• Pura Vida in Costa Rica!🏖️🌳🦜

    Apr 25–May 14 in Costa Rica ⋅ ⛅ 29 °C

    Zu Fuß ging es für uns von Panama über die Grenze nach Costa Rica und anschließend mit dem Shuttle weiter nach Puerto Viejo, wo wir die nächsten vier Tage mitten im Dschungel übernachteten (Smile Jungle Hostel – absolute Empfehlung). Bereits während unseres Aufenthalts dort konnten wir unzählige Tukane entdecken, die rund um unser Hostel herumflogen. 🦜🌴

    Am ersten vollen Tag ging es gemeinsam mit einem deutschen Pärchen, das wir in unserer Unterkunft kennengelernt hatten, in den nahegelegenen Cahuita-Nationalpark. Der Park ist wirklich traumhaft: Auf der einen Seite das karibische Meer mit wunderschönen Sandstränden, auf der anderen dichter, tropischer Dschungel. Während unserer dreistündigen Wanderung bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf die unglaubliche Tierwelt Costa Ricas. Wir sahen Faultiere, Nasenbären, Affen, ein kleines Krokodil, Eidechsen, Krabben und sogar mehrere Haie, die direkt nahe am Ufer einen Fischschwarm jagten. 🦈

    Anschließend aßen wir gemeinsam in einem typischen Soda zu Mittag – kleine Restaurants mit einfachem, aber leckerem Essen wie Reis, Bohnen und Kochbananen (Plátanos). Danach ging es zurück ins Hostel.

    Ein weiteres Highlight war meine erste Nachtwanderung mit Mathieu („Night Jungle Walk“) ebenfalls in Cahuita. Fast drei Stunden lang liefen wir nachts mit Taschenlampen bewaffnet langsam durch den Dschungel und suchten nach Reptilien, Amphibien und anderen nachtaktiven Tieren. Highlights waren Rotaugen- Frösche 🐸– eines der Symbole Costa Ricas –, Taranteln mit orangenen Beinen, ein grüner Basilisk, im Dunkeln leuchtende Skorpione sowie die wunderschöne, aber giftige gelbe Eyelash Viper. 🐍

    Der Night Walk war für mich eine der coolsten Aktivitäten der bisherigen Reise – und definitiv nicht die letzte Nachtwanderung in Costa Rica. Auf dem Rückweg nach Puerto Viejo fing es plötzlich heftig an zu regnen und meine Rollerfahrt wurde zur echten Herausforderung. Doch auch hier wartete noch ein besonderes Erlebnis: Direkt vor mir überquerte ein völlig durchnässtes Faultier ganz langsam die Straße. 🦥

    Meinen Geburtstag am nächsten Tag verbrachten wir ganz entspannt am Strand, schauten später das Champions-League-Spiel Paris gegen Bayern und genossen unsere letzten Stunden an der Karibikküste. Am Folgetag nahmen uns Corvi und Theresa – ein weiteres deutsches Pärchen aus unserer Unterkunft – netterweise mit nach San José. Dort liehen wir uns für die nächsten 14 Tage einen Suzuki Jimny als Mietwagen aus. 🚙

    Unsere ersten Stopps waren das Vulkanareal rund um La Fortuna sowie die Nebelwälder von Monteverde. Auch hier tauchten wir weiter in die beeindruckende Natur Costa Ricas ein und machten fast täglich Wanderungen in den zahlreichen Nationalparks. Die Vielfalt des Landes ist wirklich surreal. So sahen wir beispielsweise auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft ein riesiges Faultier kopfüber an einem Baum hängen. Nach einer weiteren Nachtwanderung entdeckte ich außerdem einen mexikanischen Baumstachler – eine Art Stachelschwein – neben der Straße in einer Höhle wühlen. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, hier unterwegs zu sein.

    Nach knapp einer Woche fuhren wir langsam die Pazifikküste Richtung Süden entlang. Unterwegs stoppten wir am Hacienda-Barú-Nationalpark und kamen mit einer Kellnerin ins Gespräch. Sie erzählte uns, dass am Vortag eine riesige Boa Constrictor direkt am Eingang des Parks mehrere Stunden lang eine große Iguana 🦎 verspeist hatte. Die Boa selbst sahen wir bei unserer Wanderung dann leider nicht mehr.

