• Bockholmwik

    Jun 27–29 in Germany 🌧 26 °C

    Aufgrund der Wettervorhersagen und der aktuellen Meldungen haben wir uns entschlossen, nicht bis nach Flensburg zu fahren, sondern einen kurzen Schlag hierher zu machen. Ein ungewohnter Hafen, ufernah, mitten in der See mit grossen Wellenbrechern aus Stahl angelegt, der Zugang über einen langen Steg zum Land. Und rundum einfach nur Natur, besser Naturschutzgebiet. Im Hafen haben wir dann zwei Boote vom Bodensee angetroffen, eins mit Kennzeichen V = Vorarlberg, eins mit KN. Das eine scheinbar ein Rentner, den`s hierher gezogen und der hier Wohnsitz im Seniorenheim genommen hat. Verständlich, denn die Umgebung erinnert sehr an den Bodensee. Wir waren wohlgeraten mit dem kurzen Schlag, denn schon nachmittags zog eine schwarze Wand auf. Wiederum nette Nachbarn haben uns drauf aufmerksam gemacht, dass wir alles straff ziehen sollen, den letzte Woche habe es eingerollte Segel zerfetzt. Heftige Böen setzten ein, die sich zu zu einem Sturm von 100 km/h auswuchsen und dann Regen in Bindfäden, ein Geblitze und Gerumpel, ein wahres Naturschauspiel, zum guten Glück kein Hagel. Nach diesem Gewittersturm haben wir einen Segler angetroffen, den es vor Sœnderborg erwischt hatte, seine Segel waren zerrissen. Mit diesen Stürmen ging’s die ganze Nacht weiter, wir lagen sicher im Hafen und haben mehr oder weniger gut geschlafen. Vorher noch ein weiteres Naturspektakel: Sonnenuntergang in schwarzen Wolken und ostwärts ein riesiger Regenbogen.
    Heute mit dem Rad etwas die Landschaft erkundet. Eben nur Natur und kleine Ortschaften mit vielen Reetdachhäusern beliebigen Stils. Diese Reetdächer geben den Eindruck, dass nicht nur das Haus Hort ist, sondern das Dach strahlt Wärme, Gemütlichkeit und Geborgenheit aus. Eine wundersame Kommunikation dieser Bauten, mögen sie herausgeputzt oder von Efeu überwachsen sein, oder in Heckenrosen fast verschwinden. Nicht märchenhaft, sondern bodenständig verwunschen und doch so zugänglich für die Sinne.
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