• 3-tägige Ponton-Fahrt durchs Pantanal

    Sep 17–20 in Brazil ⋅ ☀️ 31 °C

    Nachdem wir die aufregende Verschiffung hinter uns gebracht haben, schippern wir gemütlich drei Tage auf dem Rio Paraguay mitten durchs Pantanal. Es gibt nicht viel zu tun. Man bekommt Vollverpflegung, wenn man will. Nachdem aber gleich am ersten Abend vom nicht ganz so perfekt laufenden Schiffsmotor eine Ruß-Wolke auf meinem Teller landete, das Besteck aussah, als ob es mal eben in den Fluss getaucht wurde, Sandkörner im Essen waren und es sowieso das traditionelle Essen: Bohnen, Reis und Spaghetti gab, habe ich lieber auf unseren reichhaltig gefüllten Kühlschrank zurück gegriffen. Nur meinem Allesfresser Michael schmeckte es wieder mal fantastisch 😅.
    Die Tage verbringen wir auf 'unserer Terrasse' mit Vogelbeobachtungen (auf dem Boot ist der deutsche Ornithologe Gregor mit seiner Frau Hannah, ein sehr nettes junges Paar und er gibt uns viele tolle Informationen über die hiesige Vogelwelt), mit Spielen und netten Gesprächen. Ab und zu hält das Ponton an. Dann werden Waren an einigen Fazendas abgeladen. Die wenigen Menschen, die hier leben, sind darauf angewiesen, dass ein Mal pro Woche das Boot vorbei kommt und ihnen Vorräte bringt, denn Straßen gibt es hier nicht. Das Leben der Fazendeiros ist hart und spartanisch.
    Am letzten Tag, wir beide sitzen gerade am Frühstück und schauen auf das Ufer, da sehen wir plötzlich einen Jaguar. Er steht am Wasser und gerade als wir vorbei fahren, springt er nach oben auf die Uferböschung. Leider haben wir gerade kein Fotoapparat dabei. Wir sind beeindruckt von dem großen, kräftigen Körperbau der Raubkatze. Ich hatte mir die Onça doch kleiner vorgestellt. Im Dunkeln des dritten Tages kommen wir an und alle Fahrzeuge müssen nun rückwärts auf zwei Holzplanken wieder vom Schiff herunter fahren. Dieses Mal passiert aber kein Malheur. Alle Fahrer schaffen es, ohne dass ihre Wohnmobile Schaden nehmen. Nun sind wir schon wahre Profis im Verschiffen 😅
    Fazit der Ponton-Fahrt von Corumbá nach Porto Jofre: auch wenn es lange dauert, manchmal etwas langweilig ist, die Hitze oft unerträglich, die Moskitos am Abend eine regelrechte Plage sind: wir würden es wieder machen! Es ist auf jeden Fall interessanter als die 1600km Straße zu fahren. Und es ist ja auch mal angenehm, sich auf das ruhige Treiben auf dem Fluss einzulassen, auf das nicht enden wollende Grün der Flusslandschaft zu schauen und die wunderschönen Sonnenuntergänge über dem Rio Paraguay zu genießen.
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