Corumbá und eine aufregende Verschiffung
September 16 in Brazil ⋅ ☀️ 27 °C
Nach einer ruhigen, aber kurzen Nacht (der Fährverkehr über den Rio Paraguay geht schon morgens halb 7 los, frühstücken wir noch gemütlich und lassen uns schließlich auch mit der Fähre über den Fluss bringen. Bis zum frühen Nachmittag brauchen wir noch bis Corumbá. Am Ende der Estrada do Parque wird die Straße sehr wellbelchpistig, langweilig und nervend. Hier hat es wohl auch gerade heftig gebrannt, denn weite Teile der Landschaft sind nur noch verkohlte Baumstämme. Wir sind froh, als wir endlich in Corumbá ankommen. Überraschend ist die Stadt ganz hübsch und vor allem viel größer als wir vermuteten. Schade, dass wir morgen schon aufs Boot kommen. Hier hätte man noch ein, zwei Tage verbringen können. Thomas und Sihong bleiben an der Fluss-Promenade stehen, aber wir fahren auf den Stellplatz Pousada do Cachimbo. Die Besitzerin ist nicht besonders freundlich, aber vor allem am Geld interessiert. Aber dafür ist der Platz traumhaft gelegen, mit Blick über den Rio Paraguay, auf das Pantanal und auf Bolivien. Corumbá ist nämlich eine Grenzstadt. Der Stellplatz ist eigentlich eine Pension, aber es lässt sich ja auch noch etwas Geld mit Wohnmobilen verdienen. Bei den Temperaturen über 30 Grad sind wir froh, dass wir den hiesigen Pool nutzen dürfen, genießen den Blick über die schöne Landschaft und hören dem Geschrei der Aras zu, die hier überall in den Bäumen sitzen. Am nächsten Tag, mein Micha hat heute 60. Geburtstag, starten wir ins nächste Abenteuer. 14 Uhr sollen wir an so etwas Ähnlichem, wie einem Hafen sein. Die anderen Womos, die wir auf dem Weg getroffen haben, stehen schon brav aufgereiht da. Nach einer Stunde kommt Relbert. Weil ich die einzige von allen bin, die Portugiesisch spricht, muss ich allen übersetzen. Relbert sagt uns, dass wir und Thomas uns ganz hinten auf den Ponton stellen sollen. Das ist auch der Logenplatz!😍
Dann fahren die einzelnen Fahrzeuge auf den Ponton. Schon der erste hat Probleme. Es werden nämlich einfach zwei Holzplanken vom Ufer auf das Boot gelegt, um den nicht geringen Höhenunterschied auszugleichen und nun muss mit den Rädern genau diese schmalen Planken getroffen werden. Das stellt jeden Fahrer vor enormen Herausforderungen!! Das erste Fahrzeug, ein Landrover, fährt drauf und eine Sekunde, nachdem er mit dem letzten Rad auf dem Boot ist, rutscht eine der Planken ab. Das war gerade nochmal gut gegangen. Aber ich breche in Panik aus. Wenn unser Wohnmobil hier abrutscht, kippt es um und dann war's das!😰. Micha ist aber ziemlich gelassen. Das nächste Wohnmobil kippt bei der Auffahrt etwas zur Seite und schrammt ein Verriegelungsscharnier. Die haben nun eine "nette" Erinnerungsdelle in ihrem Aufbau!
Am Schluss kommen wir mit Thomas dran. Bei uns läuft alles - Gott sei Dank - ohne Probleme. Unsere beiden Autofahrer sind wahre Profis!!! Die Verladung nimmt mehrere Stunden in Anspruch. Als alles beladen ist, fahren wir direkt los. Gleich gibt es auch Abendessen. Die Ponton-Reise beinhaltet auch drei Mahlzeiten. Aber das Essen mag ich gar nicht. Es gibt natürlich, wie immer in Brasilien, Feijão e Arroz (Bohnen und Reis), ab und zu aufgepeppt mit Fleisch und Spaghetti. Außerdem ist der Motor des Bootes nicht richtig in Ordnung und deshalb stößt er viel Dreck aus und dieser Dreck weht auf das Geschirr und das Essen. Ich bin froh, dass wir unsere eigene Küche an Bord haben. Den Geburtstagsabend von Micha lassen wir auf unserer eigenen Terrasse 😅 bei reichlich viel Rebensaft und inspirierenden Gesprächen mit den anderen Reisenden ausklingen. Was für ein aufregender und trotzdem schöner 60.Geburtstag!Read more





















TravelerHerzlichen Glückwunsch 🙋♂️ Ich hatte den runden Geburtstag schon vor ein paar Monaten 😉