• 004 Reisebericht Canada 14. – 19.05.2026

    20 maggio, Canada ⋅ ⛅ 16 °C

    Jetzt haben wir schon 3.040 km zurückgelegt. Unser letzter Teilabschnitt von Cobourg zu den Niagarafällen führte uns an Toronto
    vorbei.
    Im Stadtgebiet von Toronto leben über 3 Mio. Einwohner, die Metropolregion von Toronto zählt knapp 7 Mio. Einwohner. Toronto ist die Hauptstadt von Ontario und die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt von Kanada. Erwartungsgemäß ist hier das Verkehrsaufkommen auch deutlich dichter. Wir kommen auf dem Highway noch verhältnismäßig gut voran, passieren Toronto und freuen uns auf die Niagarafälle.
    Wir finden bei den Falls sehr zentral einen guten Stellplatz auf einem Parkplatz. Hier bleiben wir tatsächlich insgesamt 5 Nächte, da wir technische Probleme mit MANí haben.

    Wir berichten dieses Mal über die berühmten Niagarafälle und die Höhen und Tiefen eines Wohnmobilisten.

    Die Niagarafälle sind wohl die berühmtesten Wasserfälle auf unserem Planeten, es gibt
    sicherlich noch größere – aber kein anderer ist so bekannt und hat einen derartigen Nimbus. Warum ist das so?
    Die Niagarafälle sind gut zugänglich und werden auch schon länger kommerziell genutzt. Für besondere Stunts, für Kinofilme, in Kunst und Literatur.

    Die Fälle liegen an der Grenze zu den USA, so ist ein Teil der Fälle auf amerikanischen Gebiet und ein anderer Teil auf kanadischer Seite. Der imposanteste Abschnitt, die
    Horseshoe Falls liegen auf kanadischer Seite (sind aber auch von USA einsehbar). Von den Viewpoints in Kanada lassen sich neben den Fällen auch die Amerikaner auf der
    anderen Flussseite gut beobachten. Die Fälle werden durch den Fluß Niagara gespeist, welcher den Eriesee und den Ontariosee verbindet. Tatsächlich ist die Sicht auf die Fälle
    ohne jegliche Eintrittsgebühren wunderbar vom Flussufer aus möglich. Aber natürlich gibt es auch viele (kostenpflichtige) Sonderaktionen. Wir entscheiden uns für die legendäre Bootstour mit den City Cruisers. Die Tour führt mitten hinein in die aufpeitschende Gischt des Hufeisenfalls. Zum Glück wurden wir mit Regenponchos ausgerüstet. Die Fahrt ist eine feuchte Riesengaudi. Trotz Poncho werden wir untenrum nass – die Gischt kommt von allen Seiten. Auf dem Boot ist ein Riesengeschrei in allen Sprachen. Handys werden versteckt, mitten in der Gischt ist ein Fotografieren aufgrund der “Dusche” schlichtweg unmöglich. Ein besonderes Erlebnis und unbedingt empfehlenswert. Jeden Abend werden beide Falls in allen Farben illuminiert und in den
    Sommermonaten gibt es fast täglich zusätzlich noch ein Feuerwerk.
    Der Tourismus blüht insbesondere auf der kanadischen Seite. So gibt es hier viele Hotels, Casinos und die Vergnügungsmeile Clifton Hill. Es erinnert uns ein wenig an Las Vegas. Viele kommen hierher wegen der Vergnügungen und weniger wegen der Falls. Neugierig besuchen wir
    ein Casino. Tagsüber sitzen hier vornehmlich ältere Gäste und spielen an den Automaten. Abends waren die großen Säle voll von spielfreudigen Touristen, ein gutes von Drittel Asiaten. Nach unseren Beobachtungen werden hier oft innerhalb von ein paar Minuten mal eben 100 CDN verdaddelt.
    Fasziniert sind wir lediglich von Black Jack, aber das wird hier an den Tischen so schnell gespielt, da trauen wir uns dann doch nicht ran.

