• Nanga Parbat: Rupal Base Camp I

    September 28, 2025 in Pakistan ⋅ ☀️ 3 °C

    Nach diesem gewaltigen Sonnenaufgang über dem Nanga Parbat Massiv wird es Zeit, es von nahem anzuschauen. Heute geht es zum "Herrligkoffer Base Camp" auf der Rupal-Seite des Nanga Parbats. Man kann den 10 km Trek von Tarsching aus machen oder man fährt per Motorrad einen kleinen Umweg am Fluss Rupal entlang und wandert die restlichen 2 km zum Base Camp.
    Hört sich nicht sportlich an, aber man hat viel mehr Zeit, sich das Base Camp anzuschauen und weiter zu wandern. Immer mit Blick auf das gewaltige Nanga Parbat Massiv, dass sich in ca. 5 km Luftlinie auftürmt.
    Die letztere Version ist die meine, da ich am selben Tag auch noch die 10 km zurück nach Tarsching wandern möchte.

    Mein Motorrad-Fahrer, den ich am Vorabend über meinen Gastwirt bestellt habe, ist überpünktlich da. Es geht schon um 6:20 Uhr los - gut eingepackt, es ist noch frisch am Morgen.
    Die Schotter-Sand-Piste ist noch schlimmer, als die vom "Rama Green View Hotel" in Astore. Ich halte mich krampfhaft am hinteren Haltebügel fest. Das gibt sicherlich Muskelkater 😀. Mehrmals muss ich absteigen und die steilen Abschnitte zu Fuß gehen. Ich schätze mal, dass ich von insgesamt 10 km, ca. 1 km zu Fuß gelaufen bin.
    Nach knapp einer Stunde kommen wir an einem Mini-Zelt-Platz an, wo ich abgesetzt werde. Völlig verkrampft steige ich ab, gebe meinem Fahrer seine 4000 PKR (1 € = 310 PKR) - die er sich redlich verdient hat - und wandere die restlichen 2 km zum Herrligkoffer Base Camp.
    Es dauert jedoch eine Weile, bis meine steifen Knochen rund laufen. Der Pfad ist angenehm und die Sonne wärmt mich von der Motorradfahrt auf. Nach 45 Minuten bin ich am Herrligkoffer BC auf 3500 m und bestaune das Nanga Parbat Massiv. Den eigentlichen Gipfel kann man von hier schon nicht mehr sehen, da er von einem kleinen Vorgipfel verdeckt ist. Man ist jetzt nur noch 5 km Luftlinie vom Hauptgipfel entfernt, der sich 4600 m vor einem erhebt. Das wären dann knapp 100% Steigung 😄😉.
    Am Base Camp ist in der Hochsaison ein Zelt-Camp aufgestellt. Zelte können gemietet werden und eine Küche gibt es auch. Jetzt ist leider alles abgebaut, ansonsten wäre ich eine Nacht geblieben.

    Vom Base Camp geht es weiter, zur oberen Kante der Seitenmoräne des Bazhin Gletschers auf ca. 3750 m. An einem dicken Felsen mache ich erst mal eine Pause und hole mein ausgefallenes Frühstück nach.
    Nach knapp einer Stunde bin ich am Ende der Moräne und habe erstklassigen Sicht auf die verschiedenen Gletscher die vom Nanga Parbat Massiv herunterfließen und sich dann im Bazhin Gletscher vereinigen.

    In ca. 6000 km Höhe löst sich mit einläuten Knall eine Lawine, die geschätzt 1000 m runter donnert.
    Die Wolken verdecken so langsam die Gipfel des gesamten Massivs. Der Blick bleibt aber atemberaubend!
    Nach einer halben Stunde mache ich mich wieder auf zum Base Camp. Ich treffe noch drei Pakistani, die hier über Nacht ihr Zelt aufgeschlagen haben. Es war kalt, meinen sie. Wir plauschen noch etwas und jeder geht dann seines Weges.

    Was für ein spezieller Ort!
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