Monsun in Sirigiya
March 12, 2018 in Sri Lanka
🌧 23 °C
Am frühen Morgen um 04:45Uhr sollten wir abgeholt werden zur Fahrt mit dem Heißluftballon über Reisfelder, Wälder und den berühmten Löwenfelsen. Aber das war wohl nichts: Die Fahrt ist wegen des Wetters abgesagt worden. Wenn man sich das schönreden möchte, kann man sich darüber freuen, dass wir nun ausschlafen können …
Zum Frühstück greifen wir zum Angebot „ein Überblick über Sri Lankas Frühstückgewohnheiten“. Verschiedene Currys, Reis usw. Ungewöhnlich, aber lecker und scharf … Wir verpassen den Absprung, um zu unserem Bungalow zurückzukommen: Es hat wieder stark angefangen zu regnen. Wir fühlen uns wie auf einer Nordseeinsel im Sommer, nur ohne Ölzeug.
Als wir am Nachmittag zum Siha Giri – dem Löwenfelsen – aufbrechen, nieselt es nur, fast trocken. Ich lasse mich trotzdem dazu überreden, eine Regenjacke „vom Haus“ mitzunehmen. Eine gute Entscheidung. Nach den ersten Stufen öffnet sich der Himmel und wir wissen wieder, was Monsum bedeutet. Nur ist es dafür eigentlich zwei Monate zu früh. Stufe für Stufe erkämpfen wir uns diese Mischung aus Naturwunder und altem Königspalast. Ich habe glücklicherweise Abenteuer-Sandalen an, da kann das Wasser genauso gut ablaufen, wie es hineinläuft. Der Regen kommt uns schwallartig auf den Treppenstufen entgegen. Dafür sind wir heute fast allein auf dem Felsen, wo sich sonst Massen von Touristen tummeln. Wir haben hier wieder einen lokalen, „akkreditierten“ Spezialführer dabei. Ein harter Typ, der den Regen kaum zu bemerken scheint. Wir erfahren, dass er einer von 109 Sigiriya-Führern ist. Seine Deutschkenntnisse hat er ausschließlich bei den Touristenführungen erworben. Respekt!
Siha Giri
Um den Felsen herum befand sich eine von einem Wassergraben umgebene Königsstadt, die auf das 6. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht und das einstige Zentrum des Königreichs von Kassapa (477-495 n. Chr.) war. Die mittlerweile restaurierten Lustgärten am Fuß des Felsens beherbergen Überreste von Springbrunnen, Pavillons und einer Klosteranlage. Nach dem 14. Jahrhundert wurde die Anlage aufgegeben und 1898 von einem britischen Archäologen wiederentdeckt.
Auf dem Magmablock des erodierten Vulkans, der etwa 200 m aus der Ebene aufragt, lag die eigentliche Festung. Hier befanden sich die Palastgebäude, von denen heute nur noch die Grundmauern zu sehen sind, da sie aus Holz gebaut waren. Es bestanden mehrere Zisternen, in denen aufgefangenes Regenwasser gesammelt wurde, um auch für den Fall einer längeren Belagerung ausreichende Trinkwasservorräte zur Verfügung zu haben.
Etwa auf halber Höhe befinden sich unter einem Felsüberhang Fresken von meistens barbusigen Frauen (Wolkenmädchen), die heute über eine stählerne Wendeltreppe zugänglich sind. Die Malereien sind u. a. deshalb erhalten, weil sie erst sehr spät entdeckt wurden, da sie praktisch nicht zugänglich waren. Für Touristen gilt ein strenges Fotografierverbot.
Auf einem Plateau an der nördlichen Schmalseite des Felses befinden sich die Überreste des Löwentors. Von dem riesigen Löwenkopf, durch dessen Maul man früher den letzten, steilsten Teil des Aufstiegs begann, sind nur die zwei mächtigen Tatzen übrig. Bis hierher haben wir unseren Aufstieg geschafft; das letzte Stück schenken wir uns angesichts der Wetterlage. An Aussicht ist ohnehin nicht zu denken. An Fotografieren ebenfalls nicht.Read more










