• Isabel Kerwien
  • Axel Ambrosius
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Costa Rica

Nach drei traumhaft Tagen im Paradies, bin ich jetzt schon in Richtung Flughafen unterwegs. Ich freue mich darauf, euch bald wieder zu sehen. Leggi altro
  • Rodeo in Brasilito

    12–17 feb 2025, Costa Rica ⋅ ☁️ 30 °C

    Nein, ich bin auf keinem Bullen geritten. Gelegenheit hätte es reichlich gegeben und auch jetzt, heute Abend, höre ich in der Ferne die aufgepeitschte Atmosphäre am Platz, im Zentrum des Ortes, wo für fünf Tage eine hölzerne Arena aufgebaut wurde, um einmal im Jahr die ‘Grandes Fiestas’ zu feiern. Die Brasilitoaner sind außer Rand und Band und die Salutensalven hört man sogar noch in den frühen Morgenstunden.

    Nein, ich wusste es nicht, dass die fünf Tage meines Aufenthaltes mit den fünf Tagen der Fiesta zusammenfallen würden. Jetzt bin ich hier und mache es mir in meiner großzügigen, komfortablen Unterkunft im gesicherten reichen-Amerikaner-Wohnviertel gemütlich, beobachte Papageien 🦜 und Motmots und erforsche die Umgebung und treffe zum ersten Mal auf meiner Reise auf den nordamerikanischen (Pauschal)-Tourismus, der in dieser Region dominiert.

    Es gibt hier einen unglaublich schönen Strand mit türkisfarbenem Wasser, kristallklar, und einem weißen Sand, der aus reinweißen Muscheln besteht. Man kann hier sogar gefahrlos baden, auf weichem Sand und das Wort Paradies passt hier sehr gut. Es soll einer der schönsten Strände Mittelamerikas sein- ich kann es mir vorstellen.

    Richtige Betriebsamkeit gibt es an der ersten Strandhälfte: exklusive Hotels mit Golfplatz in einer der trockensten Regionen Costa Ricas (ab 1000 € pro Nacht), Menschen mit Bierdosen in der Hand im Wasser stehend, ausgehöhlte Ananasse, die einst Piña Colada beherbergten, werden herrenlos an den Strand gespült, gierige Hände greifen nach den reinweißen Muscheln und verstauen sie in großen Sammeltaschen, im Hintergrund rasen Gruppen von Speedscootern geräuschvoll über das Meer und alle 10 Minuten galoppiert eine andere Touristengruppe hoch zu Ross vorbei. An den Wochenenden spuckt ab acht Uhr morgens Minibus nach Minibus seine Menschenladung an der Plaza von Brasilito aus, von wo es zu Fuß oder hoch zu Pferd zur Playa Conchal geht.

    Trotzdem, ich werde mich morgen, am Sonntag, gleich morgens um 6 Uhr zu ihr aufmachen, so ganz kann ich nicht von ihr lassen, auch wenn ich heute schon in die andere Richtung mit dem Bus geflohen bin und festgestellt habe: auch nicht schlecht und gar nichts los!

    Einmal möchte ich sie noch erleben, mich aufs Wasser legen, atmen und für einen Moment denken, am schönsten Ort der Welt zu sein.

    Kleiner Nachtrag:
    Als ich heute gegen 7.30 Uhr an den Strand kam, war schon alles voll, voll mit Einheimischenfamilien, die scheinbar nach der Fiesta, die bis morgens ging, gleich an den Strand sind und sich heute den Strand komplett zurück erobert haben.
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  • Playa, Playa, Playa

    17–25 feb 2025, Costa Rica ⋅ ☀️ 29 °C

    Wer schon genug hat von Costa Ricas Pazifikstränden, der möge diesen Beitrag der Einfachheit halber ignorieren.

