• Diana Leimstoll
  • Diana Leimstoll

HOKKAIDO - nicht der Kürbis

Japans Nordinsel, die Heimat der Ureinwohner Japans, den Ainu mit den Inseln Rebun und Rishiri.
Wilde und ursprüngliche Natur, eben das andere Japan.
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  • Trip start
    August 21, 2026

    Neu-Ulm

    August 21 in Germany ⋅ ☁️ 25 °C

    Ein regnerischen Morgen nach wochenlanger extremer Hitze begleitet uns zum Münchner Flughafen.
    Der Himmel wird doch nicht wegen uns weinen?
    Das ist aber eine gute Einstimmung auf unser erstes Ziel: Die Insel REBUN im Nordosten von Hokkaido.
    Je näher wir an München kommen desto mehr klärt sich der Himmel auf.
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  • Lufthansa vs. ANA

    August 21 in Germany ⋅ ☁️ 24 °C

    Gut dass wir so früh da waren. Unser Flieger war überbucht, notfalls hätten sie uns downgegradet. Damit waren wir nicht einverstanden, allenfalls ein Upgrade in die first class hätten wir akzeptiert.
    Als Ersatz haben sie uns einen früheren ANA-Flug angeboten bekommen. Deshalb sitzen wir jetzt schon am Gate, warten aufs Boarding. Mit Flugnr. NH218✈️ geht's um 11.15 Uhr los...

    Unsere Plätze in der Business Class sind die ersten, sprich hinter uns ist nichts, außer Bordküche und Toiletten.
    Normalerweise sitzt man ja ungern bei den Toiletten, aber im japanischen Flugzeug ist alles peinlich reinlich und es sind ja japanische Toiletten.
    Und ich kann und muss sowieso öfters ;-)!
    Das japanische Menü war sehr gut, auf der Karte ist auch das europäische Menü abgebildet, nur zum Vergleich.
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  • Ankunft auf Hokkaido

    August 22 in Japan ⋅ ☀️ 22 °C

    Nach fast 12 Stunden Flug nach Tokio, hatten wir 4 Std Zeit bis zum Anschlussflug nach Hokkaido. Dummerweise war es erst 7.30 Uhr morgens und noch wenige Fressläden geöffnet.
    Aber wir haben uns mit Getränken ausgestattet, mein "Pocari Sweat" gibt's noch - Bens "Melon Soda" war in keinem Automaten zu finden - es soll aber auf Hokkaido eine Spezialität sein, natürlich nicht aus dem Automaten....
    Am Flughafen Wakkanei haben uns Fr. Masako und Herr Kento Salazar abgeholt, uns die Unterlagen überreicht und zum Mietwagen gebracht.
    Ich muss mich noch an den Linksverkehr gewöhnen, ich fahre entweder zu weit links oder zu weit rechts. Frau Masako hat mir VIEL GLÜCK! gewünscht....
    Na da kann doch nix mehr schiefgehen!
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  • Mit der Fähre nach Rebun

    August 22 in Japan ⋅ ☀️ 22 °C

    Fr. Masako fuhr voraus und ich folgte ihr bis zur Fähre.
    Dort durfte ich rückwärts einfahren unter Mitnahme aller Hindernisse am Boden. Passiert ist aber nichts, was die Fährleute sich gedacht haben, möchte ich gar nicht wissen!
    Alles ging gut, die Überfahrt war cool, sonnig, windig und in der 2 Klasse gab es ein "Liegeabteil", auf dem man sitzen oder liegen konnte. Es war etwas hart, ich schlief trotzdem ein, schee wars!
    Die Fahrt zum Hana Rebun Hotel war kurz. Es sieht von außen unspektakulär aus, ist aber innen als traditionelles Ryokan eingerichtet und hat beste Bewertungen.
    Der Empfang durch mehrere dienstbare Geister war höflich und freundlich. Das Gepäck wurde uns sofort abgenommen und aufs Zimmer gebracht.
    Unser Zimmer ist wunderschön eingerichtet mit den üblichen feinen Details, wie Yukata (Hausanzug), Schlafen, diversen Hygiene- und Kosmetikprodukten.
    Das Essen ist phänomenal!
    Zum Abendessen im abgestellten Raum wurde das berühmte "Uni", ein Seeigel serviert. Auf Hokkaido gibt es das beste, wird gesagt... meine erste Begegnung damit auf Okinawa war ekelerregend. Deshalb bin ich mit äußerster Vorsicht ans Werk gegangen. Und ich muss zugeben, der Unterschied war riesig, Uni wird nicht meine Leibspeise, ist aber durchaus eine Delikatesse .
    Da Ben noch unbedingt zum Supermarkt laufen, um Getränke zu kaufen. Die 1,6 km zogen sich bei Nacht ganz schön hin...
    Dafür haben wir beide sooo gut, wie schon lange nicht mehr, geschlafen.
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  • So wurde uns das Wetter angekündigt ...

