Jüngeren. Über 1.200 Stufen hinaufzusteigen, traue ich mir als alte Dame nicht mehr zu.
    Also bewundere ich den imposanten Felsen aus sicherer Entfernung.
    Sänftenträger sind schließlich auch nicht mehr so leicht aufzutreiben.

    Weiter geht es nach Kandy zum berühmten Zahntempel. Angeblich wird hier einer der Zähne Buddhas als Reliquie aufbewahrt.
    Vor dem Tempel reihen sich Blumenstände aneinander, mit kleinen, hübschen Gestecken, die als Opfergaben hineingetragen werden.
    Viele Menschen, überwiegend in Weiß gekleidet, strömen zum Tempel, darunter auffallend viele Schulklassen.
    Nach dem Einchecken im Hotel bleibt mir noch etwas Zeit, bevor die obligatorische Tanzveranstaltung beginnt.
    Eine reine Touristenveranstaltung – nicht unbedingt mein Ding. Aber nun, sie ist mitgebucht: mitgefangen, mitgehangen.
    Die Kostüme sind jedenfalls hübsch anzusehen. Über die Musik allerdings … darüber kann man streiten.
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  • Besuch einer Teefabrik und ein Wermutstropfen

    Sep 18–20 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 25 °C

    Von Kandy geht die Reise weiter nach Nuwara Eliya. Unterwegs halten wir in einer Teefabrik, wo mir eine deutsche Führerin auf Deutsch die einzelnen Schritte der Teeverarbeitung erklärt. Andere Führerinnen sprechen Spanisch, und im Hintergrund höre ich sogar Japanisch – ein wahrhaft internationales Tee-Erlebnis.

    Dann kommt allerdings der Wermutstropfen: Heute fährt offensichtlich kein Zug nach Ella. Das Bahnpersonal streikt wegen Gehaltsverhandlungen. Also geht es für uns mit dem Auto weiter.

    In Ella angekommen, fühle ich mich sofort ein wenig nach Ubud auf Bali versetzt: geschäftiges Treiben, ein Restaurant neben dem anderen, überall Reggae-Musik und vor allem Backpacker, die das Straßenbild prägen.

    Ich esse in einem kleinen, typisch sri-lankischen Restaurant – keine große Kette, sondern ganz authentisch. Serviert werden mir String Hoppers. Leider fällt mir erst nach dem Essen ein, dass ich ein Foto machen wollte. Tja, da heisst es wohl:
    "ich habe heute leider kein Foto für dich"
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  • Von draußen zu drinnen

    September 19 in Sri Lanka ⋅ 🌧 24 °C

    Es ist heiß. Sehr heiß. Auf dem Weg zum Little Adam’s Peak kommen wir an einer Poolbar und einer Zipline vorbei. Sogar Walle-Walle-Kleider für Influencerinnen kann man hier ausleihen für eine Riesenschaukel.
    Mein Kreislauf ist heute allerdings etwas kippelig, deshalb nur halbe Strecke – man muss ja nicht jeden Berg bezwingen.
    Danach geht es zur Nine Arch Bridge. Bergauf, bergab, aber immerhin teilweise durch Wald und damit im Schatten. An der Brücke angekommen, stehen schon unzählige Menschen und schwitzen vor sich hin. Mein Guide findet einen Platz mit schönerer Sicht auf der anderen Seite. Also laufen wir ein Stück über die Gleise. Der Zug wird rechtzeitig angekündigt – alles ganz entspannt.
    Dann kommt er. Und sofort werden überall die Kameras gezückt. Jeder möchte festhalten, wie der Zug langsam auf die Brücke fährt und dort sogar anhält. Ein echtes Instagram-Ereignis.
    Und jetzt löst sich auch der Wermutstropfen von gestern auf: Mein Tour-Organisator hat tatsächlich eine Karte für mich organisiert. So darf ich am Nachmittag immerhin 40 Minuten auf dieser wunderschönen Strecke mitfahren und die Nine Arch Bridge nicht nur von außen bestaunen, sondern auch aus dem Zug heraus erleben.
    Also: von draußen nach drinnen. Genau das, was ich mir gewünscht habe.
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  • Auge in Auge