    An alle anderen, ich verrate euch einen Geheimtipp: die Playa Junquillal südlich von Tamarindo, sie ist ein Juwel!
    Ein völlig naturbelassener, brauner Strand mit Treibholz, eingefasst von üppiger Vegetation, kilometerweit, unbebaut und absolut plastikfrei.

    Ein paar Lokale im weit ausgedehnten kleinen Ort, eine schöne Sunsetbar und alle treffen sich abends beim Sonnenuntergang am Strand.

    Zweimal die Woche gibt es Yoga direkt mit der Matte im Sand und wenn man Richtung Norden läuft, kommt man an das nächste Juwel, die Playa Blanca, hier ist ein Riff vorgelagert, das die Wellen abbremst und bei Ebbe kann man im glasklaren Wasser schnorcheln.

    Hier hat alles gepasst, eine schöne, relativ preiswerte Unterkunft in der Mundo Milo Ökolodge, in einer netten afrikanischen Rundhütte, von der aus man morgens die Brüllaffen hört.

    Zwar gibt es auch hier Veränderung, vor allem seit Corona, jetzt, wo die halbe Welt einen Zweitwohnsitz zu brauchen scheint, verschwindet auch hier der tropische Trockenwald und damit der Lebensraum von Brüllaffen, Papageien und Co, zugunsten pflegeleichter Einfamilienhäuser mit Schotterfläche. Diese Pest ist wohl ein weltweites Phänomen…

    Jeden Tag aufs Neue war ich völlig fasziniert vom Strand, die Einblicke in die ansonsten verborgene Unterwasserwelt, die die Ebbe offenbart: verschiedenste Untergründe und Gestein, Wassereinschlüsse, in denen sich eine Mikrowelt tummelt, tieflilafarbene Fischlein, Seepferdchen und Schildkröten, Muscheln, derer sich die Einsiedlerkrebse bedienen, um sich neu einzukleiden und ansonsten nichts weiter zu tun als zu gucken an der Playa Junquillal.
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  • Yoga, Ayurveda und Permakultur

    25 feb–1 mar 2025, Costa Rica ⋅ ☀️ 29 °C

    Neugierig hatte mich ein Airbnb in San Juanillo gemacht, das neben Yoga, ayurvedischem Essen auch das Prinzip der Permakultur lebt und so bin ich bei Sonia, Freddy und ihren beiden Söhnen gelandet. Die Homeschooling-Familie stammt ursprünglich aus New Jersey und ist vor acht Jahren nach Costa Rica ausgewandert. Hier haben sie sich in einem kleinen Tal im tropischen Wald nicht nur ihr privates Paradies erschaffen, sondern auch das Retreatzentrum Pura Veda, das neben ayurvedischen Kochkursen, hauptsächlich Yogalehrerausbildungen anbietet. Sonia hat indische Wurzeln und ist mit Yoga und Ayurveda aufgewachsen und von Freddy weiß ich, dass er gerne mit dem Bogen schießt, die Kochkurse anleitet und so lange Dreadlocks hat, dass ein paar der Dreads hinter ihm über den Boden schleifen, wenn er läuft. Die beiden Söhne finden Deutschland cool und lernen zum Spaß Deutsch.

    Im Moment war gerade Flaute zwischen zwei Veranstaltungen und so war ich teilweise der einzige Gast. Morgens von 6.30 bis 8 Uhr habe ich mit Sonia Yoga gemacht, pünktlich um acht Uhr bekam ich Kaffee gemacht und abends um sechs brachte mir Sonia ihr köstliches ayurvedisches Essen in Bio-Qualität vorbei - und das mitten in Costa Rica!

    Anstelle eines Weckers hörte man schon um kurz nach fünf die Brüllaffen in voller Lautstärke und ich konnte unglaublich viele Vögel hören und sehen.