    August 24 in Japan ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach zwei sehr sonnigen, warmen Tagen mit 25 Grad, war heute der Himmel bewölkt und es hatte wohl auch schon geregnet.
    Nach dem ausgedehnten Frühstück, starteten wir mit Schirm, Regentage und Wanderschuhen ausgerüstet zum Momoiwa Aussichtspunkt. Von dort soll man den "Pfirsichfelsen", eben den Momo-Iwa sehen können. Die Wolken hingen tief und so hatten wir wenig Hoffnung auf gute Sicht.
    Es war aber trocken geblieben und so ließ ich meine Wandersandalen an, warm war es auch.
    Man hätte noch 1 Kilometer weiter bergauf zur Aussichtsplattform fahren können, aber wir entschieden uns den steilen Weg nach oben zu laufen.
    Man hat uns bereits vor den starken Winden auf Rebun gewarnt und heute hatten diese Ausgang. Schon beim Aufstieg gab es zwei Stellen, da musste man sich richtig dagegenstemmen. Und zur unseren großen Freude begann es zu regnen, nur so ein bisschen. Der letzte Teil bis zur Aussicht ging es nicht ein paar Stufen hoch und zur Begrüßung fing ein Regensturm an. Nichtsdestotrotz sprach Ben 2 Damen auf japanisch an, die uns dann baten, doch bitte englisch zu reden. Sie waren aus China und wussten auch nicht wo dieser Pfirsichfelsen sein soll. Die Sicht ging gegen Null, wir standen mitten in den Regenwolken und unterhielten uns mit den zwei Damen.
    Nach einem netten Gespräch machten wir uns auf den recht steilen Abstieg . Blöd nur, dass meine Wandersandalen mit Wasser nicht zurechtkamen. Ich rutschte auf der Innensohle mit den Zehen vorne aus dem Schuh, versuchte es barfuß, aber die Steinchen auf der Straße waren zu spitz. Ich warschelte so gut es ging bergab, musste aber an beiden windigen Stellen besonders achtsam sein.
    Jaja, die wilde Natur *seufz*!
    Kurz gesagt, wir waren pitschenass. Ich konnte aber in trockene Wanderschuhe wechseln, denn die waren ja im Auto..Wir fuhren zum Hotel zurück um unsere Kleider zu wechseln, weil wir ja noch den Neko-Iwa, den Katzenfelsen sehen wollten.
    Unser Zimmer wurde gerade gereinigt, und so fuhren wir zum Seicomart und anschließend wollte ich diese riesigen Kamtschatka-Möven noch fotografieren. Sie haben besonders viel Fett, um den kalten Wintern zu trotzen.
    Beim sehr vorsichtigen Versuch mal ins Wasser zu fassen, um die Temperatur zu testen, schwappte eine freche Welle von der Seit IN meine Schuhe. Dankeschön, nun waren die auch nass.
    Nach Kleider- und Schuhwechsel gingen wir um die Ecke Mittagessen.
    Das Wetter hatte sich gebessert und wir konnten den Neko-Iwa UND den Momo-Iwa sehen, jippieh! Und alles ohne nasse Füße!
    Wir wollten den hoteleigenen Onsen (heise Quelle, meist sogar Heilwasser) noch ausprobieren und das ging auch, weil meine Tätowierung hier kein Problem darstellt.
    Ben hat mir vorher erklärt, wie es im Onsen funktioniert und außer mir war nur noch eine Dame in meinem Alter da, der ich einfach alles nachmachte. Der Onsen hier hat wirklich eine heiße Quelle, die ihn speist. Und jedes der 3 Becken war so warm. Inzwischen kamen noch weitere Frauen, darunter junge Japanerinnen mit unglaublich schönen Körpern. Man schaut da ja höflich nicht hin, aber so im vorbei huschen fängt der Blick das Wichtigste ein. Deshalb ging ich auch, als die ältere Dame ging.
    Es wird exzessiv vorher geduscht und genauso verschwenderisch hinterher. Von Wasser sparen hält man im Onsen nichts.
    Anschließend gönnte ich mir noch eine Massage im Foltermassagesessel, der echt heftig massiert.
    Nach einem kurzen Nickerchen war es schon wieder Zeit zum Abendessen zu gehen.
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  • Fahrt zum Cape Sukoton und Cape Sukai

    Aug 24–25 in Japan ⋅ 🌧 23 °C

    Nach einem ausgedehnten japanischen Frühstück haben wir uns bei sonnigen 23 Grad in Richtung der beiden Spitzen am nördlichen Ende von Rebun aufgemacht.
    Da es auf Rebun immer windig ist, war die Hitze ganz gut zu ertragen. Der Ausblick auf ein rauhes dunkelblaues Meer und schroffe Felsen ist wunderbar. Natürlich schwemmt die Strömung auch Müll an, das sieht man deutlich, aber es hält sich in Grenzen.
    Da der Kushu See auch als Sehenswürdigkeit genannt wird, fuhren wir dorthin und wollten ans Ufer. Es befindet sich auch ein Campingplatz dort, ebenso kleine Häuschen und Appartements. Der Herr am Eingang wies uns den Weg zum See. Enttäuscht stellten wir fest, dass es sich um einen Rundweg um den See handelte, der kaum einen Blick auf den See zuließ.
    Als dann noch Horden von Bremsen ähnelden Fliegen über Ben herfielen, kehrten wir flott um. Anscheinend hatte sein blaues Shirt eine unwiderstehliche Anziehungskraft...
    Auf den Schreck mussten wir was essen! Wir fanden ein kleines Restaurant, das nur von Einheimischen besucht wurde. Da unsere Unwissenheit bezüglich des Ablaufs offensichtlich war, war die Dame vom Nebentisch so nett und hat uns Wasser gebracht, das man selber zapfen konnte. Wir schauten uns die (japanische) Karte an - Google übersetzt - und bestellten Ramen.
    Die Dame schrieb es auf einen Zettel und trug ihn in die Küche. Dort werkelte ein altes Ehepaar - ich meine wirklich alt, mindestens 80 Jahre - das das Restaurant führt. Im hinteren Raum saßen bestimmt schon 15 Personen, vorne mit uns nochmal 10. Das Ramen war gut, für 5-6 € wirklich fein - und authentisch.
    Die Inseln Rebun und Rishiri gehören einem Naturschutzgebiet an, in dem die Orchidee namens Frauenschuh heimisch ist. Leider blüht sie nur bis Juni.
    Der höhergelegene Alpingarten war nicht weit entfernt und dort sollte man bis August den Frauenschuh blühen sehen können.
    Sollte man, haben wir aber nicht...
    Vor dem Nachmittagsschläfchen sind wir noch in den Seicomart-Supermarkt um die Zeit bis zu Abendessen zu überbrücken.
    Apropos Abendessen: dieses beinhaltet 10 Gänge, die täglich wechseln. Gleich bleibt eigentlich nur Reis, gerösteter Grüntee und die Misosuppe, die hat jedoch jeweils eine andere Einlage.
    Manchmal wissen wir nicht so genau was wir essen, aber solange es schmeckt, sind wir sehr zufrieden!
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  • Stürmische Überfahrt nach Rishiri

    August 25 in Japan ⋅ 🌬 21 °C

    Zum letzten Frühstück auf Rebun gab es, zu allen anderen Leckereien, eine japanische Flädlessuppe (auf Misobasis).
    Wir waren gut in der Zeit, da die Fähre erst um 10.40h abfuhr und unser Hotel nur wenige Meter vom Hafen entfernt lag.
    Wir haben wieder das Liegeabteil gewählt, da kann ich ein paar Übungen für meinen Rücken machen ;-).
    Wir sind nicht die einzigen Touristen auf der Fähre, aber anscheinend die einzigen Europäer.
    Es ist sehr windig bis stürmisch und das hat Einfluß auf den Wellengang.
    Die Fähre kam ganz schön ins Schlingern, Rollen oder Krängen, wie es der Fachmann sagen würde. Erstaunlicherweise wurde keiner seekrank.
    Da wir noch bis zum Check-in um 14.30h Zeit hatten, besuchten wir das Cape Katsugata von dem wir einen tollen Ausblick auf das Meer und schroffe Lavafelsen hatten, wir gingen auf Wegen, an deren Rändern alles voller Heckenrosen waren, teils noch blühend, teils bereits mit dicken roten Hagebutten besetzt.
    Wir wollten im nahegelegenen Kamui Kagan Park selbst Seeigel fangen und frisch essen. Aufgrund der stürmischen See fand das heute aber nicht statt, leider!
    Um 14.30h konnten wir in unsere Villa Kamui einziehen und waren geflasht. Uns empfing ein geschmackvollen Mix aus japanischen und westlichen Stilen, ein Bad mit Whirlpool, ein riesiger Wohnraum mit Blick aufs Meer, eine Nobelküche, eine große Terrasse mit Fasssauna und Eisbad und und und....
    ...und Abendessen und Frühstück.
    Und passend zum Abendessen geht die Sonne dramatisch im Meer unter. Apropos Essen: Diese Speisekarte sagt alles!
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  • Links fahren und links fahren ist nicht dasselbe

