• Sand geschüttelt und geblasen 🤩

    March 11 in Morocco ⋅ 🌬 15 °C

    Was soll man dazu sagen, wenn man die ganze Nacht vom Wind durchgeschüttelt wird. Stundenlang heulte der Sturm über die Dünen, Sand prasselte gegen die Fahrzeuge, und der Wind fegte mit unglaublicher Kraft durch unser kleines Lager. Am Morgen wachten wir entsprechend unausgeschlafen auf.

    Mit Turban auf dem Kopf setzte ich mich kurz in den Windschatten und trank meinen ersten Kaffee des Tages – so gut es eben ging in diesem anhaltenden Sturm. Egal wann und wie: Man war ständig von diesem feinen Staub umgeben. Der Feinstaub lag überall – in der Luft, auf der Haut, in den Haaren, auf den Sachen.

    Nach und nach öffneten sich auch um uns herum die Türen der anderen Fahrzeuge. Die Camper, die wir inzwischen alle kannten, krochen vorsichtig aus ihren kleinen „Katakomben“, und man sah sich an und besprach kurz die Lage.

    Relativ schnell war klar: Heute fahren wir nirgendwo hin. Der feine Staub war so extrem, dass wir unsere Luftfilter nicht ruinieren wollten. Dazu kam der Wind, der mit solcher Kraft über die Dünen fegte, dass selbst am Boden die Sandwellen sichtbar über die Oberfläche jagten.

    Also beschlossen wir, einfach hier zu bleiben.

    Wir machten es uns so gemütlich wie möglich und zogen uns schließlich zu viert in Claas’ Mercedes 917 zurück. Dort schauten wir gemeinsam einen Film – irgendwo spielend in Mexiko – während draußen der Sturm weiter über die Wüste zog.

    Später trennten wir uns wieder, jeder zog sich ein wenig zurück in sein eigenes Fahrzeug. Der Wind wurde im Laufe des Tages eher stärker als schwächer, und wir versuchten nur noch, den Sand einigermaßen draußen zu halten, der überall hineinwehen wollte.

    Irgendwann machten wir uns etwas Leckeres zu essen, öffneten ein Glas Wein – vielleicht auch zwei – und ließen den Tag einfach geschehen. Es war ein ruhiger, fast stiller Tag im Inneren unserer Fahrzeuge.

    Kaum Fotos, kaum Videos, kaum Bewegung.

    Manchmal gehört auch das dazu zum Reisen: festzustecken, den Sturm abzuwarten – und geduldig zu sein, bis die Wüste wieder zur Ruhe kommt.
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