    Fußläufig erreicht man ein staubiges hippie-angehauchtes Dorf mit vielen angestaubten Alt-Hippie-Amerikanern mit Blumen hinterm Ohr, schöne Strände und einige Retreazentren in der Nähe, die Magic-Mushroom und Ayavasca-Zeremonien anbieten. Heute hatte ich noch sehr netten Kontakt mit einer Mitgästin aus Quebec, die hier vor fast 20 Jahren in die Drogenszene abgerutscht war und jetzt hier ist, um das Stück Land zu begutachten, das sie mit ein paar kanadischen Freunden gekauft hat.

    Insgesamt war es sehr ruhig mit viel Raum für innere Einkehr und auch wenn ich mir ein bisschen mehr Familienanschluss erhofft hatte, war es ein sehr schöner Aufenthalt und ich bin wunderbar versorgt und umhegt worden. Danke, Sonia und Freddy.
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  • Beachtown Sámara

    1–8 mar 2025, Costa Rica ⋅ ☀️ 31 °C

    Sámara, das ist ein sichelförmiger, langer von Palmen umsäumter Korallenstrand, Beachclubs, Restaurants, fliegende Händler, ein Bioladen, Imbisslokale und jede Menge gutgelaunte Menschen. Ticos wie Touristen und Expats leben hier anscheinend glücklich zusammen und der Ort zieht europäische und amerikanische Touristen gleichermaßen an.

    Und was ist hier zu tun? Surfen lernen, den Strand entlang reiten, joggen, spazieren, Yoga in einem der zahlreichen Studios praktizieren, sich eine Liege mit Sonnenschirm mieten und den Sundowner im Beach Club mit Live Musik einnehmen. Oder man wandert durch das kleine Privatreservat Werner Sauter, diesmal eines Deutschen, der Weideland aufgeforstet hat.

    Ich hatte ein sehr komfortables Apartment mit Spül- und Waschmaschine und habe das Beachleben am Strand in Sámara und an der benachbarten Playa Carrillo genossen. Hier konnte man teilweise richtig schwimmen, bis mir die Nachbarin erzählte, dass man an der Playa Carrillo öfter mal Spitzkrokodile (bis zu 5,5 Meter lang) aus dem nahe liegenden Fluss in Strandnähe schwimmen sieht. Spielverderberin!

    Fast jeden Abend war ich in meinem Lieblingslokal, wo man mir im Gegensatz zu den chicen Locations nicht den Katzentisch als Alleinreisende angeboten hat, sondern mich unglaublich freundlich und herzlich bewirtet hat.

    Ich war viel im Gespräch: mit dem fliegenden Hängematten-Verkäufer aus Nicaragua, der mit seiner 9-jährigen Schwester die Matten häkelt und sie dann mit relativ wenig Erfolg versucht, am Strand zu verkaufen,. Dort schläft er dann auch und fährt ab und zu mit leeren Taschen, aber vollbeladen nach Nicaragua zurück.
    Mit Rod(rigo) aus Chile, der seit seiner Midlifecrisis vor vier Jahren in Costa Rica gelandet ist und jetzt seit drei Monaten Schawarma mit ausbleibenden Erfolg an einem Imbissstand verkauft.
    Mit Andrea aus Österreich, die zwei kleine Hotels hier hat, aber nie frei hat, weil sie kein Personal für die Rezeption findet, angeblich weil die fähigen Frauen dann doch unter der Fuchtel ihrer Machomänner stehen und diese nicht wollen, dass ihre Frauen abends außer Haus sind.
    Mit Esther aus dem Schwarzwald, die mit einer Reisegruppe unterwegs war und ziemlich genervt von dem permanenten Gemeckere einiger davon war.
    Und mit Steven aus dem Restaurant, der gleich zwei Jobs hat, vormittags an der Rezeption im Hotel, abends im Service im Restaurant und nur ab und zu einen Tag frei hat.