    August 26 in Japan ⋅ 🌬 18 °C

    Nach dem feinen Frühstück in der Villa Kamui sind wir ins Städtchen, weil Ben einen neuen Haarschnitt brauchte.
    Im Barbershop wurde er für nicht mal 15 € kopftechnisch verwöhnt und gestylt.
    Ich erkundete zwischenzeitlich die Nebenstraßen und den nahe gelegenen Fischerhafen, der mit Wind- und Gischtfangzäunen versehen ist. Das findet man häufig auf der Insel, genau wie Tafeln auf denen die Höhe über dem Meeresspiegel steht und Richtungsweiser welche Wege man zu höher gelegenen Orte nehmen muss, falls eine Tsunamiwarnung ertönt.
    Es gibt zwei Sumpfgebiete mit einem kleinen und einen größeren See in der Mitte.
    Den kleineren haben wir in ca. 20 Minuten auf einem Holzsteg umrundet. Den weichen und sumpfingen Untergrund konnte man durch die federnden Holzplanken gut erahnen.
    Erstaunlicherweise wurden wir von stechenden und beißenden insekten verschont.
    Ach ja links fahren - in Japan herrscht Linksverkehr. Konkret heißt das, das alles andersrum ist, außer hinten und vorne, das bleibt gleich.
    Den Scheibenwischer betätigt man links, den Blinker rechts vom Lenkrad, der Startknopf ist auch links . Dazu muss man beim Abbiegen erst rechts, dann links und zuletzt wieder rechts schauen. Wir haben einen Toyota Corolla Touring, mit alles drum und dran. Vermutlich kenne ich noch nicht alle Funktionen, aber den Startknopf und die Automatikschaltung habe ich auf Anhieb gefunden, den Scheibenwischerhebel auch, weil ich mit ihm blinken wollte. Aber das coolste ist der Tempomat mit Advanced Car System (oder so ähnlich heißt das), da fährt das Auto von alleine!!!
    Und genau da hängt der Hammer: laut meinem Sohn fährt das Auto alleine besser als wenn ich es lenke... pure Verleumdung!
    Gut, ich gebe zu, dass mir die ersten Meter nicht leicht gefallen sind, Ben behauptete, ich würde fast im Straßengraben (zu weit links) fahren und das nicht einmal, sondern gefühlt jede halbe Stunde. Da hätte ich ja auch was davon merken müssen, oder?
    Ehrlich gesagt bin ich froh, dass hier auf Rebun und Rishiri so wenig Verkehr herrscht, auf Hokkaido wird es sicher voller. Und ich habe ja meinen Fahrassistenten - nein nicht Ben, der ist mein Navi - sondern diesen Spurhalteassi, der voll cool ist. Und wenn ich den eingeschaltet habe, meckert Ben auch nicht.
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  • Nach einer gewittrigen Nacht

    August 27 in Japan ⋅ ⛅ 20 °C

    Während am Abend und in der Nacht gewittrige Schauer sich über uns entleerten, schien am frühen Morgen die Sonne , als wäre nix gewesen. Wie hatten eine tolle Tour auf einem beim Hafen gelegenen Berg zu einem Observatorium entdeckt und diese stand heute auf dem Plan.
    Gleich nach dem Frühstück ging los. Am Anfang des Aufstiegs gab es eine Gedenlstätte für die Ureinwohner, die Ainu, die im Krieg gegen Russland gefallen sind.
    Es gab zwei Aufstiegsmöglichkeiten:
    1. Steiler Aufstieg und moderater Abstieg, beides mit Steinen und Stufen.
    2. Moderater Aufstieg, dafür den kürzeren aber steileren Abstieg.
    Wir wählten Variante 1 und wir waren später echt froh, da nicht wieder runter zu müssen. Es war steil mit großen Stufen aus Natursteinen. Der Ausblick war grandios!
    Gerade rechtzeitig haben wir es wieder zum Auto geschafft, als es zu tröpfeln anfing.
    Ab nach Hause und ab ins Fass, ins Saunafass!. Eigentlich bin ich keine Saunaliebhaberin, aber die Gelegenheit hier, mit Blick aufs Meer, musste ich nutzen. Die Sauna heizte langsam hoch, während die Regentropfen gegen die Scheibe pochten, das Meer war grau und aufgewühlt, und ich dampft so vor mich hin. Nach 25 Minuten reichte es mir und ich stieg ins 1/3 gefüllte Wasserbecken (eis-) kaltem Wasser und rundete die Saunaorgie mit ebenso kalten Wassegüssen ab. Schnell ins Haus, abtrocknen und ein bißchen nachschwitzen - ready for lunch!
    Wir haben uns für die Pizzeria Golleys in Kutsugata entschieden, die 4,9 von 5 -Bewertung hat
    Ben nahm eine Pizza mit Kombu (Seetang) und ich eine mit Baby Anchovis, das sind ca 1-2cm lange dünne Fischchen. Der Teig war super lecker, beim Belag hatte ich mir mehr versprochen.
    Kaum waren wir im Auto, begann es zu regnen und das hielt den ganzen Nachmittag an. Das war mir aber egal, weil ich mich dann in den Whirlpool legte und dem Regenwetter und den gischtsprühenden Wellen zusah. Voll schön, du hast das Gefühl am Ende der Welt zu sein (auch wenn in 50m Entfernung eine kleine Straße vorbeigeht).
    Beim Abendessen hat sich unser Koch was ganz feines ausgedacht: Königskrabbe, Reisgerichte mit Krebsfleisch und ShabuShabu mit Wagyu-Fleisch - um mal nur die großen Gerichte zu nennen.
    Beim Dinner zogen dicke schwarze Wolken auf und kurz darauf erschienen die ersten Blitze, zuerst noch weit entfernt, dann immer näher kommend, erst grummelnder, dann grollender Donner, anschließend dicke Regentropfen, die der heftige Wind gegen die Glasfronten unseres Wohnzimmers wirft,
    Ein tolles Naturschauspiel in einem Traumhaus!
    Wir hoffen, das morgen Früh wieder Ruhe einkehrt, da wir mit der Fähre zurück nach Hokkaido/Wakkanai fahren und 100 Minuten auf offener See sind.
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  • Pustekuchen