    Zwei Tage verbrachten wir anschließend in Uvita, einem kleinen Küstenort mit traumhaften Stränden. Besonders bekannt ist der Ort für den Ballena-Nationalpark. Ein Teil des Strandes ist hier wie eine riesige Walflosse geformt (Ballena = Wal) und lockt deshalb viele Besucher an. 🐳🏝️

    Unser eigentliches Highlight wartete jedoch noch auf uns: der abgelegene Corcovado-Nationalpark auf der Osa-Halbinsel. Um dorthin zu gelangen, stellten wir unser Auto in Sierpe ab und fuhren knapp 90 Minuten mit dem Boot nach Drake Bay. Am nächsten Morgen ging es bereits um 6 Uhr mit einem weiteren Boot weiter zum Eingang des Nationalparks.

    Die Besonderheit von Corcovado ist die extreme Abgeschiedenheit. Dadurch wirkt das Gebiet noch einmal deutlich wilder als der Rest des Landes. Zudem ist der Zugang streng auf nur 100 Besucher pro Tag limitiert. Mit etwas Glück lassen sich hier sogar wilde Tapire – optisch erinnern sie ein wenig an kleine Flusspferde - beobachten. 🦛 Gemeinsam mit unserem Guide und einer kleinen Gruppe liefen wir mehrere Stunden durch den Nationalpark und konnten neben den mittlerweile „gewohnten“ Tieren auch kleine Wildschweine (Pekaris) sowie tatsächlich zwei Tapire – Mutter und Jungtier – aus der Ferne beim Schlafen beobachten.

    Später machten wir Pause an einem Strandabschnitt, der von einem Fluss durchschnitten wird. Dort konnten wir mehrere junge Bullenhaie beobachten, die im Fluss aufwachsen, bevor sie später ins Meer zurückkehren. 🦈 Nach einigen Minuten hörten wir plötzlich einen Guide „Tapir!“ rufen – und unser magischer Corcovado-Moment begann. Langsam tauchte zunächst der Kopf des Tieres aus dem Fluss auf, bevor es gemächlich ans Ufer lief und sich erstmal sonnte. Von uns Menschen zeigte sich der Tapir völlig unbeeindruckt, weshalb wir unglaubliche Fotos machen konnten. Wenig später durchquerte er erneut den Fluss, fraß auf der anderen Seite etwas und verschwand schließlich langsam in den Mangroven. Ein unvergesslicher Moment für uns alle – vor allem, weil Tapire eigentlich nachtaktiv sind und tagsüber schlafen. 🦛

    Am selben Abend machte ich noch eine letzte Nachtwanderung – und die hatte es wirklich in sich. Gemeinsam mit einem Guide lief ich in Gummistiefeln durch einen teilweise kniehohen Fluss auf der Suche nach Schlangen 🐍, von denen es hier unzählige gibt. Nach den ersten zwei Stunden hatten wir zwar Frösche, Spinnen, Krebse und vermutlich sogar ein weiteres Tapir (Schaffen im Wald) entdeckt, aber keine einzige Schlange gefunden. Vermutlich war die Hitze der letzten Tage und der fehlende Regen der Grund dafür.
    Also rief der Guide kurzerhand seinen Bruder an, um gemeinsam doch noch eine Schlange aufzuspüren – und tatsächlich: Wenig später fanden wir noch eine Rotaugen-Baumschlange, die selbst der Guide schon lange nicht mehr gesehen hatte. 🤙

    Am Tag unserer Abreise machten wir noch einen letzten Spaziergang am Strand und entdeckten in einem Baum fünf große Scarlet Macaws 🦜, denen wir fast eine halbe Stunde lang beim Fressen zuschauten.

    Heute geht es weiter nach Kolumbien. Rückblickend bleiben drei wundervolle Wochen in Costa Rica, in denen wir vermutlich mehr Tiere gesehen haben als auf unserer gesamten bisherigen Reise zusammen. Wir sind unglaublich froh, dass wir das Land kurzfristig doch noch besucht haben, obwohl wir es ursprünglich aus Kostengründen skippen wollten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Zugang zum Strand oder Natur fast nur über Nationalparks möglich ist und diese i.d.R. mind. 20$ Eintritt kosten. Dennoch hat es sich zu 100 % gelohnt. Pura Vida! 🇨🇷
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