• Huayna Potosi - 6088m ✨😍🇧🇴

    4–6 окт. 2024, Боливия ⋅ ☁️ 2 °C

    Tag 1:
    Nun war der Tag also gekommen - unser Abenteuer Huayna Potosi - was übersetzt „Junger Berg“ bedeutet hatte gestartet.

    Der Wecker klingelte um 6:30Uhr. Wir machten uns fertig, ließen die großen Rucksäcke im Hostel zurück und liefen in Richtung Agentur mit einem kleinen Stop davor im Café für Frühstück.
    Gegen 8:30Uhr fuhren wir dann los in Richtung unseres ersten Basislagers, welches auf 4750m lag.
    Dort angekommen bekamen wir direkt unsere Zimmer und Ausrüstung. Mit Ausrüstung sind Schuhe, Hosen, Stulpen, Steigeisen, Eispickel, Helme, Jacken, Handschuhe, Klettergurte & Schlafsäcke gemeint. Alles ausgelegt um in Höhen von jenseits der 5000m warmzuhalten und zu funktionieren 😜

    Nachdem alle ihre Ausrüstung hatten hieß es ersteinmal Mittagessen. Man konnte zwischen vegetarisch & eben normal wählen, was beides sehr lecker und sehr viel war 😅
    Nach dem Mittagessen ging es dann auf eine kleine Wanderung mit anschließendem Highlight - Eisklettern.
    Zu aller erst wurde uns beigebracht, wie man sich mit den Steigeisen fortbewegt. Ein gewissermaßen Vertrauensprozess wurde angestoßen denn mit diesen Dingern an den Füßen ist es fast gar unmöglich abzurutschen. Nachdem wir alle mehrmals kleine Hänge hochgekraxelt sind ging es ein Stückchen weiter zu einer Eiswand, welche beinahe 90 Grad bzw. das oberste Stück im Überhang war.

    Jup und dann hieß es einer nach dem Anderen vortreten bitte. Unser Guide hatte uns kurz einmal gezeigt wie das ausschauen könnte, wenn man denn geübt ist 😂
    Natürlich wurden wir bevor es losging gesichert. Lisa war die Vorletzte der gesamten Gruppe und Manu ging als Letzter. Was am Ende vielleicht nicht die cleverste Entscheidung gewesen war. Je später es wurde, desto kälter wurden die Hände. Diese sind essentiell um sich am Eispickel in Kombination mit den Steigeisen hochzuziehen/drücken.

    Um es kurz zu halten, wir beide packten es ebenfalls bis nach oben aber es war doch schon eine Herausforderung. 10 Minuten in der Eiswand zu hängen und jeder Schritt, jeder weitere Hieb mit dem Eispickel spürte man. Besonderen in den Unterarmen 😅
    Unsere Gruppe entwickelte eine richtige Dynamik, so dass alle angefeuert und von unten unterstützt wurden 😍

    Nachdem wir alle happy waren eisgeklettert zu sein gingen wir wieder zurück ins Basislager, wo wir dann gemütlich gemeinsam Karten spielten und zu Abend aßen.

    Tag 2:
    Gegen 8:00Uhr klingelte der Wecker und es gab Frühstück. Die Nacht war im Groben und Ganzen gut und erholsam gewesen. Wobei Lisa schon wieder mit Bauchschmerzen kämpfte - was das angeht ist Bolivien nicht ihr Land bisher. Wir hatten in der Nacht sogar einen kleinen Elektroofen im Zimmer, welcher aber am Abend zuvor unser Zimmer zu sehr erhitzte, sodass wir beschlossen ihn auszuschalten. Tja morgens war’s dann eben etwas frischer aber die Sonne kam schon bald zu ihrem Einsatz 🌞
    Zwischen Frühstück und Mittagessen konnten wir noch im Basislager entspannen, hatten nette Gespräche, Manu döste zwischendurch und Lisa las.
    Nach dem Mittagessen ging es dann zum Highcamp, welches auf 5200m lag. Gute drei Stunden benötigten wir bis dort hin, da wir alle unsere gesamte Ausrüstung hochschleppen mussten. Oben angekommen waren wir eigentlich alle noch relativ fit, sodass alle bis auf Lisa und Cori beschlossen nochmals etwas tiefer zu gehen um die Lagune abzuchecken.

    Zur Gruppe noch kurz: wir waren acht Teilnehmer und zwei Guides.
    Sonja & Steph aus den Niederlanden, Konny & Jannik aus Deutschland, Cori aus Frankreich und Jessica aus Südafrika. Eine bunte Gruppe alle mehr oder weniger in unserem Alter.