    August 28 in Japan ⋅ ☁️ 21 °C

    Eigentlich war geplant um 8 Uhr gemütlich frühstücken, gegen 10 Uhr Richtung Fähre starten und um 12.05 Uhr mit der Fähre zurück nach Wakkanai fahren.
    Jetzt kommt Pustekuchen: Nicht nur, dass Ben um 4 Uhr wach wurde, weil in der täglichen Info für die Fischer der Insel, das Wort "Tsunami" vorkam. Sofort hellwach googelt er sich durch und fand keine weitere Meldung.
    Geplant war Aufstehen um 7 Ihr, da Klingelton unsere dienstbaren Geister schon - wir waren vollkommen irritiert. Doch ein Tsunami??
    Nicht ganz, aber alle Fahrkarten für diesen Tag wurden aufgrund der schlechten Wetterlage abgesagt, die einzige lief um 09.30 Uhr aus. So wurden wir gefragt, ob wir auf dem Schiff frühstücken wollten. Wir zogen aber das Frühstück in der Villa vor. Also husch husch ins Bad und Kofferpacken, damit wir gleich nach dem Frühstück loskonnten. Zum Abschied von der absoluten Luxusherberge Villa Kamui erschien der schönste und größte Regenbogen meines Lebens, der zu unseren Füßen ins Wasser glitt.

    Im strömenden Regen bei stürmischen Böen ging es nach Oshidomari zur Fähre. Das Laden (rückwärts einfahren) funktioniert inzwischen problemlos und ab ging's bei stürmischer See.
    Wir haben uns gut geschlagen, nur die letzte Viertelstunde war bei uns kritisch. Aber im kühlen Gang mit Blick aufs Meer blieb das Frühstück drin und die Übelkeit verzog sich!
    Gut angekommen machten wir uns auf die 154 km lange Strecke nach Mombetsu.
    Dafür waren 3 Stunden angegeben - mit Geschwindigkeiten zwischen 40 und 60 km/h eigentlich nicht zu schaffen.
    Vor allem im strömenden Regen, starken seitlichen Winden und trübem Licht.
    Glücklicherweise habe ich den Tempomat und Spurhalteassistenten entdeckt. So ein Teufelszeug, da fährt die Karre von allein, bremst vor Kurven, der Abstandsassistent macht auch seinen Job und das rettete während meinen Sekundenschlafattacken uns glatt das Leben.
    No risk- no fun!
    Wobei sich der fun echt im Rahmen hielt....
    Aber irgendwie und irgendwann kamen wir beim Mombetsu Prince Hotel an.
    Ein bißchen ausruhen und dann haben wir uns aufgemacht, in einem authentischen, sprich hauptsächlich von Japanern besuchten, Restaurant zu Essen. Lecker, auch wenn keine Schneekrabbe dabei war - die hatten wir am Tag zuvor in der Villa Kamui.
    Zurück ins Hotel und Augenpflege machen, denn am nächsten Tag geht es 181 km weiter - aber diesmal mit stündlich Pausen - versprochen!
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  • Am Tag danach

    August 29 in Japan ⋅ 🌧 17 °C

    Der Wecker klingelte zu unserer üblichen Zeit um 7 Uhr , Ben war schon wieder wach.
    Nach den üblichen morgendlichen Gepflogenheiten eilten wir zum Frühstücksraum und probierten alle 65 Gerichte durch. Quatsch, natürlich nicht - wir suchten uns das raus was uns anmache. Ich fand den gekürzten Kombu (Seetang) und die Krebssuppe klasse, Ben fand das Omelette mit Spinat super.
    Auschecken ging wie immer problemlos, während das Einchecken mit den Reisepässe nicht funktionierte. Trotzdem sind wir ja untergekommen.
    Das Wetter hatte sich gebessert, ein lustiger Sonne/Wolken-Mix, bei leichtem Wind und erfrischenden 14 Grad kam uns sehr gelegen.
    Wir hatten 181 km vor uns und bei gutem Wetter machte es mehr Spaß.
    Und große Freude überkam uns, als wir das erste 70er - Schild entdeckten - endlich "rasen" durften!
    Nach dem mein Wundertoyota auch noch die Geschwindigkeitsbegrenzungen anzeigt, fährt es sich ganz locker. Irgendwann habe ich mich dem Verkehrsfluss angepasst, was ein paar eilige Zeitgenossen nicht davon abhielt uns zu überholen.
    Es soll hier viele Blitzer geben, bisher haben wir noch keine entdeckt. Wer weiß, vielleicht kommt die große Rechnung hinterher? Ich hoffe Deutschland hat kein Auslieferungsabkommen mit Japan....
    Die Fahrt ansich war toll, wir machten einige Stopps und es war nicht so anstrengend wie am Tag zuvor.
    Leider erhielt uns die Nachricht, dass unsere Bootsfahrt am 30.08. aufgrund des starken Wellengangs abgesagt wurde. Dort hätten wir Bären und Hirsche vom Wasser aus beobachten können.
    Wir fuhren dort im Büro vorbei und sie gab uns den Tipp, es bei Aurora Cruises zu versuchen, die hätten größere Boote.
    Leider war das keine Option, weil wir da nur rumgeschippert wären ohne Wildsichtungen.
    So werden wir morgen einen See umrunden, vielleicht gibt es da Bären oder Hirsche zu sehen.
    Gleich am 1. Tag auf Rebun hatten wir einen Hirschbullen mit großen Geweih am Straßenrand gesehen, ich nur kurz, weil mich das links fahren so in Anspruch nahm.
    Unsere Fahrt führte uns an einem großen See, dem Lake Saromako, vorbei, der direkt ans Meer grenzt.
    Teils führen wir direkt am Meer entlang mit phantastischer Aussicht auf die gischtsprühenden Wellen.
    Per Zufall entdeckten wir einen kleinen Bahnhof, der aus der Zeit gefallen schien.
    Der nächste Stopp war an den Oshinkoshin Falls, wir mussten doch noch auf unsere Schritte kommen, im Auto zählt es keine. Also, zack die Stufen hinauf und den Wasserfall begutachtet.
    Wir waren kurz vor der Check-in Zeit im Hotel Kitakobushi Shiretoko eingetroffen und holten uns unsere Gratiskugel Eis ab und ich freute mich auf einen Kaffee.
    Das Hotel macht einen sehr guten Eindruck, ist allerdings weitläufig - so haben wir unsere Schritte doch noch geschafft!
    Das Abendessen war grandios, an mehreren Stellen gab es frisch Gekochtes - also "Live Cooking", das vor uns frisch gekocht wurde, ebenso Sashimi und Sushi, auch vor unseren Augen zubereitetet und verschiedene Weine und Sake, Pasta aus dem Parmesanlaib, und und und. Und Desserts - ich sag nur mmmmmmh.....
    Vollgefressen walzten wir uns aufs Zimmer und fielen dort aufs Sofa bzw. Bett.
    Die Ausstattung dieses Hotels ist großzügiger als das Mombetsu Prince (Ü/Fr. 81 €).
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  • Hokkaidos wilde Natur

