• Morgensafari

    September 22 in Sri Lanka ⋅ 🌧 28 °C

    Um Viertel nach vier klingelt der Wecker – mitten in der Nacht. Wie üblich vor solchen Tagen habe ich schlecht geschlafen. Meine Ayurveda-Ärztin sagt: Mein Körper präpariert sich für den nächsten Tag.
    Um fünf Uhr steht bereits das Auto vor dem Hotel. Die Sachen sind gepackt und los geht es zur Morgensafari. Noch ist es stockdunkel und hinten im offenen Jeep empfindlich kühl. Ich bin froh, dass ich meine warmen Sachen eingepackt habe.

    Kurz vor sechs erreichen wir die Einfahrt zum Nationalpark. Vor uns warten drei oder vier Jeeps, hinter uns wird die Schlange immer länger.
    Und auch heute steht ein Elefant am Straßenrand und beobachtet gelassen die wartenden Autos.
    Heute fährt der Fahrer andere Wege als gestern. Plötzlich überschlägt sich die Stimme von ihm und seinem Begleiter: „Bear, Bear!“ Ich reiße den Kopf herum – und tatsächlich: Ein großer, dunkler Bär schießt direkt vor unserem Jeep über den Weg. Ein kurzer, aufregender Moment – und schon ist er im Gebüsch verschwunden. Natürlich viel zu schnell für meine Kamera. die beiden sind völlig aus dem Häuschen. Ramish sagt: Du hast das Bild in deinem Herzen!
    Bären bekommt man hier nur sehr selten zu Gesicht. Kein Wunder, dass die beiden so aufgeregt sind.
    Ein anderes Tier dagegen hat es überhaupt nicht eilig. Ein Mungo trippelt seelenruhig vor unserem Jeep herum, schnuppert hier, scharrt dort und sucht sich schließlich ein weiches Plätzchen. Mit den Vorderpfoten buddelt er den Boden zurecht, und lässt sich gemütlich nieder. Unser Jeep? Interessiert ihn überhaupt nicht.
    Ein Mungo ist übrigens ein ziemlich furchtloser Geselle. Er kann es sogar mit Schlangen aufnehmen – dank seiner Schnelligkeit und Reaktionsfähigkeit hat er dabei erstaunlich gute Chancen. Schlangen gehören deshalb zu seiner Beute. Kaum zu glauben, wenn man ihn gerade so friedlich vor unserem Jeep beim Buddeln beobachtet.
    Und dann ist da noch diese unglaubliche Vielfalt an Tieren: Makaken, die ausgelassen miteinander spielen, Vögel mit Schnäbeln, die an kleine Löffel erinnern, Echsen, Elefanten und unzählige andere Tiere, die mir vor die Kamera kommen. Wenn ich wirklich alle aufzählen wollte, würde daraus fast schon ein eigener Tierführer werden. Genau das macht diese Safari so besonders: Hinter jeder Kurve könnte schon die nächste Überraschung warten.
    Einen Leoparden habe ich immer noch nicht zu Gesicht bekommen. Aber dafür einen Bären und einen Mungo – und das allein hat mich völlig zufrieden gemacht.
    Wir verlassen nun den Park. Die Morgensafari ist vorbei, und unsere Fahrt geht weiter nach Galle.
    Hier halte wir bei den "fischern" an. Die setzen sich für ein Bakschisch mit einem Stöckchen auf den Sitz. Gefischt wird so schon lange nicht mehr. 🤣
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