• Der Norden Kolumbiens ☀️🌴

    May 14–26 in Colombia ⋅ ⛅ 29 °C

    Über San José ging es für uns heute weiter nach Cartagena an die Karibikküste Kolumbiens. Hier verbrachten wir vier volle Tage und durften diese bunte und verrückte Stadt kennenlernen. Wir kamen direkt im Künstlerviertel Getsemaní unter, das nahezu komplett mit Street Art und Graffitis bedeckt ist. Überall wird Musik gespielt, Menschen tanzen auf den Straßen – und das bei dauerhaft über 30 Grad. 🥵

    Am nächsten Tag buchten wir eine Walking Tour, um mehr über die Geschichte der Stadt zu erfahren. Und die hat es in sich. Cartagena war eine der wichtigsten Hafenstädte der Kolonialzeit – insbesondere für den Sklavenhandel sowie als Umschlagplatz für Gold und Diamanten. Nach mehreren Angriffen durch Piraten wurde zum Schutz der Stadt die größte Festungsanlage Südamerikas errichtet. 🏰

    Wir erfuhren viel über das damalige Leben, aber auch über den heutigen Alltag der Menschen. Unser Viertel Getsemaní war früher ein Drogen- und Rotlichtviertel, hat sich mittlerweile jedoch sehr positiv entwickelt. Während unseres Spaziergangs durch die Altstadt konnten wir sogar ein Faultier im Stadtpark entdecken. Es wurde aus Gefangenschaft gerettet und hier ausgewildert. So richtige Freiheit sieht allerdings immer noch etwas anders aus.

    Die restlichen Tage besuchten wir die Festung Castillo de San Felipe de Barajas sowie einige hervorragende Restaurants und Cafés in Cartagena. ☕️ Nach Costa Rica war hier alles vergleichsweise günstig, weshalb wir es uns kulinarisch richtig gut gehen ließen. Cartagena hat uns insgesamt sehr gut gefallen. Allerdings wimmelt es dort von Straßenverkäufern, die einen teilweise recht hartnäckig ansprechen. Auch wurden wir während der Walking Tour vor umherziehenden Rappern gewarnt, die zunächst spontan Songs über dich improvisieren, anschließend aber recht aggressiv Geld verlangen. Zum Glück hatten wir keinerlei Probleme.

    Von Cartagena ging es für uns mit dem Bus weiter nach Minca, einem kleinen Bergdorf etwa eine Stunde entfernt. Wir erhofften uns etwas mildere Temperaturen und mehr Ruhe nach dem Trubel in Cartagena. Beides fanden wir leider nicht. 😅 Auch in Minca lagen die Temperaturen meist um die 30 Grad und im kleinen Ortszentrum herrschte ebenfalls reges Treiben. Sobald man sich jedoch etwas weiter in Richtung Berge bewegte, wurde es deutlich entspannter. Von unserem Hostel aus konnten wir eine tolle Aussicht genießen, und direkt neben unserem Zimmer entdeckten wir sogar ein Tukannest. 🦜

    In Minca machten wir eine fünfstündige Wanderung durch die Berglandschaft und legten einen kurzen Stopp an einem kleineren Wasserfall ein. Am nächsten Tag besuchten wir eine Kakao- und Kaffeefarm. Die Tour war super interessant, da wir viel über die Bedeutung und Verbreitung der indigenen Bevölkerung im Norden Kolumbiens erfuhren. Außerdem durften wir unsere eigene Schokolade herstellen. 🍫 Rückblickend war Minca ein schöner Zwischenstopp, für uns aber kein absolutes Must-see.

    Weiter ging es anschließend zum Tayrona-Nationalpark. Früh am Morgen kauften wir unsere Eintrittskarten und machten uns mit leichtem Gepäck auf den Weg ins Innere des Parks. Im Tayrona-Nationalpark wandert man ständig zwischen tropischem Regenwald und Karibikstränden und wird dabei immer wieder mit traumhaften Ausblicken belohnt. 🏖️

    Etwa auf halber Strecke unserer Wanderung liegt der Campingplatz Tequendama, auf dem wir eine Nacht im Zelt verbrachten. Dort angekommen, checkten wir schnell ein und gönnten uns einen Kaffee, bevor wir weiter in Richtung Cabo San Juan liefen. Entlang des Weges liegen mehrere wunderschöne Strände, an denen wir pausierten. Aufgrund der starken Strömungen konnten wir jedoch meist nicht ins Wasser gehen.

    Auch einige Wildtiere bekamen wir zu Gesicht, allerdings nichts, was wir nicht bereits in Costa Rica gesehen hatten. Das änderte sich zumindest für mich am nächsten Morgen. Da ich bereits um 5:30 Uhr wach war, lief ich – während Antra noch schlief – etwas durch den Park und entdeckte Baumwollkopf-Tamarine (Affenart). Sie schienen mich ebenso interessant zu finden wie ich sie, denn sie näherten sich neugierig auf den Bäumen an. Die Tiere sind winzig klein und wiegen gerade einmal 300 bis 600 Gramm, aber sie sind unglaublich niedlich. 🐵 Baumwollkopf-Tamarine kommen ausschließlich im Norden Kolumbiens vor, da ihr natürlicher Lebensraum durch zwei große Flüsse begrenzt wird. Für mich war das daher ein ganz besonderes Erlebnis. 🤩

    Nach dem Frühstück machten wir uns langsam auf den Rückweg zum Parkausgang. Der Nationalpark ist wirklich wunderschön. Nach unseren Erlebnissen im Cahuita-Nationalpark in Costa Rica waren wir jedoch nicht vollkommen überwältigt, da sich beide Parks in vielerlei Hinsicht ähneln. Dafür kann Tayrona natürlich nichts – deshalb gibt es von uns trotzdem eine klare Empfehlung.

    Vom Nationalpark aus brauchten wir nur wenige Minuten bis zu unserer nächsten Unterkunft, der Villa Maria Tayrona. Das Hotel liegt mitten in der Natur, und wir verbrachten dort vier wunderbar entspannte Tage mit Lesen, Naturbeobachtungen und Pool-Sessions. 🏊‍♂️ Das Hotel hat uns richtig gut gefallen, und Antra konnte dort sogar noch die Tamarine sehen, die sie im Nationalpark leider verpasst hatte. Auch die Mitarbeiter waren unglaublich freundlich und das Restaurant ausgezeichnet. Für uns war es der perfekte Ausklang unserer Zeit an der Karibikküste.

    Für uns geht es jetzt weiter in Richtung Zentrum Kolumbiens – nach Medellín.
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