    August 30 in Japan ⋅ ⛅ 15 °C

    Nachdem unsere Bootsfahrt mit Wildtiersafari aufgrund des starken Seegangs ausfiel, machten wir uns zu den 5 Seen des Shiretoko Koge auf. Die Tour hatte Ben ausfindig gemacht. Sie bot zwei Varianten: Die 1. war ein ca. 1 km langer, auf einem erhöhtem Holzsteg, durch Elektrogitter gegen Bären abgesicherten, Trail.
    Variante 2 war eine 3,6km lange Tour durch den Urwald, vorbei an allen 5 Seen, teils auf Holzwegen, teils auf Naturboden und über Stock und Stein.
    Nach ein wenig Bedenkzeit stimmte mein Mitreisender zu, den "abenteuerlicheren' Weg zu wählen. Wir bekamen ein Zertifikat zum Betreten des Schutzgebietes, durften ein 8 minütigen Video anschauen und wurden von einer Rangerin instruiert was zu tun ist, falls wir mit Bären in Kontakt kämen.
    Dummerweise waren auch 3 Japanerinnen kurz vor uns auf den Trail gegangen, mit Glocke bewaffnet, schnatterten sie unentwegt und klatschten nach jedem Stehenbleiben laut in die Hände um jegliches Wild zu verjagen. Mit Erfolg!
    Ich hätte die drei Dumpfbacken am liebsten auf den Mond geschossen!
    Sogar die Insekten wurden in die Flucht geschlagen....
    Das letzte Stück auf dem hochgelegenen, gesicherten Weg, bot dann doch noch etwas Lohnendes: Eine Sika-Hirschkuh, die unverzagt, trotz aller Beobachter in weniger als 3 Metern Entfernung, genüsslich ihr Blätter-Mittagessen zupfte.
    Total niedlich!
    Bei der Weiterfahrt auf den 738m Shiretoko Pass, begegnete uns gleich nochmal ein Hirsch.
    Aber Bären haben wir leider nicht gesehen.
    Vom Shiretoko-Pass, der auch bei Motorradfahrern sehr beliebt ist, hat man eine tolle Sicht aufs Meer und die ca. 25km entfernte Insel Kunashiri. Sie gehört zu den Inseln im Nordterritorium und es ist anzumerken, dass sie schon immer zu Japan gehörte. Die Ureinwohner Japans, die Ainu waren dort heimisch, aber:
    GESCHICHTE: Im Vertrag von Shimoda von 1855 wurden die Grenzen zwischen Japan und Russland friedlich geregelt, wobei diese Inseln Japan zugesprochen wurden.
    BESETZUNG: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte die Sowjetunion die Inseln im August und September 1945. Die japanische Zivilbevölkerung wurde daraufhin vertrieben.
    Status: Bis heute gibt es keinen Friedensvertrag zwischen Japan und Russland, da der Status dieser Inseln ungeklärt ist und Japan die Rückgabe fordert.
    ANMERKUNG: Das spricht doch für sich!

    So - Weltpolitik ade!

    Vom Shiretoko Pass ging es kurvig und steil zur Küste nach Rausu hinab.
    In Rausu bleiben wir 2 Nächte in einem einfachen, aber sehr schönen Hotel, mit sehr guter Küche!
    Es liegt, nur durch eine Straße getrennt am Meer und bietet einen reizvollen Ausblick.
    Morgen Früh geht es zu "Walfahrt", bei der wir mit etwas Glück sogar einen Pottwal sehen können - wenn uns das Wetter nicht wieder einen Strich durch die Rechnung macht!
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  • Walfahrt oder Wallfahrt?

    August 31 in Japan ⋅ ⛅ 16 °C

    Das Shiretoko Serai Hotel hat zwar nur einen Stern, ist aber sehr hübsch und hochwertig eingerichtet. Der Besitzer sieht eher indisch als japanisch aus, aber das tut der guten Verpflegung keinen Abbruch.
    Wir frühstücken bereits im 7 Uhr, da unsere Bootstour zu Walbeobachtung um 9 Uhr startete.
    Das Wetter war gut, ein angenehmer Sonne-Wolkenmix bei frischen 15 Grad um 9 Uhr, die beim Fahrtwind aber gefühlt kälter waren.
    Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden und kurz gesagt: kein Pottwal, kein Orca, kein Delphin zeigte sich.
    Ein paar Wasservögel waren zu sehen, ein springender Thunfisch. Doch dann, schon auf dem Weg zurück, trafen wir auf eine Schule von Dall-Hafenschweinswalen. Diese kleinen, schwarz-weißen Delfine waren extrem schnell und erzeugten beim schnellen Schwimmen eine charakteristische, V-förmige Gischtwelle.
    Sie sprangen wild durcheinander und machten der ganzen Bootsmannschaft und uns natürlich auch eine Riesenfreude.
    Beschwingt durch das Erlebnis suchten wir noch nach einer Möglichkeit Bären zu sehen. Wir machten einen Anbieter ausfindig, liefen dorthin, aber es war niemand da. Das Haus war offen, aber auch auf mehrmaliges Klingeln zeigte sich niemand.
    Etwas enttäuscht zogen wir ab und erkundeten anstatt dessen die Umgebung.
    Dabei stießen wir auf ein kleines Lokal mit nur 8 Plätzen, der Besitzer managed alles alleine.
    Gerade als 3 Personen das Restaurant verließen, huschten wir hinein. Es waren noch 4 Personen da, diese wurden zuerst bekocht. Dann durften wir unsere Plätze einnehmen. Gleich nachdem wir eingetreten waren, ging der Chef nach draußen um die Fahnen über dem Eingang abzuhängen, was soviel wie geschlossen bedeutet.
    Für uns hieß es dann kurz darauf, das Restaurant gehörte uns alleine und er war nur für uns da.
    Ben ließ sich vom Koch was empfehlen, ich nahm etwas von der Karte mit Tempura.
    Ich bekam unter anderen Reis getoppt mit knusprigen Tempuragarnelen und sagenhaften Duft und Geschmack.
    Aber Benjamin bekam ganz viel Tempura, Krebsfleisch, Gemüse und Lotoswurzel (ich liebe Lotoswurzel)
    *schnief*!
    Egal, sehr gut wars und für 15 € zusammen ein Schnäppchen.
    Am Nachmittag widmeten wir uns der Körper- und Augenpflege. Ben faltet sich zusammen um in der Minibadewanne zu baden, aber Platz ist dafür in der kleinsten Hütte ;-)
    Gegen 18 Uhr war das Dinner angerichtet und es war sehr fein und liebevoll gemacht.
    Wir empfehlen das Shiretoko Serai!
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  • Von Rausu zum Akan Lake

