Hokkaidos wilde Natur
August 30 in Japan ⋅ ⛅ 15 °C
Nachdem unsere Bootsfahrt mit Wildtiersafari aufgrund des starken Seegangs ausfiel, machten wir uns zu den 5 Seen des Shiretoko Koge auf. Die Tour hatte Ben ausfindig gemacht. Sie bot zwei Varianten: Die 1. war ein ca. 1 km langer, auf einem erhöhtem Holzsteg, durch Elektrogitter gegen Bären abgesicherten, Trail.
Variante 2 war eine 3,6km lange Tour durch den Urwald, vorbei an allen 5 Seen, teils auf Holzwegen, teils auf Naturboden und über Stock und Stein.
Nach ein wenig Bedenkzeit stimmte mein Mitreisender zu, den "abenteuerlicheren' Weg zu wählen. Wir bekamen ein Zertifikat zum Betreten des Schutzgebietes, durften ein 8 minütigen Video anschauen und wurden von einer Rangerin instruiert was zu tun ist, falls wir mit Bären in Kontakt kämen.
Dummerweise waren auch 3 Japanerinnen kurz vor uns auf den Trail gegangen, mit Glocke bewaffnet, schnatterten sie unentwegt und klatschten nach jedem Stehenbleiben laut in die Hände um jegliches Wild zu verjagen. Mit Erfolg!
Ich hätte die drei Dumpfbacken am liebsten auf den Mond geschossen!
Sogar die Insekten wurden in die Flucht geschlagen....
Das letzte Stück auf dem hochgelegenen, gesicherten Weg, bot dann doch noch etwas Lohnendes: Eine Sika-Hirschkuh, die unverzagt, trotz aller Beobachter in weniger als 3 Metern Entfernung, genüsslich ihr Blätter-Mittagessen zupfte.
Total niedlich!
Bei der Weiterfahrt auf den 738m Shiretoko Pass, begegnete uns gleich nochmal ein Hirsch.
Aber Bären haben wir leider nicht gesehen.
Vom Shiretoko-Pass, der auch bei Motorradfahrern sehr beliebt ist, hat man eine tolle Sicht aufs Meer und die ca. 25km entfernte Insel Kunashiri. Sie gehört zu den Inseln im Nordterritorium und es ist anzumerken, dass sie schon immer zu Japan gehörte. Die Ureinwohner Japans, die Ainu waren dort heimisch, aber:
GESCHICHTE: Im Vertrag von Shimoda von 1855 wurden die Grenzen zwischen Japan und Russland friedlich geregelt, wobei diese Inseln Japan zugesprochen wurden.
BESETZUNG: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die Sowjetunion die Inseln im August und September 1945. Die japanische Zivilbevölkerung wurde daraufhin vertrieben.
Status: Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen Japan und Russland, da der Status dieser Inseln ungeklärt ist und Japan die Rückgabe fordert.
ANMERKUNG: Das spricht doch für sich!
So - Weltpolitik ade!
Vom Shiretoko Pass ging es kurvig und steil zur Küste nach Rausu hinab.
In Rausu bleiben wir 2 Nächte in einem einfachen, aber sehr schönen Hotel, mit sehr guter Küche!
Es liegt, nur durch eine Straße getrennt am Meer und bietet einen reizvollen Ausblick.
Morgen Früh geht es zu "Walfahrt", bei der wir mit etwas Glück sogar einen Pottwal sehen können - wenn uns das Wetter nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht!Read more




























