Family Time im Amazonas & Kaffee Dreieck 🐬☕️
May 26–Jun 24 in Colombia ⋅ ☁️ 30 °C
In Medellín verbrachten wir etwas ruhigere Tage und planten die anstehenden zwei Wochen, in denen meine Eltern zu Besuch sein würden. Daneben besuchten wir das berühmte Viertel „Comuna 13“, das wie kaum ein anderer Ort für den gesellschaftlichen Wandel des Landes steht. Früher war es ein Drogen- und Kartellviertel, heute prägen Graffiti, Hip-Hop und Künstler die Straßen. Die Comuna 13 liegt an den Hängen Medellíns, und mehrere Rolltreppen führen langsam nach oben und laden dazu ein, die verwinkelten Seitengassen zu erkunden.
Unser Highlight war der Tagesausflug nach Guatapé, einer bunten Kleinstadt etwa zwei Stunden von Medellín entfernt. Unmittelbar neben der Stadt befindet sich der Piedra del Peñol, ein 220 Meter hoher Felsbrocken. Die „Spitze“ des Berges erreicht man nach 740 Treppenstufen und wird dort mit einem der schönsten Ausblicke Kolumbiens belohnt. Vor einem erstrecken sich hunderte kleine Seen und Inseln. 🏝️ Nachdem wir die Aussicht eine Weile genossen hatten, fuhren wir noch mit einem kleinen Boot über einen der Seen und konnten das ehemalige Anwesen von Pablo Escobar besichtigen. Dieses wurde von seinen Feinden in die Luft gesprengt und ist heute eher eine Ruine. Auch das riesige Ferienhaus des kolumbianischen Fußballers James Rodríguez liegt hier.
Der Ausflug war ein schöner Abschluss unserer Zeit in Medellín, und anschließend ging es für uns weiter nach Bogotá. Dort holten wir endlich auch meine Eltern vom Flughafen ab und waren somit erstmals zu viert unterwegs. In Bogotá selbst feierten wir noch den Geburtstag meines Dads und schauten uns einige Highlights der Stadt an.
Von Bogotá aus ging es dann weiter Richtung Amazonas. Geplant waren sechs Tage in einer abgelegenen Dschungel-Lodge (Chunaki Ecolodge), die man von Leticia aus nach einer einstündigen Bootsfahrt erreicht. Ganz reibungslos verlief die Anreise allerdings nicht, denn aufgrund starken Regens konnten wir in Leticia nicht landen und mussten zunächst nach Bogotá zurückkehren. Nach einem kurzen Aufenthalt versuchten wir es erneut und konnten glücklicherweise landen. 🛬 Statt zwei Stunden waren wir somit über sieben Stunden unterwegs. Aber Hauptsache angekommen!
Die Chunaki Ecolodge besteht aus fünf Bungalows und einer Gemeinschaftshütte. Der Zugang erfolgt über einen langen Holzsteg, der bereits ein kleines Abenteuer darstellt. Das Wasser zum Duschen wird direkt aus dem Amazonas abgepumpt und ist selbst nach dem Filtern noch leicht bräunlich. Strom wird tagsüber durch eine Solaranlage bereitgestellt. Einen ersten Einblick in den Amazonas erhielten wir bei einer Nachtwanderung am Ankunftstag. Dabei sahen wir viele Taranteln, Insekten und Frösche sowie zum Abschluss eine Fer-de-Lance – die wichtigste und gefährlichste Giftschlange Südamerikas. 🐍
Zurück in unserer Unterkunft konnten wir noch ein weiteres Tier begrüßen. Im Dach unseres Bungalows entdeckten wir Mausi, die allerdings auch eine Ratte gewesen sein könnte. 🐁😅 Am nächsten Tag wurde sie zum Glück vom Hotelpersonal vertrieben.
Ansonsten unternahmen wir jeden Tag entweder einen größeren Tagesausflug oder zwei kleinere Touren. Auf der peruanischen Seite konnten wir Faultiere entdecken, und an einem anderen Tag sahen wir zunächst graue Flussdelfine. 🐬 Später gesellten sich auch die berühmten rosa Flussdelfine hinzu und schwammen eine ganze Weile um unser Boot herum. Selbst der Guide war sichtlich begeistert und filmte das Spektakel.