    Sep 1–8 in Japan ⋅ ☁️ 18 °C

    Unser Weg führt uns heute ins Akan Forest Tsuruga Hotel am Akan-See. Unterwegs machen wir Halt im Shibetsu Salmon Museum und verlebten dort eine interessante und vor allem lustige Unterbrechung. Im Eingangsbereich war ein riesiges rausholen Aquarium mit großen Fischen, auch ein Hai war dabei.
    In weiteten Becken leben unterschiedliche Arten von Lachsen und Forellen, auch in verschiedenen Lebensaltern. Es gibt dort eine Anlage in der man sehen kann, wie Lachse zum Laichen solche Flusshindernisse überspringen können. Leider war diese nicht in Betrieb und wir schauten uns das auf einem Monitor an
    Es gab auch kleinere Aquarien und Terrarien mit Fröschem, Amphibien, Shrimps und Krebsen. Fischfutter gab's aus dem Automaten und die Lachse machten nette Sprünge um sich das Futter zu "erjagen".
    Der absolute Clou war ein Bassin mit Welsen, die einem aus der Hand fraßen und manchmal gleich an den Fingern oder der Hand lutschten. Ein Heidenspaß für uns selbst und auch anderen zuzuschauen war lustig.
    Die Viecher waren echt niedlich!
    Apropos niedlich: auf der Fahrt heute begegneten wir einer ganzen Reihe von Hirschen, mal einzel, mal mit Jungtier oder gleich im Rudel. Sie sind nicht scheu, vermutlich haben sie sich schon an die komischen Wesen in Blechdosen gewöhnt. Ein äußerst mageres Füchslein ist vor uns über die Straße gelaufen, den hätte man am liebsten gefüttert.
    Aber das ist strengstens verboten - und dann tun wir das auch nicht!
    Auf der Weiterfahrt haben wir dann noch einen Aussichtspunkt angefahren, der einen tollen Blick über den Mashu-See bot.
    Dann war auch schon Zeit zum Einchecken im Akan Forest Tsuruga Resort.
    Das hier ein Hotspot der Ainukultur ist, merkt man schnell. Es gibt viele Holzschnitzereien, für die die Ureinwohner Japans berühmt sind.
    Morgen wird uns ein Indigener mit auf Tour nehmen und uns etwas über die Ainu und ihre Geschichte, ihre Kultur und ihr Schicksal erzählen.
    Auch unser Hotel ist mit ungewöhnlicher Innenachitektur aus Holz ausgestattet.
    Das Buffet zum Abendessen war sehr umfangreich und sehr lecker, erwähnenswert sind kleine sehr appetitlich Pizzen, die einem an den Tisch gebracht werden und feine Desserts.
    Unser Zimmer hat ein Riesenbett und ein kleineres Bett und weil Ben einmal (1x!) ein etwas schmäleres Bett hatte ( vielleicht nur 1,20m breit) musste er jetzt das große [1,80m breit) haben...
    Na, wenn ich meinen Sohn damit glücklich machen kann - nichts leichter als das!
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  • Am Tag als der Regen kam

    September 2 in Japan ⋅ ☁️ 18 °C

    Kaum aufgewacht, schon nass gemacht - es regnet am Akan-See!
    Eigentlich hätten wir heute morgen eine Runde um den See drehen wollen, aber dann wären unsere Schuhe eventuell nass und heute um 13 Uhr treffen wir uns ja zum "Immersive Forest Walk" mit einem Nachkommen der Ureinwohner Japans, den Ainu.
    Also gammeln wir auf unserem Zimmer rum und ich zeige euch, wer diesen Höllenlärm an Grillenzirpen verursacht: die japanische Zikade und anschließend ein unheimlich aussehender, aber total friedlicher Geselle, der Gattung Heuschrecke, die Gewöhnliche Schrecke.
    Um 13 Uhr holte uns Kengo Tamaguchi ab, unser indigener Guide.
    Er ging mit uns durch den angrenzenden Akan-Wald und erklärte uns Bäume, Pflanzen und Tiere. Der leichte Regen störte uns nicht, aber es waren halt keine Tiere zu sehen, außer einer Spinne, die aber, anscheinend fotoscheu, sich schnell in höhere Gefilde hochseilte.
    Kengo meinte, sonst könne man hier sogar Hirsche sehen, die es sich hier genüsslich schmecken ließen. Überall waren ihre Fraßspuren zu sehen.
    Es wächst hier, wie überall auf Hokkaido, Zwergbambus, dessen frische Triebe auch zur Lieblingsspeise der Sika-Hirsche gehört. Wir kamen an heißen Quellen vorbei, die teils eine hohe Schwefelkonzentration hatten, teils nur noch blubbernde Schlammlöcher oder dampfende Teiche waren. Der See hat klares Wasser und eine Besonderheit, das Kugelmoos (Marimo), das überall präsent ist. Es ist aber tatsächlich eine Algenart der Grünalgen, um die ein ziemlicher Hype entstanden ist.
    Häufig sieht man den hochgiftigen Eisenhut lila blühen obwohl es schon auf den Herbst zugeht. Einige Bäume haben schon verfärbte Blätter.
    Akan hat eine größere Ainu-Population und ein eigenes kleines "Dorf". Vor ca 150 Jahren wanderten die Japaner in Hokkaido ein. Und in den Jahre nach 1944 wurden die Ainu von den Kurilen-Inseln, wie z.B. Kunashiri, von den russischen Machthabern vertrieben, die die Inseln bis heute besetzt halten.
    Nach der Waldtour gingen wir am See entlang zum Hotel "Akan Yuko No Sato Tsuruga" in dem die geschnitzten Kunstwerke seines Vaters ausgestellt sind. Eine ganz besondere Figur, die sein Vater für den CEO des Hotels geschnitzt hatte, als dessen Frau bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, hat auch mich berührt.
    Weiter führte uns unser Guide ins Ainudorf, in dem er einen kleinen Laden hat.
    Dort stattete er uns mit traditioneller Kleidung aus und zeigte uns die letzten Werke seines Vaters, den er sehr verehrt.
    Bei einem Brieföffner wurde ich schwach, weil er so schön geschnitzt ist, den musste ich haben.
    Nach längerem Verabschieden und unzähligen Verbeugungen gingen wir zu Fuß durch Dörfchen und zurück zu unserem Hotel. Inzwischen goss es in Strömen, so dass zur Regenjacke der Schirm herhalten musste.
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  • Regen, Regen und nochmal Regen

