• Flensburg

    Jun 29 – Jul 1 in Germany ⛅ 23 °C

    Eine wunderbare Fahrt durch die Flensburger Förde hat uns hierher gebracht. Landschaften auf deutscher und dänischer Seite mit weiten Feldern in die Hügel eingebettet und kleine und grosse Katenhäuser, fast wie im Lied „schwyzerländli isch no chli, schöner aber chönts nöd si“. Doch der Wind hat uns arg gefordert, immer wieder kamen Böen daher, die sehr viel Steuerkraft forderten. Das Einlaufen in den Hafen hat uns einen ersten Eindruck der vergangenen Zeiten des Flensburger Hafens vermittelt. Alte Handelshäuser und vorbei am Schifffahrtsmuseum mit all den alten Korvetten.
    Die heutige Stadtbesichtigung hat uns weiter Eindrücke der alten Handelsstadt vermittelt. Grosse Handelskontore mit riesigen Höfen, auf denen die Waren umgeschlagen wurden, massige Backsteinbauten, die vom Wohlstand zeugten. Dabei haben wir auch erfahren, was wir nicht wussten, Flensburg war d i e Rumstadt. Die Handelsschiffe haben die Zuckerrohre von Jamaica hierher gebracht, wo dann, auch nicht gewusst, der weltberühmte Flensburger Rum gebrannt wurde. Ein Historienfilm hat uns aber auch die Kehrseite dieser Handelsmacht gezeigt. Bis Mitte 19. Jahrhundert wurde ein grausamer Sklavenhandel betrieben, der jeder Moral und Menschenachtung spottet. Ein Besuch in der scheinbar größten Renaissance/Gotik-Kirche des Nordens, St.Nikolai, hat uns das Staunen gelehrt. Wuchtige Backsteinsäulen tragen die gotischen Dachbögen und eine riesige Orgel war in ihrem ausufernden Prospekt zu bestaunen. Scheinbar eine der größten Orgeln, die zwei Orgeldispositive enthält. Leider konnten wir deren Klang nicht genießen, ganz anders als der Orgelmann, der auf dem davor liegenden Südermarkt unbefangen, mit großer Ausdauer, seine französischen Chansons mit brüchiger Stimme zum besten gab. Ja, Flensburg ist eine quirlige Stadt voller Charme und um jedes Eck mit bestaunenswerten Fassaden.
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