Auf der kolumbianischen Seite machten wir eine Dschungelwanderung und besuchten ein geschütztes Gebiet für Affen. 🐒 Dort konnten wir verschiedene Affenarten in den Baumkronen beobachten. Das Highlight war ein Wollaffe, der sich offenbar über uns amüsierte und eine ganze Weile in unserer Nähe blieb.
Ein weiteres Highlight war das Piranha-Fischen. 🎣🐟 Per Boot ging es zunächst 45 Minuten über einen stark bewachsenen See, bis wir unsere Angelstelle erreichten. Die Bootsfahrt selbst war bereits wunderschön und bot tolle Ausblicke auf die Vogel- und Pflanzenwelt. 🦜Das Angeln verlief dagegen weniger erfolgreich. Die Fische knabberten immer wieder den Köder ab, ohne dass wir einen aus dem Wasser ziehen konnten. Später hatte mein Dad etwas mehr Glück und zog tatsächlich einen kleinen Piranha aus dem Wasser. Dieser sprang allerdings direkt vom Haken zurück in den See. Immerhin ein kleiner Erfolg – und die Fische hätten wir ohnehin wieder freigelassen.
Unser Aufenthalt in der Chunaki Lodge war wirklich wunderschön, und die Unterkunft können wir nur empfehlen. Die Familie kümmert sich hervorragend um ihre Gäste, und alle Aktivitäten fanden ausschließlich mit uns und einem privaten Guide statt. Die Atmosphäre des Amazonasgebiets ist etwas ganz Besonderes und bleibt definitiv in Erinnerung. 🛖
Weiter ging es für uns von Leticia nach Pereira. Am Flughafen holten wir unser Mietauto ab, um in den nächsten Tagen das Kaffeedreieck zu erkunden. Wie schön diese Region landschaftlich ist, konnten wir bei einer über siebenstündigen Wanderung durch das Cocora-Tal erleben. Das Tal ist berühmt für die Wachspalme, die höchste Palmenart der Welt, die überall aus den Wäldern herausragt. 🌴 Während der Wanderung liefen wir auch durch einen Nebelwald und konnten viele bunte Vögel, darunter unzählige Kolibris, entdecken. 🦜 Die Wanderung fiel am Ende deutlich länger aus als geplant, war aber eine der schönsten unserer bisherigen Reise. Auch meine Eltern hielten bravourös durch.
Daneben machten wir noch eine Kaffee- und eine Kakao-Tour, die beide äußerst informativ und interessant waren. ☕️ Dabei rösteten wir unsere eigenen Kaffeebohnen und stellten unsere eigene Schokolade her. Auch die besuchten Plantagen waren wunderschön, und auf der Kakao-Farm verbrachten wir noch einige Zeit damit, bei einer heißen Tasse Schokolade die Vögel zu beobachten.
Die beiden Kleinstädte Salento und Filandia besuchten wir ebenfalls. Wir schlenderten durch die kleinen Gassen, kauften Souvenirs (Fußballtrikots) und probierten verschiedene Cafés und Restaurants aus. Einen Tipp erhielten wir von unserem Kaffee-Guide: Unweit von Filandia liegt das Naturschutzgebiet Barbas Bremen, in dem man mit etwas Glück Brüllaffen sehen kann. Also buchten wir über unser Hotel eine geführte Tour und liefen knapp drei Stunden durch den Wald auf der Suche nach 🐒.
Auf halber Strecke rief der Guide plötzlich: „Schlange!“ und zeigte auf den Weg vor uns. Dort schlängelte sich eine hochgiftige Anden-Viper langsam in Richtung Gestrüpp. 🐍 Glücklicherweise konnte ich noch einige Bilder und Videos machen. Fast am Ende der Wanderung fanden wir dann auch eine Familie von Brüllaffen und konnten diese aus der Ferne beobachten. Mein persönliches Highlight bleibt aber die Schlange! 😅
Am Tag der Präsidentenwahl ging es für uns zurück nach Bogotá, und tatsächlich ist unser Familienurlaub damit auch schon wieder vorbei. 🥲 In dieser Zeit konnten wir viele tolle Erfahrungen sammeln und unvergessliche Momente gemeinsam erleben. Es war eine wirklich schöne Zeit, für die wir auf unserer Reise sehr dankbar sind. 🙏Read more
































Janina Lampe
Hammer Bild
Traveler
Danke !🥰