    Trotz der lebhaften, aber entspannten Atmosphäre in Sámara, zieht es mich jetzt vorzeitig weiter: ich möchte noch einmal in die Drake Bay und in den Corcovado, wo wir ganz zu Anfang waren. Die Natur zu erleben und im einfachen Leben abseits des Tourismusstroms zu sein, waren für mich die eigentlichen Qualitäten, mit denen Costa Rica mich für sich eingenommen hat.
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  • Coming home to Montezuma

    8–9 mar 2025, Costa Rica ⋅ ☀️ 30 °C

    In Sámara hätte ich eigentlich bis zum Ende meiner Reise bleiben wollen, so zumindest hatte ich es geplant. Dass es mir zu lange werden könnte, hatte ich dann irgendwann schon geahnt und einen Teil des Aufenthalts storniert. Letztendlich bin ich dann aber nochmal früher aus dem schon bezahlten Apartment abgehauen, als ich das Gefühl bekam, meine mir verbleibende, kostbare Zeit noch einmal genau an den Orten verbringen zu wollen, an denen wir ganz am Anfang waren, im äußersten Süden Costa Ricas, in Drake Bay und dem Corcovado Nationalpark.

    Um von Sámara dort hinzukommen, bin ich zwei ganze Tage mit dem Bus gefahren, zigmal umgestiegen, habe stundenlang am Straßenrand und an Busbahnhöfen gewartet, und dort, wo es mit dem Bus nicht mehr weiter ging, zweimal für insgesamt 50 Kilometer, Fahrer mit klapprigen Fahrzeugen besorgt, die mich zur nächsten Haltestelle gebracht haben.

    Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass ich schon nach dem ersten Reisetag überglücklich war, als ich nach 10 Stunden Fahrt im altbekannten Montezuma ankam. Was für eine Freude! Bekannte Gesichter, nette Gespräche, so ein Genuss, in diesen wunderschönen Ort zurück zu kommen.

    Es gab sogar noch eine Hippie-Party (es geht doch nichts über perfektes Timing!) im kleinen Park, die Kunsthandwerker organisiert hatten mit Livemusik und selbstgemachtem Essen, lokalem Craftbeer und einer Feuershow. Sympathische Locals und Expats, ausgelassenes Tanzen und ein Gefühl wie Coming Home.
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  • San Josecito

    10–13 mar 2025, Costa Rica ⋅ ☁️ 29 °C

    In Montezuma bin ich gleich am nächsten Morgen mit dem Boot, in das man barfuß am Strand einsteigt, während die Crew das Boot gegen die Wellen stemmt, Richtung Jacó gefahren. Auf der Fahrt sahen wir große Delfine, immer paarweise schwimmend, auf und abtauchen.

    Kaum angekommen an der Playa Herradura hat mir Helen, die Tourbegleiterin, sofort einen Fahrer besorgt, der mich von Jacó ins 30 km entfernte Esterillos brachte, um dort an der Bushaltestelle den Bus nach Sierpe zu bekommen, der nur einmal am Tag fährt. Das war eine knappe Nummer, hat aber alles super geklappt.

    In Sierpe kommen die Leute an, die über den Krokodilfluss aufs offene Meer und dann in die Bahía Drake gelangen wollen, um von dort aus Touren in den wiederum nur mit Boot erreichbaren Nationalpark Corcovado zu machen.

    Je näher ich dem Ziel kam, umso glücklicher war ich, ich habe mich einfach so darauf gefreut, hier wieder herzukommen.

    Für die ersten drei Nächte hatte ich mir ein Walk-in-Backpacker-Hostel gebucht, so richtig schön weit abgelegen von allem und ganz nah am Corcovado. So war ich dann auch die einzige auf dem Boot, die dem Abendrot entgegen, nach San Josecito wollte und wurde von Jorge Luis am Strand abgeholt und auf einem kleinen Dschungelpfad ging es schon mit dem letzten Tageslicht Richtung Hostel. Ich fand das schon total aufregend.

    Was soll ich euch sagen? Einfachste Unterkunft, junge Leute und auch ein paar einzelne Angegraute in meinem Alter, die dort gleich monatelang bleiben, eine super lockere und sehr familiäre Atmosphäre, direkt am Strand mit Sonnenuntergang, einsam und paradiesisch.