    September 3 in Japan ⋅ 🌧 18 °C

    Der Regen auf Hokkaido hält an und wir kommen auf unsetet Fahrt zum Flughafen Kushiro mehr als einmal in den Genuss einer kostenlosen Unterbodenwäsche.
    Die japanischen Straßen sind speziell. Uns wurde gesagt, dass sie sehr schmal seien, man mit Wildwechsel und starke Windböen rechnen müsse und es viele "Blitzer" gibt.
    Stimmt soweit, das stürmische Winde und das häufig auftretenden Wild am Straßenrand Aufmerksamkeit fordert. Die Straße sind nicht sonderlich schmal, bis auf wenige Ausnahmen, aber zum Teil fürchterlich schlecht. Schlagloch an Schlagloch, die Fahrbahnen bis zur Hälfte bröckelig, löchrig und bei Regen wassergefüllt.
    Geschwindigkeitsbe- schränkungen gelten nur für Ausländer, die Japaner überholen dich, wenn du etwas über der erlaubten Geschwindigkeit fährst, kann es sein, dass dich ein LKW überholt...
    Nachdem es hier wohl schon länger, und zwischendurch auch recht heftig, regnet, sind riesige Pfützen auf den Straßen entstanden, die man nicht umfahren kann.
    Gut, dass es hauptsächlich übers Land ging und es dort keine Gehsteige gibt.
    Nachdem wir unser Mietauto abgegeben hatten, gaben wir unser Gepäck ab und checkten ein.
    Ungewöhnlich für Japan, aber nicht ausgeschlossen, startete unser Flug nach Tokio fast 20 Minuten später.
    Am Flughafen werden wir abgeholt und zum Hotel gebracht.
    Das hat auch gut geklappt.
    Ben hat sich Mizuno Schuhe ausgesucht, die er in Tokio kaufen möchte.
    Zu Fuß wären es über eine Stunde gewesen, also wollten wir Öffis nutzen.
    Ich hatte meine Suica-Karte von letztem Jahr noch und lud diese auf. Ben hatte seine zuhause gelassen - ein großer Fehler!
    Zuerst fanden wir keinen Suica-Automaten, dann ließ Ben eine Fahrkarte aus dem Automaten, die, wie sich später herausstellte, für die falsche Linie war.
    Wie man an eine neue Karte kommen sollte, fanden wir nicht heraus. Ratlos - weil in Zeitnot - wendeten wir uns an einen Servicemitarbeiter, der uns an eine andere Station schickte von der wir aus die Ginza-Line nutzen konnten, die zum gelobten Schuhgeschäft führen sollte.
    Endlich hatte Ben das richtige Ticket, dann ging meine Karte nicht - also wieder den Service in Anspruch nehmen.
    Irgendwann standen wir am Bahnsteig und die Fahrt ging los.
    Nach dem Ausstieg hieß es noch 12 Minuten zu Fuß (ich wette, das war länger!) und das im Schweinsgalopp, denn der Laden schließt um 20 Uhr.
    Mit heraushängender Zunge kam ich an und Ben fand recht schnell die passenden Schuhe.
    Die Anspannung viel ab. Und kurz darauf stießen wir auf ein kleines Lokal in dem es Wagyu gab. Gegessen hatten wir auch noch nichts, also rein mit uns. Positiv registriert haben wir sofort, dass nur Einheimische dort saßen, was ja allgemein zumindest für Authentizität spricht.
    Deshalb haben wir Wagyu A5 für 2 Personen bestellt und gegessen. Fein wars! Und das für 15 Euro mit Getränken.
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  • Park Hotel Tokyo

    September 4 in Japan ⋅ ☁️ 30 °C

    Trotz den lauten Fahrgeräuschen der unter uns vorbeifahrenden Tokioer Metro, haben wir gut geschlafen. Sie fuhr teils im Abstand von 30 Sekunden vorbei. Da hätten sich 3-fach verglaste Fenster gelohnt!

    Dafür lässt unser Zimmer einen Blick auf den Tokio-Tower und die weite Kulisse der Stadt zu.

    Es ist nicht sehr groß, hat aber alles was man braucht, sogar eine Badewanne für Ben ;-).

    Das Hotel selbst ist sehr schön eingerichtet und bietet Künstlern Ausstellungsraum. Überall hängen Bilder von japanischen Malern, die teilweise auch zu kaufen sind (die Bilder natürlich, nicht die Künstler).

    Geplant war, heut nach Akihabara zu fahren und dort eine Massage zu buchen. Am ausgesuchten Ort war aber nichts frei, erst für Samstag Nachmittag haben wir einen Termin bekommen.

    Das ist aber ok, da wir erst um 19.45h am Hotel abgeholt und zum Flughafen gefahren werden. Nun ich bin mal gespannt….

    Diesen Morgen genehmigt sich Ben aus ausgedehntes Bad und später gehen wir auf Tour. Das Ziel steht noch nicht fest.

    Da Ben für eine Kollegin ein ganz bestimmtes Buntstiftetui mitbringen sollte, gingen wir zu Fuß in den angrenzenden Stadtteil Ginza, dort soll es ein großes Schreibwarengeschäft geben. 

    Ben hatte seine neuen Schuhe an und ich bei 26 Grad Sandalen. Es war leichter Regen angesagt, deshalb durfte der Miniknirps auch mit.