    Unser Budget soll ja noch für ein paar Monate reichen ……. Und wir wollen ja auch nicht mit unserem Glück die Bank sprengen….; haben stattdessen in der Vergnügungsmeile jetzt das Billiardspielen angefangen, gefällt uns sehr gut. Es sind aber auch andere
    Attraktionen fußläufig im Umfeld erreichbar, so z.B. Flora, Vogelhaus, Buddhatempel, Marineland (allerdings aktuell geschlossen) und ein kleiner Park „Dufferin Islands“ in dem wir neben den allgegenwärtigen Eichhörnchen, Kanadagänsen auch Streifenhörnchen und Schildkröten vorgefunden haben. In den Tagen hier haben wir erstaunliche Temperaturunterschiede. Anfangs war es so kalt (Tagsüber 6-8° und starker Wind), sodass wir quasi alles angezogen haben, was wir so dabei haben. Innerhalb von vier Tagen ist das Thermometer dann auf 31,5° hochgeschossen, das war dann schon zu viel des Guten. Starke Winde sind allgegenwärtig. Wie auch immer, unser Highlight sind eindeutig die Falls – und das ist schon wieder eine unbedingte Empfehlung.

    Unser Probleme mit MANí haben wir schon angesprochen. Jedes Wohnmobil hat mehrere Batterien, eine Starterbatterie für den Motor und eine oder mehrere
    Aufbaubatterien für die Versorgung des Wohnequipments (Heizung, Kühlschrank, Wasserpumpe, Licht und Steckdosen zum Aufladen von Akkus, Handys). Letztere zwei Batterien waren leider beinahe leer, weil das Solarpanel ausgefallen ist und nach mehreren „Standtagen“ (ohne das Fahrzeug zu bewegen) hat die Starterbatterie auch nicht die
    beiden Aufbaubatterien aufgeladen. Das bedeutet kein Licht, keine Heizung, kein Wasser etc. Zum Glück haben wir eine Werkstatt gefunden, die uns weiterhelfen konnte.
    Ersatzteile mussten jedoch erst bestellt werden, daher unser verlängerter Aufenthalt an
    den Falls. Jetzt ist wieder alles gerichtet, und wir sind optimistisch gestimmt ….. Drückt uns bitte den Daumen.
    Die Provinzen in Kanada gehen mit Wohnmobilisten unterschiedlich um. Während wir uns in den ersten Provinzen über gute Angebote und Unterstützung freuen konnten, ist
    das in Ontario doch deutlich reduzierter. Es ist grundsätzlich verboten freistehend zu übernachten, es gibt kein Angebot um Wasser nachzutanken. Selbst an mehreren
    Tankstellen, die wir um Hilfe gebeten haben, wurde abgewinkt. Wir haben auch Geld für Wasser angeboten, aber es blieb beim Nein. Hat die Provinz Wassermangel? Aber
    rundherum sind so viele Seen, daher für uns nicht wirklich verständlich.
    Da wir noch einige Zeit durch Ontario reisen werden, hoffen wir natürlich, dass sich unser erster Eindruck nicht weiter bestätigen wird.

    Aber wir machen auch gute Erfahrungen. So haben wir am Ontariosee nachmittags am Ufer geparkt, um die Sonne zu genießen und am Strand zu schlendern. Leider haben wir neben einem Hydranten geparkt; ojeh – das wird teuer!
    Aber der Polizist war nett, und nach einem kurzen Schwatz konnten wir ohne Ticket weiterfahren.
    Also: niemals neben einem Hydranten parken!!!

    Wie geht es weiter: Richtung Norden, also bleibt gespannt!!!!!

    Good to know:
    > Victoria Day: Das ist ein kanadischer Bundesfeiertag, der am letzten Montag vor dem 25. Mai zu Ehren von Königin Victoria, der Mutter der Konföderation begangen wird, zuletzt
    am 18.05.2026.

    > Der siebenjährige Krieg (1755 – 1762): In diesem Krieg kämpften die Großmächte England und Frankreich um die Vorherrschaft in Nordamerika. So lange ist das schon her. Gleichwohl haben wir rund um den Sankt-Lorenz-Strom immer wieder Denkmäler und Hinweistafeln gesehen, die sich auch heute noch mit diesem Krieg beschäftigen.
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