    Der häufigste Vogel ist dort der scharlachrote Ara, man sieht große Gruppen des vom Aussterben bedrohten Klammeraffen, spielende Kapuzineraffen, Nasen-,Ameisenbären, Tapire, Krokodile, auf die man per Zufall beim Spazierengehen trifft.

    Abends sitzen die Gäste gemeinsam am Tisch und es gibt Austausch über Reisepläne und man erzählt sich, wie es einen hierher verschlagen hat.

    Mary Ann aus Canada musste ihren Van in El Salvador zurücklassen, weil sie für die UN die Katastrophenhilfe organisiert und damit als NGO-Mitarbeiterin nicht nach Nicaragua einreisen durfte und wohl auch ihren Job los ist, weil Trump die Gelder für die UN drastisch gedrosselt hat.

    Die beiden coolen Mädels aus Ulm waren mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Weg in eine weitere abgelegene Unterkunft im Regenwald, in die man sein ganzes Essen selbst mitbringen muss und in der FKK optional ist.

    Aber am meisten haben es mir die Ticos angetan: eine warme, natürliche, gelebte Herzlichkeit, die Lebensfreude strahlt einem förmlich entgegen - pura vida eben- und sie kümmern sich, wollen, dass es dir gut geht, ohne dafür etwas zu erwarten.

    Und so sind Maili, Jorge Luis, Chepe, Ricardo, Romi, Manuel, die Crew vor Ort, in drei Tagen fast zu einer Art Familie geworden, sodass ich heute gar nicht weg wollte, aber sich alle riesig gefreut haben, als ich gesagt habe, dass ich kurz vor meiner Heimreise nochmal für ein paar Tage wiederkomme- wo gibt es denn so was? Na, in Costa Rica natürlich!
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  • Ananas und Co

    11 marzo 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 29 °C

    Mich treibt das Thema des Ananas- und Bananenanbaus um, wenn ich all das Schöne hier sehe, daher in aller Kürze ein paar Infos dazu, falls es euch interessiert.

    - Costa Rica ist der weltweit größte Ananasproduzent und Nummer acht bei Bananen; Deutschland bezieht 40 Prozent aller verkauften Bananen aus Costa Rica

    - transnationale Unternehmen wie Del Monte, Dole und Chiquita dominieren den Markt

    - Costa Rica ist eines der Länder mit dem weltweit höchsten Pestizideinsatz

    - für den Anbau wird artenreicher Regenwald abgeholzt und die Ureinwohner der Bribri ihres Landes beraubt

    -Flüsse und Küstengewässer sind pestizidverseucht, in manchen Gegenden ist dadurch das Trinkwasser ungenießbar

    - REWE, ALDI, LIDL, METRO und EDEKA haben mit ihrer Marktmacht und der Konkurrenz untereinander dafür gesorgt,dass wir Ananas und Bananen so billig bekommen wie nie zuvor

    -Gleichzeitig haben die Big 5 aber in Costa Rica die Abnehmerpreise so gedrückt, dass sich der Anbau nur noch lohnt, wenn immer größere Mengen produziert und immer niedrigere Löhne gezahlt werden.

    - für die Arbeiter bedeutet das Ausbeutung und Krankheit, für den Wald und die Tiere immer weitere Abholzung und Verschwinden ihres Lebensraums

    - Costa Rica gehört zu der artenreichsten Region dieser Erde, jeder Quadratmeter zählt, um diese Megadiversität zu schützen
    (bis zu 12.500 Arten pro 10.000 Quadratkilometer im Vergleich zu Deutschland mit 500 bis 2000 Arten)

