• Stolz in Varanasi

    September 27 in India ⋅ ☁️ 26 °C

    Heute haben wir einen City Walk mit unserem Guide Sanjay unternommen. Er hatte sich ein wirklich tolles Programm für uns ausgedacht und führte uns zu Fuß durch Varanasi – vorbei an einem Königspalast aus dem 16 Jahrh., einem Hindutempel und einem alten Tempel auf dessen Plätzen die Menschen heute ihre Wäsche zum trocknen auslegen und der aussieht, als wäre er eine Kulisse für „Mogli“.
    Auf Ines’ besonderen Wunsch hin, sind wir auch am „Shivala Dangal“ vorbeigegangen. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Wrestling-Schule. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art Gym wo man zum trainieren hingeht. Die Trainingsgeräte und Gewichte sind kurios, und die Möglichkeiten, die den Sportlern zur Verfügung stehen, sind im Vergleich zu unseren Fitnessstudios begrenzt. Aber eines ist überall deutlich zu spüren: Der Stolz auf die Leistung, auf die Muskeln, auf das Können und auf das, was man sich durch Training erarbeitet hat. Und genau darin gibt es erstaunliche Übereinstimmungen mit unseren Fitnessstudios zu Hause. Ein Highlight des Tages!
    Weiter ging es zum Shivala Ghat. Hier sitzen Gläubige im Ganges und beten. Andere lassen kleine Kerzen auf dem Fluss schwimmen und verbinden damit einen Wunsch. Denn der Ganges nimmt die Wünsche auf und trägt sie weiter – und vielleicht gehen sie dann irgendwann in Erfüllung. Wir haben natürlich auch eine Kerze auf die Reise geschickt. Dieses Ghat ist außerdem für ein Ereignis bekannt, das man sich an diesem überschaubaren Ort kaum vorstellen kann: Alle zwölf Jahre findet die „Kumbh Mela“, eines der größten Pilgerfeste der Welt, statt. Dann wird hier eine Essensausgabe eingerichtet. Ein Teil der Rund 20.000 „Babas“ sollen an diesem kleinen Ghat versorgt werden können. Unvorstellbar! Aber in Varanasi scheint eben vieles möglich zu sein.
    Am Abend hatten wir tatsächlich noch Energie – und wollten zum Ganga Aarti. Die Ganga Aarti ist eine spirituelle Feuerzeremonie direkt am Ufer des Ganges, die zu Ehren des heiligen Flusses abgehalten wird. Wir hatten eine feierliche, ruhige Zeremonie erwartet. Und dann kam alles ein bisschen anders. Es war sehr, sehr laut. Zu Beginn dröhnte sogar indische Bollywoodmusik über den Ganges, bevor die Musik allmählich in die spirituellen Klänge überging.Und dann waren da die Menschen! Unglaubliche Mengen waren gekommen, um dieses tägliche Spektakel zu erleben. Die Ufer waren voll und auf dem Ganges lagen viele Boote, die sich dicht an dicht vor dem Ort versammelt hatten.
    Varanasi ist laut, bunt, manchmal chaotisch, oft überwältigend – und gleichzeitig voller Spiritualität und ganz eigener Geschichten.
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