    Zurück zur Lagune: Mit Eispickel bewaffnet schlugen wir die Eiszapfen klein und hier und da mal etwas Eis. Das machte einfach zu viel Spaß. Doch was wäre ein Besuch an der Lagune gewesen ohne irgendetwas zu bauen 😜 also wurden Sonja, Steph, Jannik und Manu kurzerhand zu Brückenbauern und bauten zwei Brücken zu einer kleinen Insel in der Lagune 💪🏽 Konny & Jess entschlossen sich lieber dazu den Ausblick zu genießen.

    In der Zwischenzeit fragte der eine Guide Lisa & Cori wo denn die Anderen seien. Auf die Antwort, dass die Anderen an der Lagune seien schüttelte er lediglich den Kopf 😂😂 scheinbar nicht normal aber hey 🤷🏽‍♂️
    Pünktlich zum Abendessen um 17:30Uhr waren wir alle dann wieder oben im Highcamp versammelt. Joa und dann hieß es auch direkt danach vamos, ab ins Bett! So waren wir also alle gegen 19:00Uhr im Bett.

    Tag3:
    Der Wecker klingelte Gongschlag 00:00Uhr Mitternacht und die Anspannung machte sich bemerkbar. Es gab noch ein - naja Frühstück welches aus zwei Fertigkuchen bestand. Der Schokokuchen war sogar ganz ok, wohingegen der Orangenkuchen zurückstecken musste 😅wir zwangen uns zu essen, da wir die Energie brauchen würden.

    Rucksäcke waren bereits gepackt und somit hieß es um 1:15 Attack the Summit!
    Eingepackt in die dicken Jacken mit Thermo Unterwäsche drunter ging’s los. Die ersten zwanzig Minuten liefen wir noch über steiniges Terrain bis wir dann plötzlich vor dem riesigen sich vor uns auftürmenden Gletscher standen. Also hieß es Steigeisen anziehen. Von dort an bekamen wir einen separaten Guide (zwei Guides sind noch in der Nacht zu uns gestoßen). Festgebunden an Diesem ging es dann für uns drei Stück für Stück nach oben. Unser Guide vorne weg, dann Lisa, dann Manu. Der Weg war doch trotz Dunkelheit abwechslungsreich. Mal ging es über kleine Gletscherspalten welche einfach in eine gefühlt endlose Tiefe gingen und dann wieder über schmale Brücken aus Eis. Alleine schon der Weg war ein Erlebnis.
    Ca. 200 Meter vor dem Gipfel hieß es dann Steigeisen ausziehen, denn ab nun wurde quasi am Feld gekraxxelt 😅

    Zu diesem Zeitpunkt waren wir beide schon wirklich fertig - schließlich waren wir bereits über vier Stunden am Aufsteigen. Alle paar Meter mussten wir anhalten, weil die Luft da oben einfach spürbar weniger Sauerstoff hat. Alle paar Meter fiel der Satz: ich kann nicht mehr 😩
    Wir schleppten uns förmlich Schritt für Schritt weiter. Wir waren kurz vor dem Aufgeben. Aber dann hatten wir uns gegenseitig doch irgendwie motiviert bekommen, sodass wir immer weiter gegangen sind. Ohne uns wären wir nie im Leben weitergegangen 🫶🏽

    Nach 5:15 war es vollbracht - wir waren 6088m über dem Meeresspiegel. Die letzten paar Meter wurden wir auch wieder von unserer Gruppe angefeuert - es war einfach wirklich unfassbar motivierend!
    Der Ausblick von dort oben, ach seht einfach selber ✨

    Nach einer halben Stunde ging es dann wieder an den Abstieg. Dieser war doch auch anstrengend, allerdings war die Sonne da und wärmte uns nach dem kalten Aufstieg richtig schön auf ☀️🥰 2,5h später waren wir dann wieder am Highcamp, welches wir vor ca. 8 Stunden verlassen hatten. Dort angekommen gabs eine warme Suppe. Alle waren komplett geflasht, was für eine unglaubliche Leistung von uns allen. Nach einer weiteren Stunde ging es dann weiter runter in Richtung Basecamp. Dort angekommen sortierten wir das Equipment auseinander und machten uns dann auf in Richtung La Paz.

    Abends gingen wir noch in unserem Hotel mit Corti essen und so ließen wir dieses Abenteuer ausklingen.
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