• Der Atlantik kommt näher

    June 24 in France ⋅ ☀️ 23 °C

    Angers nach Nantes

    Angers verlassen wir natürlich wieder früh. Heute sind knapp 120km nach Nantes zu fahren. Wieder Temperaturen um 42, 43 Grad zu erwarten.
    Inzwischen ist Brigitte für das Navigieren zuständig und sie macht das sehr gewissenhaft und ich fürs Verfahren. Und darum vergeuden wir 30 Minuten unserer kostbaren Frühstunden weil ich falsch abbiege am Weg zur Route.
    In der Nacht sind die Temperaturen nur mäßig gesunken, es hat um 5 Uhr 33 Grad und ein ist superschwül. Eine Wolkendecke drückt extrem.
    Bei der Ausfahrt aus Angers geht es lange an einem Stausee vorbei mit Ruderklubs, Sportanlagen, Badeplätzen. Hier Student sein, kein Fehler!
    Trotz der bedrückenden Hitze rennen schon viele.
    Wir passieren wunderschöne Orte, fahren über Weinberge. Bouchemaine, le Point... Namen zum Merken. Und überall Wein. Wein. Wein.
    Auch wenn wir es immer wieder versuchen. Es ist für uns anstrengend am Abend Wein zu trinken. Was schade und voll arg ist 🤣🤣🤣

    Nach ca. 40 km suchen wir uns einen Bäcker.
    Heute rinnen wir aus wie noch nie. Bäche hinterlassen wir beim Stehen. Auf einem Bankerl trinken wir Kaffee und ich labe mich an einer Miniquiche. Die sind sooooo köstlich!

    Die Strecke ist super abwechslungsreich. Oft wissen wir nicht was wir gerade überqueren bei diesen vielen Flüssen und Armen der Loire.

    Unser Wasser hat beinahe Siedepunkt. Es ist grässlich, aber wir müssen trinken!

    Irgendwo an einer Promenade gehen wir uns abduschen- kühlen geht bei körperwarmen Wasser ja nicht.

    Wolken verhindern zwar die stechende Sonne, aber die Hitze ist gnadenlos. Spinningrad in der Sauna... einfach so zum Vorstellen...

    Schwarzer, relativ frischer Asphalt und der weiße staubige Untergrund sind am Allerschlimmsten.
    Immer wieder muss ich stehen bleiben. Das Blut ist in Aufruhr. Irgendwie als würde es kochen. Natürlich habe ich den Helm immer auf und die knoelange Shorty gegen die Sonne, das wärmt auch. Es schützt aber auch.

    In Oudon lockt ein mächtiger Turm kurz innezuhalten. Wir versorgen uns mit allerlei guten Sachen zum Trinken und erholen uns.

    Ca. 15 km vor Nantes machen wir eine lange Pause an einem kleinen Strand mit künstlichem Schatten.
    Hier erkennt man die Gezeiten schon deutlich. Lange nur Sandbänke ist jetzt viel Wasser drinnen. Das Schwimmen ist verboten, ein paar Jungs- juhu sie verstehen mich und ich sie- meinen das wäre wegen der Strömung. Ich verbringe gefühlt 1 Stunde im Wasser. Frisch ist es nicht, aber nass. Wenn ich mich hinein lege gehe ich nicht unter, allerdings salzig kommt es mir nicht vor.
    Brigitte schläft inzwischen und wacht komplett damelig auf. Unorientiert. Gut durchgekocht.

    16 km noch. 8, ich muss wieder stehen bleiben. Heute ist wahrlich Nanga Parbat! Das kann auch nicht anstrengender sein. Und da gibt es Menschen, die haben lange!!! Hosen beim Radfahren an. Oder Leggins. So oarg

    Rund um die Städte joggen die Leute was das Zeug hält. Wie geht das?

    Und dann sind wir in Nantes! Yipeee.
    Dass wir in unser Apartment kommen ähnelt einer escaperoom Aufgabe. 3x Telefon, 400 Euro Kaution. Ellenlange Anweisungen, aber den Schlüsselcode finde ich nicht. Mon Dieu!

    Grauenvolle Umgebung, mega Baustelle direkt vor der Haustür. Jules Verne, Industrial Stil. Sehr cool aber völlig unpraktisch. Wascheständer gibt es keinen. Licht im Bad wie zu Jules Vernes Zeiten. Fenster in der Früh auf um ein bisschen zu lüften. Bagger.
    Preis. Das teuerste, bisher, weil weit und breit einzige mit Ventilator. Ich würde sagen schlechter Deal. Der Preis des Zentrums. Dafür dinieren wir ganz in der Nähe um 23 Uhr köstlich. Mit Cocktail. Enzino oder so. Gin, Campari, Limette, roter Traubensaft, Mineral und irgendwelche Blüten. Herrlich frisch und nicht süß.
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