    Im ersten Geschäft wurden wir leider nicht fündig, also ab ins nächste, das sich ein paar hundert Meter weiter befand. Leider auch Fehlanzeige! Aber die tollen Geschäfte in Ginza, von Balenciage über Michael  Kors bis Zara, von Bulgari über Swarowski bis Tiffany, kein bekannter Name, der dort nicht ein Ladengeschäft hatte. Luxuswaren zu Luxuspreisen!
    Inzwischen kam ein Hüngerchen auf, aber da wir heute Abend Essen gehen, sollte es nur eine Kleinigkeit sein.
    Daraufhin suchte Ben was aus und wir stiegen in einem unscheinbaren Hauseingang 4 Treppen hoch in ein Eulencafé!
    Da war der Hunger doch gleich vergessen.
    Lasst euch von den Fotos bezaubern!
    Am Nachmittag habe ich meine Haare gefärbt, weil der Haaransatz so scheußlich aussah. Dummerweise finden sich in Japan nur dunkle Farben, halt von schwarz bis haselnussbraun oder gleich ein Blondier- mittel. Aber ich war ja schon „zu“ blond, deswegen fiel der Haaransatz so extrem auf.
    Tja, was tun? Da ich davon ausgehe, dass die Farbe sich bei meinem Haar sowieso auswäscht, und es also von alleine heller wird, habe ich halt „haselnussbraun" genommen.
    Was meint ihr kam dabei raus?
    Klar, ganz logisch ein tolles „haselnussblond“. Eine schöne Farbe, aber ich weiß noch nicht, ob sie zu mir passt.

    Wir werden sehen….

    Unser Abendessen im japanischen Stil beginnt um 18.30h und wir freuen uns schon darauf, denn das Frühstück im Parkhotel ist sehr westlich geprägt.
    Das Abendessen war gut, aber nicht außergewöhnlich. Dafür Tokio bei Nacht...
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  • Park Hotel in Tokio

    September 4 in Japan ⋅ ☁️ 29 °C

    Nach einer gut, trotz den lauten Fahrgeräuschen der unter uns vorbeifahrenden Tokioer Metro, haben wir gut geschlafen. Sie fuhr teils im Abstand von 30 Sekunden vorbei. Da hätten sich 3-fach verglaste Fenster gelohnt!
    Dafür lässt unser Zimmer einen Blick auf den Tokio-Tower und die weite Kulisse der Stadt zu.
    Es ist nicht sehr groß, hat aber alles was man braucht, sogar eine Badewanne für Ben ;-).
    Das Hotel selbst ist sehr schön eingerichtet und bietet Künstlern Ausstellungsraum. Überall hängen Bilder von japanischen Malern, die teilweise auch zu kaufen sind (die Bilder natürlich, nicht die Künstler).
    Geplant war, heut nach Akihabara zu fahren und dort eine Massage zu buchen. Am ausgesuchten Ort war aber nichts frei, erst für Samstag Nachmittag haben wir einen Termin bekommen.
    Das ist aber ok, da wir erst um 19.45h am Hotel abgeholt und zum Flughafen gefahren werden. Nun ich bin mal gespannt….
    Diesen Morgen genehmigt sich Ben aus ausgedehntes Bad und später gehen wir auf Tour. Das Ziel steht noch nicht fest.
    Da Ben für eine Kollegin ein ganz bestimmtes Buntstiftetui mitbringen sollte, gingen wir zu Fuß in den angrenzenden Stadtteil Ginza, dort soll es ein großes Schreibwarengeschäft geben.
    Ben hatte seine neuen Schuhe an und ich bei 26 Grad Sandalen. Es war leichter Regen angesagt, deshalb durfte der Miniknirps auch mit.
    Im ersten Geschäft wurden wir leider nicht fündig, also ab ins nächste, das sich ein paar hundert Meter weiter befand. Leider auch Fehlanzeige! Aber die tollen Geschäfte in Ginza, von Balenciage über Michael Kors bis Zara, von Bulgari über Swarowski bis Tiffany, kein bekannter Name, der dort nicht ein Ladengeschäft hatte. Luxuswaren zu Luxuspreisen!
    Inzwischen kam ein Hüngerchen auf, aber da wir heute Abend Essen gehen, sollte es nur eine Kleinigkeit sein.
    Daraufhin suchte Ben was aus und wir stiegen in einem unscheinbaren Hauseingang 4 Treppen hoch in ein Eulencafé!
    Da war der Hunger doch gleich vergessen.
    Lasst euch von den Fotosuf bezaubern!
    Am Nachmittag habe ich meine Haare gefärbt, weil der Haaransatz so scheußlich aussah. Dummerweise finden sich in Japan nur dunkle Farben, halt von schwarz bis haselnussbraun oder gleich ein Blondiermittel. Aber ich war ja schon „zu“ blond, deswegen fiel der Haaransatz so extrem auf.
    Tja, was tun? Da ich davon ausgehe, dass die Farbe sich bei meinem Haar sowieso auswäscht, und es also von alleine heller wird, habe ich dann halt „haselnussbraun “ genommen.
    Was meint ihr kam dabei raus?
    Klar, ganz logisch ein tolles „haselnussblond“. Eine schöne Farbe, aber ich weiß noch nicht, ob sie zu mir passt.
    Wir werden sehen….
    Unser Abendessen im japanischen Stil beginnt um 18.30h und wir freuen uns schon darauf, denn das Frühstück im Parkhotel ist sehr westlich.
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  • Der letzte Tag in Japan ist angebrochen

    September 5 in Japan ⋅ ☁️ 26 °C

    Unser Plan heute:
    Frühstücken, chillen und einige der ausgestellten Kunstwerke zu fotografieren, bis zum Auschecken um 11 Uhr und dann Aufbruch Richtung Akihabara, um dort eine ausgedehnte Massage zu genießen. Anschließend essen wir noch etwas und vertreiben uns die verbleibende Zeit damit gemütlich zum Hotel zurückzukommen, wo wir um 19.45 Uhr von unserem Fahrer abgeholt und zum Flughafen Haneda gebracht werden.
    Wir versuchen gleich einzuchecken um dann noch unsere letzten Yen (falls noch was übrig ist) am Flughafen loszuwerden.
    Und um 22.55 h soll unser Flug starten, Flugzeit 14,4 h - Ankunft München 6.40 h.
    That's the Plan!
    Alles hat soweit gepasst, die Massage war witzig, mein "Maid" war nett, und fand mich Cuts und "kawai", also süß. Und "so powerful" - wahrscheinlich meinte sie meine harten Verspannungen!
    Lustig war es auf jeden Fall, die 90 Minuten haben sich gelohnt.
    Wir bummeln zurück zum Hotel, ruhten uns in der Hotellobby aus und ließen uns dann bequem zum Flughafen fahren.
    Wir sind pünktlich gestartet und haben nach ungefähr einer Stunde in der Luft zu Abend gegessen.
    Laut unserem Flugradar sollten wir bereits um 6.06h in München ankommen, obwohl als Ankunftszeit 6.40h angegeben war - wir werden sehen....
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    Trip end
    September 6, 2026