• Flucht vor den Moskitos und der Hitze

    September 22 in Brazil ⋅ ⛅ 34 °C

    So wundervoll die Tierwelt im Pantanal auch ist, wir wollen das Gebiet nun doch schnell verlassen, denn die Moskitos und die Hitze in Kombination sind nicht zu ertragen. Wir fahren die berühmte Transpantaneira entlang. Diese Straße sollte von vor einigen Jahren quer durch den Pantanal geschlagen werden. Gott sei Dank wurde in Porto Jofre der Bau gestoppt. Der Bau dieser Straße hätte den Pantanal völlig zerschnitten und hätte verheerende Folgen für das gesamte Ökosystem gehabt. Nun ist die Transpantaneira eine staubige Sandpiste, auf der man immer wieder meistens Holzbrücken, ab und zu Betonbrücken überqueren muss. Normalerweise soll es hier ab und zu Anakondas geben, die sich zum Wärmen auf das Holz der Brücken legen, aber da momentan so eine Hitze herrscht, liegen diese wahrscheinlich träge im Schatten oder noch besser in den zahlreichen Wasserlöchern. Auf jeden Fall gibt es wahnsinnig viele Vögel zu sehen und Krokodile. Am Nachmittag gelangen wir mit Thomas und Sihong zu einer Fazenda, wo wir über Nacht stehen bleiben können. Auch das andere Schweizer Ehepaar, die mit uns schon auf dem Ponton und auf der Bootstour waren, treffen wir hier wieder.
    Alles ist etwas runter gekommen, aber die Menschen sind sehr nett und die Lage an einem kleinen See mit vielen Krokodilen, Capivaras, Hyazinth -Aras und riesigen Leguanen ist unschlagbar. Glücklicherweise gibt es hier auch nur sehr wenige Moskitos. Am Abend mache ich noch eine geführte Nachtwanderung mit anderen Touristen (fast alles Deutsche und Schweizer ), die hier auf der Fazenda übernachten. Micha und die anderen haben keine Lust. Unser Guide ist noch sehr jung, hat aber ein unglaubliches Wissen über Flora und Fauna. Wir sehen eine Tarantel (deren Gift für einen Menschen eigentlich nicht tödlich ist, weil die Menge zu gering ist, jedoch die Haare von ihr bei Kontakt lebensgefährlich ist) und zwei Schlangen. Eine davon ist giftig. Man erkennt das laut Guide daran, dass giftige Schlangen zwischen Augen und Mund ein "Loch", eine Drüse haben, wo das Gift produziert wird. Naja, schön und gut: und wie nah soll man an die Schlange heran kommen, um diese Drüse zu sehen??? Unser Guide nimmt einen Stock und hält damit den Kopf der Schlange fest. Mutig, mutig!! Und das, wo das nächste Gegenserum nicht so einfach zu erreichen ist! Mit uns ist ein deutsches junges Pärchen, von denen die Frau nicht besonders entspannt bei der Nachtwanderung scheint. Und als wir dann die Schlangen sehen, schaut sie verängstigt nach rechts und links und man merkt ihr an, dass sie so schnell wie möglich in ihre Unterkunft zurück will. Als sie im Dunkeln noch von einem Ast im Gesicht gestreift wird, fängt sie an zu schreien. Etwas lustig ist das schon 🙈😅.
    Am nächsten Tag verabschieden wir uns nun von Thomas und Sihong. Ihr stehen die Tränen in den Augen und wir sind alle sehr traurig. Es war sehr schön, die beiden als Reisepartner zu haben. Die beiden müssen nun aber zurück nach Paraguay, um ihre notwendigen Reparaturen durchzuführen. Vielleicht treffen wir uns nächstes Jahr wieder.
    Wir beide unternehmen noch einen kleinen Spaziergang rund um die Fazenda, auf der es mehrere Spazierwege gibt und dann geht es weiter nach Poconé, da wo die Transpantaneira beginnt. In dem kleinen Ort können wir einkaufen und unser Womo bekommt eine äußerst notwendige Wäsche. Dann fahren wir weiter bis Cuiabá, wo wir auf einen nahegelegenen Campingplatz eine Nacht bleiben, der wunderschön an einem Fluss liegt, in dem wir bei den Temperaturen, wieder über 40 Grad, ein erfrischendes Bad nehmen können.
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