    September 20 in Sri Lanka ⋅ 🌬 31 °C

    Um zwei Uhr nachmittags ging es mit dem Jeep auf Safari. Ich war der einzige Fahrgast, mein Guide und der Fahrer saßen vorne.
    Für mich hatte das den großen Vorteil, dass ich jederzeit die Seite wechseln konnte, sobald irgendwo etwas Interessantes auftauchte.
    Zu sehen gab es jede Menge: Pfauen, Axishirsche, Kingfisher, große Greifvögel, Nashornvögel und die kleinen, wunderschönen Green Bee-eater, die nicht einfach durch die Luft flatterten, sondern regelrecht dahinsegelten.
    Natürlich sahen wir auch Elefanten.

    Die spannendste Begegnung hatte ich allerdings nicht im Nationalpark, sondern auf der Straße. Plötzlich stand ein Elefant mitten auf der Fahrbahn. Unser Fahrer fuhr nicht einfach vorbei, sondern blieb direkt neben ihm stehen. Und so standen wir da – Jeep neben Elefant, Auge in Auge mit mir. Er war so nah, dass ich jedes Detail sehen konnte. Ein ziemlich beeindruckender Moment, bei dem ich mir allerdings auch dachte: Hoffentlich bleibt er genauso entspannt wie wir!
    Auf einen Leoparden hatte ich natürlich ebenfalls gehofft. Einige andere Jeeps hatten tatsächlich das Glück, einen zu entdecken – ich gehörte diesmal leider nicht dazu. Aber meine Safari ist ja noch nicht ganz vorbei: Die Morgensafari steht noch aus. Vielleicht begegnet mir der Leopard ja dann.
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  • Morgensafari

    September 22 in Sri Lanka ⋅ 🌧 28 °C

    Um Viertel nach vier klingelt der Wecker – mitten in der Nacht. Wie üblich vor solchen Tagen habe ich schlecht geschlafen. Meine Ayurveda-Ärztin sagt: Mein Körper präpariert sich für den nächsten Tag.
    Um fünf Uhr steht bereits das Auto vor dem Hotel. Die Sachen sind gepackt und los geht es zur Morgensafari. Noch ist es stockdunkel und hinten im offenen Jeep empfindlich kühl. Ich bin froh, dass ich meine warmen Sachen eingepackt habe.

    Kurz vor sechs erreichen wir die Einfahrt zum Nationalpark. Vor uns warten drei oder vier Jeeps, hinter uns wird die Schlange immer länger.
    Und auch heute steht ein Elefant am Straßenrand und beobachtet gelassen die wartenden Autos.
    Heute fährt der Fahrer andere Wege als gestern. Plötzlich überschlägt sich die Stimme von ihm und seinem Begleiter: „Bear, Bear!“ Ich reiße den Kopf herum – und tatsächlich: Ein großer, dunkler Bär schießt direkt vor unserem Jeep über den Weg. Ein kurzer, aufregender Moment – und schon ist er im Gebüsch verschwunden. Natürlich viel zu schnell für meine Kamera. die beiden sind völlig aus dem Häuschen. Ramish sagt: Du hast das Bild in deinem Herzen!
    Bären bekommt man hier nur sehr selten zu Gesicht. Kein Wunder, dass die beiden so aufgeregt sind.
    Ein anderes Tier dagegen hat es überhaupt nicht eilig. Ein Mungo trippelt seelenruhig vor unserem Jeep herum, schnuppert hier, scharrt dort und sucht sich schließlich ein weiches Plätzchen. Mit den Vorderpfoten buddelt er den Boden zurecht, und lässt sich gemütlich nieder. Unser Jeep? Interessiert ihn überhaupt nicht.
    Ein Mungo ist übrigens ein ziemlich furchtloser Geselle. Er kann es sogar mit Schlangen aufnehmen – dank seiner Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit hat er dabei erstaunlich gute Chancen. Schlangen gehören deshalb zu seiner Beute. Kaum zu glauben, wenn man ihn gerade so friedlich vor unserem Jeep beim Buddeln beobachtet.
    Und dann ist da noch diese unglaubliche Vielfalt an Tieren: Makaken, die ausgelassen miteinander spielen, Vögel mit Schnäbeln, die an kleine Löffel erinnern, Echsen, Elefanten und unzählige andere Tiere, die mir vor die Kamera kommen. Wenn ich wirklich alle aufzählen wollte, würde daraus fast schon ein eigener Tierführer werden. Genau das macht diese Safari so besonders: Hinter jeder Kurve könnte schon die nächste Überraschung warten.
    Einen Leoparden habe ich immer noch nicht zu Gesicht bekommen. Aber dafür einen Bären und einen Mungo – und das allein hat mich völlig zufrieden gemacht.
    Wir verlassen nun den Park. Die Morgensafari ist vorbei, und unsere Fahrt geht weiter nach Galle.
    Hier halte wir bei den "fischern" an. Die setzen sich für ein Bakschisch mit einem Stöckchen auf den Sitz. Gefischt wird so schon lange nicht mehr. 🤣
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  • Abschied von Sri Lanka

