• Jaguare, Jaguare, Jaguare

    Sep 21–22 in Brazil ⋅ ☀️ 36 °C

    Schon auf dem Ponton buchten wir mit den beiden Schweizer Ehepaaren eine Jaguar-Bootstour in Porto Jofre beim Anbieter Photo-Expedition. Raquelle, die Besitzerin kommt noch am Abend, nach unserer Ankunft zum Hafen und kassiert das Geld und gibt uns Hinweise für die Tour am nächsten Morgen. Wir stehen die Nacht direkt neben der Landebahn (ja, hier in dem kleinen Ort gibt es einen kleinen Flughafen, auf dem wahrscheinlich einmal pro Woche ein Flugzeug landet) und am nächsten Morgen müssen wir schon 7 Uhr am Boot sein. Das frühe Aufstehen hier fällt uns nicht schwer. Direkt nach Sonnenaufgang wird es so brüllend warm im Wohnmobil, dass man schnurstracks raus will. Etwa eine dreiviertel Stunde fahren wir auf dem Fluss entlang, als wir schon eine Traube Boote mit Touristen an einer Uferstelle sehen. Da sitzt nämlich schon der erste Jaguar. Die erste. Es ist ein Weibchen, das sich jeden Tag zur etwa derselben Uhrzeit auf diesen Baum setzt. Als würde sie Geld dafür bekommen, lässt sie sich von den Touristen fotografieren und bewundern!! Interessant ist, wie uns der Guide erzählt, dass nur weibliche Jaguare auf Bäume klettern. Lange bleibt sie da sitzen, bevor sie ins Wasser geht und ein Stück schwimmt, um dann wieder ans Ufer zu springen und im Gestrüpp zu verschwinden.
    Unser Guide fährt mit uns in einen kleinen Seitenarm und gerade als wir denken, was will er hier und warum sind wir nicht bei den anderen Booten, taucht ein Jaguar auf, schwimmt direkt vor uns zum anderen Ufer und taucht im Dickicht ab. Ist das beeindruckend!! Kurze Zeit später erscheint noch ein Jaguar. Dieser hat einen Peilsender dran. Der wurde ihm vor vielen Jahren, in den Anfängen des Jaguar -Schutzes um den Hals befestigt. Allerdings ist dieses "Halsband" nun etwas zu eng geworden. Der Arme! Ich verstehe nicht, warum er nicht eingefangen wird und der Sender entfernt wird. Man sieht auch, dass das Tier schon ziemlich alt ist. Seine Leidenschaft scheint Schwimmen zu sein. Die meiste Zeit sieht man ihm im Wasser. Wie uns unser Guide erzählt, macht ihm vielleicht die Hitze etwas zu schaffen. Aha, wir sind also nicht die Einzigen. Aber weil er wohl schon so lange an die Touristen gewöhnt ist, nähert er sich uns bis auf 5 Meter!! Ist das beeindruckend! Dann verschwindet er im Dickicht und wir fahren zu einer Stelle am Fluss, wo es Mittagessen im Boot gibt. Hier wird viel Wert auf Umweltschutz gelegt und so wird uns das Essen auch in Glasbehältern gereicht. Keinerlei Plastik gibt es. Für die "Toilette" muss man in den Busch gehen. Dafür wurde sogar eine große Mülltüte an einem Baum gehängt, wo man das Klopapier rein wirft. Überhaupt gibt es nirgendwo Müll zu sehen. Sehr angenehm!
    Nach dem Essen fahren wir noch zu einer anderen Fluss-Stelle. Dort sitzt gerade wieder ein Jaguar auf dem Baum. Auch dieser geht ins Wasser und schwimmt ein paar Meter weiter, um an einer anderen Stelle ans Ufer zu gelangen. Auf dem Rückweg nach Porto Jofre sehen wir ein Stückchen von einem Jaguar Weibchen, dass gerade Mittagsschlaf unter einem Baum hält. Interessant, dass sie sich so nah am Ufer einen Schlafplatz sucht, wo sie doch die ganze Zeit von Touristen beobachtet wird. Wir fahren nach einer längeren Wartezeit, in der sich der Jaguar nicht von der Stelle rührt, zurück zum Dorf. Glücklich über so eine erfolgreiche Wildtier-Beobachtung - nun ist endlich auch ein Traum von mir erfüllt wurden (vor einigen Jahren waren wir schon einmal im Pantanal, wo wir, zu meiner großen Enttäuschung keinen Jaguar gesehen hatten), - suchen wir uns ein Stellplatz bei Porto Jofre. Auf einen Campingplatz wollen wir nicht, denn die wenigen Möglichkeiten hier sind unverhältnismäßig teuer. Ein Weilchen sitzen wir vier noch vor unseren Fahrzeugen, aber als die Dämmerung herein bricht, werden wir von Mückenschwärmen attackiert. Es ist so schlimm: unser schwarzer Moskitovorhang an der Tür sieht aus wie eine Dichte schwarze Decke: alles Mücken!! Außerdem scheint es heute der heißeste Tag auf unserer bisherigen Reise zu sein: 41 Grad. Selbst in der Nacht sinkt die Temperatur nur um wenige Grad. Der Pantanal ist zwar ein traumhaftes Tierparadies, aber eine wahre Herausforderung für den Körper!
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