    Deswegen, auch wenn ich mich jetzt unbeliebt bei euch mache:
    Bitte kauft keine Bananen und Ananas (aus konventionellem Anbau) aus Costa Rica!
    Nur wir als Konsumenten können Veränderung schaffen, indem wir Verantwortung für unser Handeln übernehmen.
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  • Corcovado Nationalpark

    12–19 mar 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 29 °C

    Nach drei Übernachtungen in Las Caletas ging es morgens um 6 Uhr mit dem Höllenboot, das sich nach zahlreicher Wiederholung gar nicht mehr höllisch anfühlt, los in Richtung Corcovado Nationalpark.
    Auf dem Weg dorthin sahen wir Buckelwale und während wir über eine Stunde entlang des Nationalparks fuhren, war ich überwältigt vor Glück und Schmerz zugleich. Zum einen erlebt man in scheinbar nicht endender Fahrt die schiere Größe des Parks und die Hügel-und Bergkuppen im frühmorgendlichen, aufsteigenden Nebel sahen wunderschön aus. Der Gedanke daran, in den vielleicht artenreichsten Ort der Erde zu fahren, wo es acht verschiedene, komplett intakte Ökosysteme gibt, ist allein schon großes Glück für mich. Zum anderen löst das Wissen darüber, dass die tropischen Länder mit ihren Wäldern und Artenreichtum die ersten Länder sein werden, die aufgrund der durch den Klimawandel steigenden Luftfeuchtigkeit und Temperaturen, nicht mehr bewohnbar sein werden, bei mir große Betroffenheit und Traurigkeit aus.

    Wir verbrachten den Vormittag rund um die Rangerstation in La Sirena, sahen alle vier in Costa Rica lebenden Affenarten (Kapuziner-, Klammer-, Totenkopfäffchen und Brüllaffen), die Fer-de-Lance-Schlange, die giftigste Schlange des Landes, die wohl größere Beute gemacht hatte und anscheinend schon seit Tagen aufgerollt zwischen den Wurzeln eines Baumes verdaute, zwei schlafende Faultiere, Vögel und Fledermäuse.

    Nach dem Mittagessen ging es mit dem Boot zur anderen Rangerstation in San Pedrillo, von wo aus unsere nette, sechsköpfige Gruppe plus Guide, die zweitägige Wanderung durch einen der besterhaltenen Primärwälder starteten. In der Beschreibung der Tour stand, dass sie uns raus aus der Komfortzone und rein ins Abenteuer bringen sollte. Wenn ich so etwas lese, denke ich, das ist bestimmt ein bisschen übertrieben und es wird schon nicht so wild werden, aber dass ich an meine Grenzen kommen würde, merkte ich dann schon recht schnell.

    Das Tempo war sehr zügig und die Steigungen erheblich, es ging beständig sehr steil über rutschigen Lehmboden nach unten, wo meist ein Fluss zu überqueren war und dann wieder sehr steil nach oben mit riesigem Schrittmaß. Über die Bäche sprangen wir oder balancierten auf Baumstämmen. Die Allgegenwart von Puma, Jaguar, giftigen Schlangen und aggressiven wilden Riesenschweinen war spürbar und für jeden Schritt war absolute Konzentration nötig. Es war sehr feucht und heiß und wir hatten nur begrenzt Trinkwasser dabei, außerdem hatte ich bestimmt noch 7 kg Gepäck dabei. Heftig!
    Am späten Nachmittag, nach vier Stunden intensiven Wanderns, tauchte fast aus dem Nichts unsere Herberge auf, wo wir von Fitzcarraldo und seinem Koch empfangen wurden. Wir waren beeindruckt von einer komplett aus Holz gebauten Ranch mit Bar, wo uns sofort Frei-Whisky und Bier gereicht wurde. Wir hatten einen witzigen Abend, waren aber komplett so erledigt, sodass wir alle bereits um 19.30 Uhr schlafen gingen. Am nächsten Morgen bekamen wir Besuch von einem Tapir, auf dem ein weißbrauner Falke saß, der dem Tapir die Zecken entfernte. Was für ein Glück- es gibt in Zentralamerika nur noch etwa 5000 Individuen.