    September 23 in Sri Lanka ⋅ 🌬 29 °C

    Galle hat mich vor allem mit Regen begrüßt und verabschiedet.
    Nun geht es auf der Schnellstraße Richtung Flughafen. Ein ungewohntes Bild für Sri Lanka: freie Fahrt, kaum Verkehr – keine Tuk-Tuks, keine Busse, kein hektisches Überholen.

    Am Flughafen angekommen, fahre ich wieder zu dem Hotel, in dem ich schon meine erste Nacht verbracht habe. Diesmal wirkt alles ganz anders: Sonnenschein und Tageslicht statt Dunkelheit – und so kann ich das Hotel und seine Umgebung zum ersten Mal richtig sehen.

    Ich habe noch viel Zeit und mache mich zu Fuß auf den Weg zum Strand. Die Sonne steht inzwischen hoch, eine leichte Brise kommt vom Meer herüber, und mit jedem Schritt entfernt sich der Trubel der Straße. Vor mir tauchen die Fischerboote am Ufer auf – und damit auch der kleine Fischmarkt, auf dem im Morgengrauen die Fischauktionen stattfinden.

    Jetzt, um diese Uhrzeit, ist es dort allerdings fast still. Nur zwei Verkäufer bieten noch ihren Fang an. Ganz anders als am frühen Morgen, wenn hier das Leben tobt.
    Auf dem Weg zurück werde ich von einer älteren Frau angesprochen. Sie spricht erstaunlich gut Englisch und kommt schnell mit mir ins Gespräch. Schließlich lädt sie mich sogar ein, mit zu ihr nach Hause zu kommen. Eine freundliche, unerwartete Begegnung, die mir noch einmal zeigt, wie offen und herzlich die Menschen hier sein können.

    Ganz ohne Hintergedanken hat sie mich vermutlich jedoch nicht angesprochen. Sie erzählt mir, dass ihr Mann verstorben sei und sie nun mit ihrer Schwiegertochter und den kleinen Kindern allein lebe. Außerdem habe die Familie nur wenig Geld.
    Also :
    Tue was auf dein Karmakonto und schenke ihnen ein paar Rupien. Sie freuen sich sehr – und mir tun die paar Euro nicht weh.
    Am späten Nachmittag füllt sich der Strand wieder. Zum Sonnenuntergang kommen viele Menschen ans Meer, Familien treffen sich, und einige Kinder lassen bunte Drachen steigen. Langsam sammelt sich alles am Strand – ein schöner, lebendiger Abschluss meines letzten Tages in Sri Lanka.

    Zum Abschied gönne ich mir noch einen Teller Prawns in einem kleinen Fischrestaurant direkt am Strand. Während ich aufs Meer schaue, lasse ich die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren.

    Doch morgen beginnt ein neuer Abschnitt meiner Reise: Am Flughafen in Delhi treffe ich meine liebe Freundin Ines, und von dort aus geht es gemeinsam weiter.
    Ein neues Abenteuer beginnt.
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    Trip end
    September 23, 2026