    Der Marsch über Stock und Stein führte uns weiter zu einem wunderschönen Wasserfall und all das Krakxeln, auf allen Vieren Kriechen und in den Schlamm fallen, wurde mit einem herrlichen Bad unter dem Wasserfall belohnt.

    Am Ende unserer Tour hatten wir nicht nur unsere Grenzen erweitert, sondern auch die Urkraft aus dem jahrtausendealten Regenwald gespürt- für mich war es ein unvergleichliches Erlebnis und ein Gefühl von Öffnung, Verbundenheit und tiefer Dankbarkeit und Glückseligkeit.
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  • Die letzten Tage im Paradies

    16–20 mar 2025, Costa Rica ⋅ ⛅ 29 °C

    Durch geschicktes Stornieren, Hantieren und Rumschieben und aufwändige Gepäcklogistik (das Gepäck hatte ich schon vorher in eineinhalb Stunden Fußmarsch verladen), konnte ich mir nochmal drei Tage im Paradies, im Life for Life Hostel in San Josecito bei meiner Tico-Familie ermöglichen. Das war so schön!
    Für mich kaum zu fassen, wie sich alle gefreut haben, dass ich wieder gekommen bin. Inmitten lauter junger Backpacker aus aller Welt, war ich komplett integriert und ich habe den Aufenthalt dort sehr genossen.

    Die traumhafte Umgebung mit Aras, Affen, Ameisenbären, Tukanen, Nasenbären und unzähligen Vögeln und Menschen zum Ratschen, einem Korallenriff um die Ecke, Badestrand und Sonnenuntergang in weniger als drei Meter vom Hostel entfernt, was will man mehr?
    Naja, vielleicht noch den Puma sehen!
    Zwei Gäste aus dem Hostel hatten tatsächlich das Vergnügen. Ich habe mich alleine nicht in den Pumawald gewagt, hätte aber sehr gerne einen gesehen. Vielleicht das nächste Mal?

    Heute morgen hieß es dann Abschied nehmen von den Mitbackpackern und meiner Tico-Familie und das war nicht einfach. Um 6.30 Uhr ging das Boot Richtung Sierpe und da habe ich schon ein paar Tränen vergossen, während der Bootskapitän tief berührt von meiner Wertschätzung für sein Heimatland war.

    Per Zufall habe ich auch erfahren, dass das Hostel verkauft werden soll, Ian, der angegraute schwedische Brite, schreibt schon Businesspläne und will daraus ein schickes Ressort machen. Mir blutet das Herz, der Typ hat den Ort nicht verstanden! Ich hingegen denke an Spanisch-, Yoga- und MBSR-Kurse, an Abenteuertouren und an eine schonende Renovierung (die ist wirklich nötig…). Falls jemand von euch mitmachen möchte und 500.000 Dollar übrig hat, dann meldet euch!

    Ich liege jetzt schon in der Hängematte auf der Baumhausterrasse im Jugendhostel in Uvita. Morgen um elf geht es dann Richtung San José und dann an den Flughafen.

    Was für eine schöne Erfahrung durfte ich die letzten dreieinhalb Monate machen, es gab so viele Begegnungen mit interessanten Menschen aus aller Welt und so viel Tico-Herzenswärme! Selbst hier in Uvita, wo es schon viel touristischer ist, grüßt jeder Tico, lächelt dich an. Was für ein Land! Pura Vida- Dankeschön Costa Rica - ich komme wieder! Quiero volver!

    Jetzt aber mache ich mich auf den Weg zu euch und zu eurer Herzenswärme und ich freue mich sehr, euch alle wieder zu sehen. Danke dafür, dass ihr mich begleitet habt, euch für mich interessiert habt und so mit mir in Verbindung wart. Danke an euch alle ♥️.
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    Fine del viaggio
    20 marzo 2025